Hugo Preuß
Auch bekannt als: Hugo Preuss
Biografie
Hugo Preuß war der Hauptverfasser der Weimarer Verfassung, die während der Nationalversammlung in Weimar zwischen Februar und August 1919 entstand. Der jüdisch-deutsche Liberale und Professor für Staatsrecht, von Ebert berufen, schuf die erste demokratische Verfassung Deutschlands. In Weimar brachte er die politischen Forderungen in ein System, das parlamentarische Regierung mit präsidialen Befugnissen verband. Seine Arbeit legte die rechtliche Grundlage für vierzehn Jahre parlamentarischer Demokratie und wirkte auf die westdeutsche Nachkriegsdemokratie ebenso wie auf den modernen europäischen Verfassungsdiskurs.
Werke & Leistungen
Weimarer Verfassung (1919)
Staatsrechtliche Schriften
Verbundene Orte in Weimar
Theaterplatz 2, 99423 Weimar
Verfasste die Weimarer Verfassung während der Nationalversammlung in diesem Theater (1919)
Beleg: Unterlagen der Verfassunggebenden Versammlung
Historischer Kontext
Hauptverfasser der Weimarer Verfassung, entstanden während der Nationalversammlung in Weimar (1919)
Historischer Beleg: Protokolle der Verfassungsberatungen und Unterlagen der Nationalversammlung
Die Stadt Weimar gab der Weimarer Republik ihren Namen — Deutschlands demokratischem Versuch zwischen Erstem Weltkrieg und NS-Diktatur. Im November 1918 brach die Monarchie zusammen; Anfang 1919 wählte man Weimar als ruhigen, zentral gelegenen Ort für die Nationalversammlung, die eine neue Verfassung erarbeitete. Im August 1919 wurde die „Weimarer Verfassung“ im Deutschen Nationaltheater unterzeichnet — seither steht der Stadtname für die erste deutsche Republik. Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert wurde ihr erster Reichspräsident. Die Jahre waren von politischen Erschütterungen geprägt, aber auch von kultureller Innovation. Als Hauptstadt des 1920 gebildeten Landes Thüringen erlebte Weimar den Kampf zwischen fortschrittlichen und reaktionären Kräften. Moderne Künstler und Intellektuelle — etwa am 1919 gegründeten Bauhaus — konnten unter zunächst linken Regierungen wirken, während völkische Kräfte erstarkten. Ende der 1920er Jahre gewann das rechte Lager in Thüringen die Oberhand: 1926 fand in Weimar ein Reichsparteitag der NSDAP statt, 1930 berief Thüringen den ersten NS-Minister Deutschlands. Trotz Wirtschaftskrisen und politischer Gewalt brachte die Zeit ein außerordentlich lebendiges Kulturleben hervor. Sie endete mit Hitlers Machtübernahme 1933 — die in Weimar geborenen demokratischen Ideale wirken bis heute nach.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1860
1925
deutsch