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Johanna Schopenhauer

Auch bekannt als: geborene Trosiener

1766–1838
deutsch
SchriftstellerinGastgeberin

Biografie

Im September 1806 kam sie nach Weimar und öffnete ihr Haus. Zwanzig Jahre lang kam die beste Gesellschaft der Stadt zu ihren Teegesellschaften — Goethe eingeschlossen —, und als 1819 ihr Vermögen verloren war, wurde sie eine der ersten deutschen Frauen, die vom Schreiben lebten.[1]

Wer zum Tee kam, 1806–1826

Die Gästeliste liest sich wie ein Aufgebot der Weimarer Klassik: Goethe, Wieland, Heinrich Meyer, Bertuch, Fernow, Riemer, Wilhelm Grimm, Zacharias Werner. Bemerkenswert ist, dass sie zu ihr kamen. Der klassische Kreis wird gewöhnlich als Versammlung am Hof oder um Anna Amalia beschrieben — aber 1806 gehörte der Raum, in dem man sein wollte, der Witwe eines Danziger Kaufmanns, die wenige Wochen zuvor angekommen war.

Schreiben, um zu leben, 1819–1821

Zu publizieren begann sie nach dem Tod ihres Freundes Carl Ludwig Fernow; und dann wurde sie „nach großen Vermögensverlusten 1819 … eine der ersten dt. Berufsschriftstellerinnen“.[1] Auf diesen Ausdruck kommt es an: nicht eine Frau, die schrieb, sondern eine Frau, die von ihrem Schreiben lebte, in einem Jahrzehnt, in dem es das kaum als Kategorie gab. Ihr Roman „Gabriele“ erschien zwischen 1819 und 1821.

Der Rhein und zurück nach Thüringen, 1829–1838

Ab 1829 lebte sie am Rhein — die Sommer in Unkel, die Winter in Bonn —, 1837 zog sie nach Jena, wo sie im Jahr darauf starb, während sie an ihren Erinnerungen schrieb. Ein passend unsentimentales Ende: Sie arbeitete gerade an dem Bericht darüber, als sie aufhörte.

Was Besucher fragen

Wer besuchte Johanna Schopenhauers Weimarer Salon?
Goethe, Wieland, Heinrich Meyer, Bertuch, Fernow, Riemer, Wilhelm Grimm und Zacharias Werner gehörten zu den Gästen ihrer Teegesellschaften, die sie wenige Wochen nach ihrer Ankunft im September 1806 eröffnete.
Wie wurde Johanna Schopenhauer Berufsschriftstellerin?
Nach großen Vermögensverlusten 1819 wurde sie eine der ersten deutschen Frauen, die vom Schreiben lebten.[1] Ihr Roman „Gabriele“ erschien zwischen 1819 und 1821.
Wo lebte Johanna Schopenhauer nach Weimar?
Ab 1829 am Rhein — die Sommer in Unkel, die Winter in Bonn — und ab 1837 in Jena, wo sie 1838 starb, während sie an ihren Erinnerungen schrieb.

Quellen

  1. Johanna Schopenhauer — Deutsche Biographie (NDB/ADB), abgerufen am 29. August 2026

Werke & Leistungen

Gabriele (1819–1821)

Carl Ludwig Fernows Leben

Historischer Kontext

Weimarer Klassik17751832

1806 lag der Schwerpunkt des Kreises in einem Zimmer, das einer eben zugezogenen Witwe gehörte.

Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.

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Kurzprofil

Geboren:

1766

Gestorben:

1838

Nationalität:

deutsch

Rollen:
SchriftstellerinGastgeberin