Friedrich Ebert
Biografie
Friedrich Ebert war der erste Reichspräsident der Weimarer Republik — und ein wesentlicher Teil der Gründung dieser Republik geschah in Weimar. Der Sozialdemokrat aus einfachen Verhältnissen stieg in der Partei auf und setzte sich für Arbeiterrechte ein. In den unruhigen Tagen nach dem Ersten Weltkrieg und der Abdankung des Kaisers wurde er Leiter der provisorischen Regierung. Unter seiner Führung trat 1919 die Nationalversammlung in Weimar zusammen, um eine demokratische Verfassung zu erarbeiten. Für die Dauer der Versammlung zog Ebert nach Weimar und verlieh der Stadt in diesen Monaten sein Gewicht. Am 11. Februar 1919 wählte ihn die Versammlung zum Reichspräsidenten; das Amt hatte er bis zu seinem Tod 1925 inne. Seine Präsidentschaft war vom Bemühen geprägt, die junge Republik zu stabilisieren: Im August 1919 unterzeichnete er im Weimarer Nationaltheater die Verfassung und führte das Land durch Aufstände und wirtschaftliche Krisen. Eberts Zeit in Weimar war kurz, sein Vermächtnis aber mit der Stadt verwoben: Schon der Name „Weimarer Republik“ erinnert an ihre Rolle bei der ersten deutschen Demokratie.
Werke & Leistungen
Weimarer Verfassung
Eröffnungsrede vor der Nationalversammlung (1919)
Verbundene Orte in Weimar
Theaterplatz 2, 99423 Weimar
Leitete hier 1919 die Nationalversammlung; eine Tafel im Haus erinnert daran
Beleg: Im Nationaltheater tagte die Versammlung, die Ebert zum Präsidenten wählte
Theaterplatz, 99423 Weimar
Legte während der Nationalversammlung 1919 einen Kranz nieder, um die kulturellen Vorfahren Weimars zu ehren
Beleg: Ebert und die Abgeordneten ehrten 1919 das Goethe-Schiller-Denkmal (in den Berichten der Versammlung belegt)
Historischer Kontext
Führte 1919 die Nationalversammlung in Weimar und wurde erster Reichspräsident der Weimarer Republik
Historischer Beleg: Ebert leitete 1919 die Weimarer Nationalversammlung und wurde dort zum Präsidenten gewählt
Die Stadt Weimar gab der Weimarer Republik ihren Namen — Deutschlands demokratischem Versuch zwischen Erstem Weltkrieg und NS-Diktatur. Im November 1918 brach die Monarchie zusammen; Anfang 1919 wählte man Weimar als ruhigen, zentral gelegenen Ort für die Nationalversammlung, die eine neue Verfassung erarbeitete. Im August 1919 wurde die „Weimarer Verfassung“ im Deutschen Nationaltheater unterzeichnet — seither steht der Stadtname für die erste deutsche Republik. Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert wurde ihr erster Reichspräsident. Die Jahre waren von politischen Erschütterungen geprägt, aber auch von kultureller Innovation. Als Hauptstadt des 1920 gebildeten Landes Thüringen erlebte Weimar den Kampf zwischen fortschrittlichen und reaktionären Kräften. Moderne Künstler und Intellektuelle — etwa am 1919 gegründeten Bauhaus — konnten unter zunächst linken Regierungen wirken, während völkische Kräfte erstarkten. Ende der 1920er Jahre gewann das rechte Lager in Thüringen die Oberhand: 1926 fand in Weimar ein Reichsparteitag der NSDAP statt, 1930 berief Thüringen den ersten NS-Minister Deutschlands. Trotz Wirtschaftskrisen und politischer Gewalt brachte die Zeit ein außerordentlich lebendiges Kulturleben hervor. Sie endete mit Hitlers Machtübernahme 1933 — die in Weimar geborenen demokratischen Ideale wirken bis heute nach.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1871
1925
deutsch