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Ausstellungshalle
Erbaut 1880

Kunsthalle „Harry Graf Kessler“

Goetheplatz 9b, Weimar
Ein grün-weiß gestreifter Stand mit Strohkränzen und Trockenblumen vor der Kunsthalle Harry Graf Kessler, in deren Fenstern die Schilder „Kunst der verschollenen Generation“ und „Deutsche Kunst 20. Jhd.“ hängen

Die Front der Kunsthalle am Goetheplatz, mit den Ausstellungsschildern in den Fenstern, während des Zwiebelmarkts.

Die Front der Kunsthalle am Goetheplatz, mit den Ausstellungsschildern in den Fenstern, während des Zwiebelmarkts.(Weimar Web)

Über diesen Ort

Eine ehemalige Ziegelei am Goetheplatz, die zu Weimars Museum der modernen Kunst wurde — und heute den Namen jenes Direktors trägt, den die Stadt aus ihr vertrieb.

Von der Ziegelei zum venezianischen Palast, 1880–1903

Das Gebäude begann als Ziegelei, und 1880 wurde darin eine „Permanente Kunstausstellung“ eingerichtet. Ausgebaut wurde es in Etappen: 1892 kam ein Oberlichtsaal hinzu, und bis 1897 erhielt es, wie das Museum schreibt, „eine prächtige venezianische Palastfassade“. 1903 wurde daraus das Großherzogliche Museum für Kunst und Kunstgewerbe — jene Einrichtung, zu deren Leitung Harry Graf Kessler geholt wurde.[1]

Der Name ist so etwas wie eine Entschuldigung, 1903–2006

Von 1903 bis 1906 leitete Kessler das Haus, zeigte hier französische Impressionisten und ließ 1903 in diesem Gebäude den Deutschen Künstlerbund konstituieren. 1906 musste er über einer Ausstellung von Aktzeichnungen Rodins gehen.[1] Seit Stadtmuseum und Kulturamt die Halle 2006 übernahmen, trägt sie seinen Namen[1] — ein Jahrhundert, nachdem Weimar befunden hatte, es ertrage nicht, was er an diese Wände hängte.

Was Besucher fragen

Was ist die Kunsthalle Harry Graf Kessler?
Eine ehemalige Ausstellungshalle am Goetheplatz, einst das Großherzogliche Museum für Kunst und Kunstgewerbe, heute benannt nach dem Direktor, den Weimar 1906 aus ihr vertrieb.[1]
Wer war Harry Graf Kessler?
Der Direktor des Museums von 1903 bis 1906. Er zeigte hier französische Impressionisten und ließ 1903 den Deutschen Künstlerbund in dem Gebäude konstituieren, ehe er 1906 über einer Ausstellung von Aktzeichnungen Rodins gehen musste.[1]
Wie alt ist das Gebäude?
Es begann als Ziegelei; 1880 wurde darin eine „Permanente Kunstausstellung“ eingerichtet. 1892 kam ein Oberlichtsaal hinzu, bis 1897 die venezianische Palastfassade, und 1903 wurde daraus das Großherzogliche Museum.[1]
Kann man sie besichtigen?
Zurzeit nicht — die Halle, seit 2006 vom Stadtmuseum Weimar betrieben, ist geschlossen.[1]

Quellen

  1. Kunsthalle "Harry Graf Kessler" — Stadtmuseum Weimar, abgerufen am 29. August 2026

Verbundene Persönlichkeiten

Mäzen • Museumsdirektor • Verleger • Diplomat

Er leitete dieses Museum von 1903 bis 1906; die Halle trägt heute seinen Namen.

Besuchsinformationen

Eintritt

Betrieben vom Stadtmuseum Weimar und dem Kulturamt der Stadt; aktuelle Konditionen beim Stadtmuseum.

Öffnungszeiten

Zurzeit nicht geöffnet — das Stadtmuseum schreibt: „Die Kunsthalle Harry Graf Kessler am Goetheplatz 9b ist derzeit nicht geöffnet“ (Stand: 29. August 2026).

Lage

Goetheplatz 9b, Weimar

Offizielle Website

In Weimars Geschichte

Epochen

Das Museum der modernen Kunst im letzten Jahrzehnt der Epoche — und das Gebäude, in dem ihre weltläufigste Personalentscheidung im Skandal endete.

Als Goethe 1832 starb, stand Weimar vor der Frage, was eine Stadt nach ihrer Blütezeit eigentlich tut. Weimar machte weiter, und die Antwort dauerte sechsundachtzig Jahre — jene Epoche, die die Klassik Stiftung Weimar das Silberne Zeitalter nennt. An die Stelle der Literatur trat die Musik, zwei fürstliche Mäzene bezahlten dafür, und die Schulen, die sie gründeten, überlebten die Monarchie, die sie finanziert hatte.