Richard Strauss
Auch bekannt als: Richard Georg Strauss
Biografie
Von 1889 bis 1894 war Richard Strauss Erster Kapellmeister am Deutschen Nationaltheater Weimar — eine für seine Entwicklung entscheidende Zeit. Mit 25 Jahren dirigierte er hier große Wagner-Opern unter begrenzten Bedingungen. Seine Tondichtung „Don Juan“ wurde 1889 in Weimar uraufgeführt und mit Beifall aufgenommen; sie begründete seinen internationalen Ruf. „Tod und Verklärung“ folgte 1890. In Weimar lernte und unterrichtete er die Sopranistin Pauline de Ahna, die er 1894 heiratete. Auch wenn seine Oper „Guntram“ hier scheiterte, machten die Weimarer Jahre ihn zum Erben Wagners.
Bekannte Zitate
“Die Melodie ist eine der edelsten Gaben, die eine unsichtbare Gottheit der Menschheit geschenkt hat.”
“Es ist besser, mit dem Ohr zu dirigieren als mit dem Arm: Der Rest folgt von selbst.”
Werke & Leistungen
Don Juan
Tod und Verklärung
Till Eulenspiegel
Also sprach Zarathustra
Salome
Der Rosenkavalier
Guntram
Symphonia Domestica
Aus Italien
Burleske für Klavier und Orchester
Verbundene Orte in Weimar
Theaterplatz 2, 99423 Weimar
War hier von 1889 bis 1894 Erster Kapellmeister und führte „Don Juan“ und weitere Werke erstmals auf
Beleg: Theaterunterlagen und Dokumentation der Uraufführungen
Historischer Kontext
Kapellmeister am Deutschen Nationaltheater (1889–1894); führte hier wichtige Werke erstmals auf und begründete seinen internationalen Ruf
Historischer Beleg: „Don Juan“ wurde 1889 in Weimar uraufgeführt und begründete seine Karriere
Als Weimarer Klassik bezeichnet man die Blüte von Literatur und Kultur im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Sie begann 1775, als der junge Herzog Carl August Johann Wolfgang von Goethe nach Weimar holte. Goethe traf hier auf Johann Gottfried Herder, Christoph Martin Wieland und später Friedrich Schiller — gemeinsam machten sie aus dem Hof ein geistiges Zentrum. Unter der aufgeklärten Förderung von Herzogin Anna Amalia und Herzog Carl August wurde Weimar zum Inbegriff humanistischer Werte, klassischer Kunst und literarischer Leistung. In dieser Zeit entstanden Werke von bleibender Bedeutung — Goethes „Faust“, Schillers „Wilhelm Tell“ —, und zusammen mit Herder und Wieland begründeten sie eine neue deutsche Kultur auf den Idealen der Aufklärung. Die kleine Stadt hatte Salons, ein Theater (ab 1791 unter Goethes Leitung) und ein reges Kunstleben. Auch Architektur und Landschaft gehörten dazu: Goethe wirkte an der Gestaltung des Parks an der Ilm und am klassizistischen Umbau des Stadtschlosses mit. Ihren Höhepunkt erreichte die Weimarer Klassik um 1800 — sinnbildlich in der Freundschaft von Goethe und Schiller (1794–1805) — und sie endete mit Goethes Tod 1832. Ihr kulturelles Erbe reicht weit über die Stadt hinaus; die UNESCO würdigte es später als „Klassisches Weimar“.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1864
1949
deutsch