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Historischer Ort

Gauforum

Über diesen Ort

Ein nationalsozialistisches Verwaltungsviertel mitten in Weimar, zum Teil von KZ-Häftlingen errichtet, nie wie geplant vollendet — und seither ganz gewöhnlich in Gebrauch.

Was daraus werden sollte, 1937

Die Anlage sollte die zentralen Verwaltungen eines NSDAP-Gaus an einem Ort zusammenfassen. Geplant waren dreierlei: eine „Halle der Volksgemeinschaft“ mit 20.000 Stehplätzen, ein Glockenturm und ein Bau für „Reichsstatthalterei und Gauleitung“. Am 1. Mai 1937 nahm Rudolf Heß die Grundsteinlegung der Halle vor.[1]

Wessen Bau es war, 1927–1942

Der südliche Flügel war für das Reichsstatthalteramt Fritz Sauckels bestimmt, das nach Fertigstellung aus dem Landesmuseum dorthin ziehen sollte.[1] Sauckel war seit 1927 Gauleiter von Thüringen und leitete ab März 1942 den Arbeitseinsatz des gesamten Reiches — und beim Bau wurden auch Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald eingesetzt.[1]

Wie es heute dasteht, 2005–2024

Die Bauten haben den Krieg überstanden und sind weder Ruine noch Denkmal: Seit 2005 beherbergt der Komplex ein Einkaufszentrum und ein Thüringer Landesverwaltungsamt, seit 2024 das Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus.[1] Wer über den Platz geht, durchquert das größte erhaltene NS-Ensemble einer Stadt, die wegen Goethe und des Bauhauses auf der UNESCO-Liste steht — und nichts weist darauf hin.

Warum es sich lohnt stehenzubleiben

Weimars Schwierigkeit wird meist als zwei Geschichten in einer Stadt beschrieben. Das Gauforum ist der Ort, an dem das eine einzige Adresse ist: ein unvollendetes Denkmal für eine Partei, mit Lagerarbeit errichtet, heute mit Läden, einer Behörde und einem Museum über eben jene Zwangsarbeit darin. Bewahrt wurde der Bau nicht als Mahnung. Er war schlicht zu groß zum Abräumen, und die Stadt begann, ihn zu benutzen.

Was Besucher fragen

Wofür wurde das Gauforum gebaut?
Als nationalsozialistisches Verwaltungsviertel — die zentralen Verwaltungen eines NSDAP-Gaus an einem Ort. Geplant waren dreierlei: eine „Halle der Volksgemeinschaft“ mit 20.000 Stehplätzen, ein Glockenturm und ein Bau für Reichsstatthalterei und Gauleitung. Am 1. Mai 1937 nahm Rudolf Heß die Grundsteinlegung der Halle vor.[1]
Wer hat es gebaut?
Beim Bau wurden auch Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald eingesetzt.[1] Der südliche Flügel war für Fritz Sauckel bestimmt, seit 1927 Gauleiter von Thüringen, der ab März 1942 den Arbeitseinsatz des gesamten Reiches leitete.
Wurde es fertiggestellt?
Nein — es wurde nie wie geplant vollendet.
Was befindet sich heute dort?
Die Bauten haben den Krieg überstanden und sind in ganz gewöhnlichem Gebrauch: Seit 2005 beherbergt der Komplex ein Einkaufszentrum und ein Thüringer Landesverwaltungsamt, seit 2024 das Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus.[1]
Warum ist es kein Mahnmal?
Bewahrt wurde der Bau nicht als Mahnung — er war schlicht zu groß zum Abräumen, und die Stadt begann, ihn zu benutzen. Wer über den Platz geht, durchquert das größte erhaltene NS-Ensemble einer Stadt, die wegen Goethe und des Bauhauses auf der UNESCO-Liste steht, und nichts weist darauf hin.

Quellen

  1. Gauforum — weimar-im-ns.de, abgerufen am 29. August 2026

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