Deutschlands erste Orchesterschule öffnet, 1872
Liszt wollte ein Konservatorium in Weimar und bekam keines; die Schule öffnete neunzehn Jahre, nachdem sein Versuch gescheitert war.
1872 entstand in Weimar unter der Leitung des Kirchenmusikers Carl Müllerhartung eine Orchesterschule in enger Bindung an die Hofkapelle — nach eigener Darstellung die erste ihrer Art in Deutschland. Von dieser Gründung datiert die Hochschule für Musik FRANZ LISZT ihre Tradition.
Eine Idee, die Liszt nicht durchbrachte
Bereits 1835 hatte Liszt Gedanken zur Gründung von „Fortschrittschulen der Musik“ formuliert, und zwischen 1849 und 1853 bemühte er sich in Weimar um ein Konservatorium — in den Jahren also, in denen er das Hofamt innehatte und über so viel Einfluss verfügte wie nie sonst.[1] Es scheiterte. Die Schule, die 1872 schließlich entstand, kam nach den Worten der Hochschule in ganz anderer, basisbezogener Weise zustande, als er es vorgeschlagen hatte — und sie kam lange, nachdem er aufgehört hatte, danach zu fragen.
Was sie ungewöhnlich machte
Es war eine Berufsschule für vierzehn- bis achtzehnjährige junge Männer, sehr eng an die Hofkapelle gebunden, und sie bildete Orchestermusiker aus statt musizierender Herren. 1876 kam die Ausbildung gleichaltriger junger Frauen zur Klavier- und Gesangslehrerin hinzu, dazu eine Vorschule für zehn- bis vierzehnjährige Kinder beiderlei Geschlechts.[1] Der Name, unter dem alle sie kennen, kam erst viel später: Seit 1956 trägt sie den Liszts — siebzig Jahre nach dessen Tod.
Quellen
- Tradition seit 1872 — Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar, abgerufen am 29. August 2026
Persönlichkeiten
Persönlichkeiten
1811–1886 • Komponist • Pianist • Dirigent
Die Schule verwirklicht jene Idee, die er 1835 formuliert und zwischen 1849 und 1853 vergeblich zu gründen versucht hatte — deshalb trägt sie heute seinen Namen.
Historische Orte
Bühnen und Spielstätten
Platz der Demokratie 2 | 3, 99423 Weimar
Von dieser Gründung datiert die Hochschule für Musik FRANZ LISZT ihre eigene Tradition.
Epoche
1832–1918
Die dritte Institution der Epoche, nach der Kunstschule von 1860 und dem Museum von 1869 — und die einzige, die noch unterrichtet.