Franz Liszt
Biografie
Franz Liszt war ein Klaviervirtuose und Komponist, der Weimar Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Zentrum musikalischer Erneuerung machte. In Ungarn geboren, kam er 1842 auf Einladung nach Weimar und wirkte von 1848 bis 1858 als Hofkapellmeister. In diesem „Weimarer Jahrzehnt“ veränderte er das Musikleben der Stadt grundlegend: Er setzte sich für Zeitgenossen wie Richard Wagner und Hector Berlioz ein und dirigierte wegweisende Uraufführungen — 1850 in Weimar etwa Wagners „Lohengrin“. Zugleich entstanden hier bedeutende eigene Werke, darunter mehrere sinfonische Dichtungen und die „Faust-Sinfonie“. Unter seiner Leitung wurde die Weimarer Hofkapelle zu einem der besten Orchester Europas. Um sich sammelte er Schüler und Förderlinge und machte Weimar zur Hauptstadt der Neudeutschen Schule. Seine moderne Ausrichtung stieß auch auf Widerstand, doch sie setzte die Stadt endgültig auf die musikalische Landkarte. Nach 1858 gab er sein Amt auf, kam aber weiter oft nach Weimar und verbrachte seine letzten Jahre zwischen Rom, Budapest und Weimar. Gestorben ist er in Bayreuth; in Weimar erinnern die Hochschule für Musik Franz Liszt und ein Denkmal im Park an ihn.
Bekannte Zitate
“Traurig und groß ist das Schicksal des Künstlers.”
“Zeit zu vergeuden ist einer der schlimmsten Fehler der Welt. Das Leben ist so kurz, jeder Augenblick so kostbar.”
“Ich trage eine tiefe Traurigkeit im Herzen, die sich hin und wieder in Klang entladen muss.”
Werke & Leistungen
Ungarische Rhapsodien
Faust-Sinfonie
Années de pèlerinage
Transzendentale Etüden
Klaviersonate h-Moll
La campanella
Sinfonische Dichtungen
Verbundene Orte in Weimar
Schloss Belvedere Allee 1, 99425 Weimar
Wohnte als Kapellmeister zeitweise in einem Flügel von Belvedere; gab Konzerte in der Orangerie
Beleg: Liszt machte Weimar 1848–1858 zum Musikzentrum und nutzte Belvedere für Studium und Proben (lokale Überlieferung)
Theaterplatz 2, 99423 Weimar
Dirigierte hier — damals Hoftheater — viele Aufführungen und wichtige Uraufführungen
Beleg: Liszt führte 1850 Wagners „Lohengrin“ im Weimarer Hoftheater erstmals auf
Historischer Kontext
Lebte 1848–1861 als Hofkapellmeister in Weimar; führte nach Goethes Epoche das „silberne Zeitalter“ der Musik an
Historischer Beleg: Liszt kam 1848 als Hofkapellmeister nach Weimar und führte 1850 Wagners „Lohengrin“ erstmals auf
Als Weimarer Klassik bezeichnet man die Blüte von Literatur und Kultur im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Sie begann 1775, als der junge Herzog Carl August Johann Wolfgang von Goethe nach Weimar holte. Goethe traf hier auf Johann Gottfried Herder, Christoph Martin Wieland und später Friedrich Schiller — gemeinsam machten sie aus dem Hof ein geistiges Zentrum. Unter der aufgeklärten Förderung von Herzogin Anna Amalia und Herzog Carl August wurde Weimar zum Inbegriff humanistischer Werte, klassischer Kunst und literarischer Leistung. In dieser Zeit entstanden Werke von bleibender Bedeutung — Goethes „Faust“, Schillers „Wilhelm Tell“ —, und zusammen mit Herder und Wieland begründeten sie eine neue deutsche Kultur auf den Idealen der Aufklärung. Die kleine Stadt hatte Salons, ein Theater (ab 1791 unter Goethes Leitung) und ein reges Kunstleben. Auch Architektur und Landschaft gehörten dazu: Goethe wirkte an der Gestaltung des Parks an der Ilm und am klassizistischen Umbau des Stadtschlosses mit. Ihren Höhepunkt erreichte die Weimarer Klassik um 1800 — sinnbildlich in der Freundschaft von Goethe und Schiller (1794–1805) — und sie endete mit Goethes Tod 1832. Ihr kulturelles Erbe reicht weit über die Stadt hinaus; die UNESCO würdigte es später als „Klassisches Weimar“.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1811
1886
ungarisch