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Wann: 23. Januar 1930 – 1. April 1931

Wilhelm Frick übernimmt ein Amt in Thüringen

Am 23. Januar 1930 wurde Wilhelm Frick thüringischer Innen- und Volksbildungsminister — der erste Nationalsozialist in Deutschland, der ein Regierungsamt übernahm. Er hielt sich vierzehn Monate.

Drei Jahre vor Hitlers Kanzlerschaft hatte seine Partei bereits ein Ministerium — in dem Land, dessen Hauptstadt Weimar war, und jeder konnte zusehen, was sie damit anfing.

23. Januar 1930

Wilhelm Frick wurde zum thüringischen Innen- und Volksbildungsminister ernannt. Die Ausstellung zur Geschichte der deutschen Innenministerien verzeichnet ihn ohne Beiwerk als „der erste Nationalsozialist der ein Regierungsamt übernimmt“ — kein Sitz, kein Mandat, sondern ein Amt mit Etat und Apparat.[1]

Die Polizei und die Schulen

Die beiden Ressorts waren kein Zufall der Koalitionsarithmetik. Inneres hieß Polizei; Volksbildung hieß Schulen, Hochschulen und Kultureinrichtungen. In dem Land, das bis 1925 das Bauhaus beherbergt und 1926 den Parteitag gesehen hatte, lief das auf ein Laboratorium hinaus: was eine nationalsozialistische Verwaltung mit den Instrumenten eines Staates anstellt, im kleinen Maßstab und vor aller Augen erprobt.

Vierzehn Monate

Der thüringische Landtag nahm einen Misstrauensantrag an, und am 1. April 1931 trat Frick zurück.[2] Der Versuch war damit kurz und aus Sicht der Partei lehrreich. 1933 kehrte er als Reichsinnenminister ins Amt zurück, mit denselben beiden Neigungen und ohne einen Landtag, der ihn hätte abwählen können.

Quellen

  1. NSDAP-Politiker Frick wird thüringischer Innenminister — Geschichte der deutschen Innenministerien, abgerufen am 29. August 2026
  2. Wilhelm Frick — Deutsches Historisches Museum (LeMO), abgerufen am 29. August 2026

Epoche

Zeit der Weimarer Republik

19181933

Im Namensland der Republik hielt ein Nationalsozialist drei Jahre vor 1933 ein Ministerium.

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Am 3. und 4. Juli 1926 hielt die Partei ihren ersten Reichsparteitag nach der Neugründung ab — in Anwesenheit Hitlers und in dem Saal, in dem die Republik sieben Jahre zuvor ihre Verfassung beschlossen hatte.

Dasselbe Land, vier Jahre nach dem Parteitag im Nationaltheater: erst der Saal, dann das Ministerium.

Fünf Jahre nach dem Weggang des Bauhauses wurde zerstört, was es an die Wände seines Werkstattgebäudes gemalt hatte — von der Schule, die an seine Stelle trat.

Das Bildungsressort lag seit Fricks Amtsantritt im Januar desselben Jahres bei der NSDAP.

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