Johannes Daniel Falk
Biografie
1797 kam er als Satiriker nach Weimar und stritt sich für den Rest seines Lebens mit Goethe. Nach 1813 gründete er dann — nachdem er vier eigene Kinder begraben hatte — eine Gesellschaft, die verwaiste und verwahrloste Kinder von der Straße holte. Und das, nicht das Schreiben, ist er.
Die Gesellschaft der Freunde in der Not, 1813–1826
So nannte er sie, und sie tat das Naheliegendste: Sie verschaffte Kindern einen Platz, die keinen hatten. Mädchen kamen in Haushalte, Jungen als Lehrlinge zu Meistern. Das ältere Nachschlagewerk hält das Ergebnis als Zahl fest, und es ist die Zahl, die bleibt: Bis zu Falks Tod hatte „die Anstalt in 16 Jahren 293 Gesellen entlassen“. Zweihundertdreiundneunzig Kinder, die von der Straße kamen und mit einem Handwerk gingen.
Warum er damit anfing, 1813
Der Artikel nennt den Anlass ohne Umschweife: Gegründet wurde sie nach 1813, nach dem Tod von vier eigenen Kindern. Die Weimarer Klassik wird als Geschichte von Briefen und Premieren erzählt; dies ist dieselbe Stadt in denselben Jahren — und der Krieg, der eben durch sie hindurchgegangen war, hatte Kinder auf der Straße zurückgelassen. Falk ist die Überlieferung dessen, was jemand dagegen tat.
Streit mit Goethe, und das Institut nach ihm, 1792–1829
1792 hatte er Schiller in Jena und Goethe in Weimar besucht, bevor er sich hier niederließ. Die NDB beschreibt den Umgang mit Goethe als von „sachliche und persönliche Konflikte“ geprägt — die nie zum dauerhaften Bruch führten und ihn nicht davon abhielten, an Goethes naturwissenschaftlicher Arbeit mitzuwirken, vor allem an der Farbenlehre. 1829 wurde seine Stiftung eine öffentliche Erziehungsanstalt für verwahrloste Kinder und trug weiterhin seinen Namen: das Falksche Institut.
Was Besucher fragen
- Was hat Johannes Daniel Falk gegründet?
- Die Gesellschaft der Freunde in der Not, nach 1813, die verwaiste und verwahrloste Kinder in Lehrstellen und Haushalte vermittelte. Bis zu seinem Tod hatte die Anstalt in sechzehn Jahren 293 Gesellen entlassen.
- Warum gründete Falk die Gesellschaft?
- Nachdem er vier eigene Kinder begraben hatte, in den Jahren, in denen die napoleonischen Kriege Kinder auf Weimars Straßen zurückgelassen hatten.
- Wie war Falks Verhältnis zu Goethe?
- Geprägt von sachlichen und persönlichen Konflikten, die nie zum dauerhaften Bruch führten; Falk wirkte aktiv an Goethes naturwissenschaftlicher Arbeit mit, vor allem an der Farbenlehre.
- Was wurde aus Falks Stiftung?
- 1829 wurde sie eine öffentliche Erziehungsanstalt für verwahrloste Kinder und trug weiterhin seinen Namen als Falksches Institut.
Werke & Leistungen
Gesellschaft der Freunde in der Not (gegründet nach 1813)
Falksches Institut (ab 1829)
Historischer Kontext
Das andere Gesicht der Epoche: dieselben Jahrzehnte, dieselbe Stadt — und die Kinder, von denen die Literatur nicht spricht.
Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1768
1826
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