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Karl Ludwig von Knebel

Auch bekannt als: Carl Ludwig von Knebel

1744–1834
deutsch
LyrikerÜbersetzerPrinzenerzieher

Biografie

Alles, was Weimar nach 1775 wurde, ruht auf einer Vorstellung, die Knebel im Dezember 1774 arrangierte. Er ist der unbekannteste Mann dieser Geschichte und derjenige, ohne den es sie nicht gäbe.

Die Bekanntschaft, Frankfurt, Dezember 1774

Im Juli jenes Jahres war er als Erzieher des Prinzen Constantin an den Hof gekommen, im Rang eines Hauptmanns. Auf einer Reise nach Frankfurt führte er den Erbprinzen Carl August mit einem jungen Juristen zusammen, der einen anstößigen Roman geschrieben hatte. Die Neue Deutsche Biographie benennt die Folge unumwunden: Die von ihm sogleich herbeigeführte Bekanntschaft gewann schicksalhafte Bedeutung.[1] Goethe wurde im Jahr darauf berufen und blieb bis zu seinem Tod. So zufällig war das: ein Erzieher mit gutem Urteil, auf der richtigen Reise, der zwei Leute miteinander bekannt macht.

Sechzig Jahre, meist anderswo, 1775–1834

Den ersten Weimarer Winter 1775/76 wohnte er im Wittumspalais. Nach dem Weggang des Prinzen 1780 wurde er als Major pensioniert und war von da an selten lange in Weimar: Jahre in der Ferne samt einer Schweizer Reise, eine lange Zeit überwiegend in Jena, sieben Jahre in Ilmenau in einem Haus, das er das Paradies nannte, ab 1805 wieder Jena bis zu seinem Tod 1834.[1] Die Freundschaft mit Goethe hielt das alles aus, geführt vor allem im Briefwechsel.

Der Letzte, der übrig blieb, 1832–1834

Er schrieb Gedichte und übersetzte aus den lateinischen Dichtern;[2] die deutschsprachige Wikipedia nennt ihn Goethes „Urfreund“.[2] Er überlebte Goethe um zwei Jahre und war der letzte Überlebende des Kreises — ein eigentümliches Los: die Bekanntschaft gestiftet zu haben, aus der ein goldenes Zeitalter wurde, und dann derjenige zu sein, den man danach noch fragen kann.

Was Besucher fragen

Welche Verbindung hat Karl Ludwig von Knebel zu Goethes Ankunft in Weimar?
Im Dezember 1774 führte Knebel auf einer Reise nach Frankfurt den Erbprinzen Carl August mit Goethe zusammen — die Begegnung, die im Jahr darauf zu Goethes Berufung nach Weimar führte.[1]
Wie lange lebte Knebel in Weimar?
Nicht sehr lange, mit Unterbrechungen. Seinen ersten Weimarer Winter, 1775/76, verbrachte er im Wittumspalais, wurde 1780 als Major pensioniert und verbrachte die folgenden Jahrzehnte größtenteils in Jena, der Schweiz und Ilmenau.[1]
Was schrieb Karl Ludwig von Knebel?
Gedichte und Übersetzungen aus den lateinischen Dichtern.[2]
Kann man den Ort besuchen, an dem Knebel in Weimar wohnte?
Ja, das Wittumspalais, wo er seinen ersten Weimarer Winter 1775/76 verbrachte.

Quellen

  1. Karl Ludwig von Knebel — Deutsche Biographie (NDB), abgerufen am 29. August 2026
  2. Karl Ludwig von Knebel — Wikipedia (de), abgerufen am 29. August 2026

Werke & Leistungen

Gedichte

Übersetzungen aus den lateinischen Dichtern

Verbundene Orte in Weimar

Am Palais 3, 99423 Weimar

Dort wohnte er seinen ersten Weimarer Winter, 1775/76.[^ndb-knebel]

Historischer Kontext

Weimarer Klassik17751832

Der Mann, der die Bekanntschaft stiftete — und der letzte des Kreises, der starb.

Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.

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Kurzprofil

Geboren:

1744

Gestorben:

1834

Nationalität:

deutsch

Rollen:
LyrikerÜbersetzerPrinzenerzieher

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Im Dezember 1774 führte ein Erzieher des Weimarer Hofes auf einer Reise nach Frankfurt den Erbprinzen mit einem jungen Juristen zusammen, der einen anstößigen Roman geschrieben hatte.

Er stiftete die Bekanntschaft; die NDB nennt deren Folgen schicksalhaft.