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Johann Nepomuk Hummel

1778–1837
österreichisch
KomponistPianistKapellmeister
Die Bronzebüste Johann Nepomuk Hummels auf hellem Steinsockel mit der Inschrift J. N. Hummel 1778–1837, vor beiger Wand im Streiflicht

Die Hummel-Büste, 1778–1837, an der Rückseite des Nationaltheaters.

Die Hummel-Büste, 1778–1837, an der Rückseite des Nationaltheaters.(Weimar Web)

Biografie

Weimar war eine Stadt der Schriftsteller, und Hummel ist der Mann, der ihr die Konzerte gab. Der Mozart-Schüler stand von 1819 bis zu seinem Tod 1837 an der Spitze der Hofkapelle, und das Konzertleben, das er begründete, überdauerte ihn um Generationen.

Die ersten stehenden Konzerte, 1822

Die Geschichte des Orchesters enthält eine Formulierung, die man zweimal lesen sollte: Bis zu Hummel war Weimar „wortdominiert“. 1822 erhielt die Stadt auf seine Initiative ihre erste Reihe regelmäßiger „stehender Konzerte“. Das ist der Moment, in dem Musik aufhörte, Begleitung eines literarischen Hofes zu sein, und etwas wurde, wofür Menschen kamen — und darauf beruht jedes spätere Kapitel dieser Epoche: Liszt trat 1848 an, um eine Einrichtung zu leiten, nicht um eine zu erfinden.

Ein Pianist, der ein Orchester erzog, 1819–1837

Das Haus rechnet es den berühmten Klaviervirtuosen an der Spitze der Kapelle an, dass sie als geschickte Orchestererzieher das Weimarer Konzertwesen aufwerteten — auf diese doppelte Begabung kommt es an. Hummel war eine europäische Berühmtheit am Klavier und verbrachte achtzehn Jahre damit, eine höfische Provinzkapelle zu einem Klangkörper zu formen, der ein Abonnementspublikum halten konnte. Am 17. Oktober 1837 starb er in Weimar, fünf Jahre nach Goethe — einer der wenigen hier, deren Bedeutung ganz institutionell und gar nicht literarisch ist.

Was Besucher fragen

Was hat Johann Nepomuk Hummel in Weimar begründet?
Die erste Reihe regelmäßiger stehender Konzerte der Stadt, 1822 — der Moment, in dem Musik aufhörte, Begleitung des literarischen Hofes zu sein, und zu etwas wurde, wofür Menschen selbst kamen.
Wie lange leitete Hummel die Weimarer Hofkapelle?
Von 1819 bis zu seinem Tod 1837 — achtzehn Jahre, in denen er eine höfische Provinzkapelle zu einem Klangkörper formte, der ein Abonnementspublikum halten konnte.
Bestand eine Verbindung zwischen Hummel und Mozart?
Ja, er war ein Schüler Mozarts.
Kann man den Ort besuchen, an dem Hummel wirkte?
Ja, das Nationaltheater, Sitz der Hofkapelle, die er leitete.

Werke & Leistungen

Die erste Reihe regelmäßiger stehender Konzerte in Weimar (1822)

Trompetenkonzert E-Dur

Klavierkonzert a-Moll

Messe Es-Dur

Verbundene Orte in Weimar

Theaterplatz 2, 99423 Weimar

Von 1819 bis zu seinem Tod 1837 stand er an der Spitze der zu diesem Haus gehörenden Hofkapelle.

Historischer Kontext

Das Konzertleben, auf dem die Epoche beruhte, begann mit seinen stehenden Konzerten von 1822; seine letzten fünf Jahre fallen in sie.

Als Goethe 1832 starb, stand Weimar vor der Frage, was eine Stadt nach ihrer Blütezeit eigentlich tut. Weimar machte weiter, und die Antwort dauerte sechsundachtzig Jahre — jene Epoche, die die Klassik Stiftung Weimar das Silberne Zeitalter nennt. An die Stelle der Literatur trat die Musik, zwei fürstliche Mäzene bezahlten dafür, und die Schulen, die sie gründeten, überlebten die Monarchie, die sie finanziert hatte.

Mehr über diese Epoche →
Weimarer Klassik17751832

1819 trat er das Weimarer Amt an und wirkte durch die letzten dreizehn Jahre der Klassik; er starb fünf Jahre nach Goethe.

Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.

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Kurzprofil

Geboren:

1778

Gestorben:

1837

Nationalität:

österreichisch

Rollen:
KomponistPianistKapellmeister