Die Uraufführung von „Hänsel und Gretel“, 1893
Eine der meistgespielten Opern des deutschen Repertoires erklang zum ersten Mal in Weimar — dirigiert von einem neunundzwanzigjährigen zweiten Kapellmeister.
1893 brachte das Weimarer Hoftheater Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“ zur Uraufführung. Am Pult stand Richard Strauss, damals im vierten Jahr als zweiter Kapellmeister des Hauses.
Ein kleines Haus mit dem richtigen Dirigenten
Nach Weimar kam diese Uraufführung durch Strauss. 1889 war er als zweiter Kapellmeister des Hauses gekommen und blieb bis 1894, und in diesem kurzen Zeitfenster gab das Theater die Uraufführung von Humperdincks Oper und im Jahr darauf die von Strauss’ eigenem Opernerstling „Guntram“[1] — zwei Uraufführungen in zwei Jahren, an einem Hoftheater in einer Stadt von wenigen tausend Einwohnern.
Was das bedeutet, wenn man vor dem Theater steht
Es geschah im Vorgängerbau. Das heutige Theater am Theaterplatz wurde 1906 beauftragt und 1908 eingeweiht[2] — der Saal also, in dem „Hänsel und Gretel“ zuerst erklang, ist nicht das Haus, das heute dort steht. Für die „Lohengrin“-Uraufführung von 1850 gilt dasselbe. Was auf dem Platz geblieben ist, sind die Institution und das Orchester.
Quellen (2)
- Die Staatskapelle Weimar — das Orchester — Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar, abgerufen am 29. August 2026
- Geschichte des Deutschen Nationaltheaters — Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar, abgerufen am 29. August 2026
Persönlichkeiten
Persönlichkeiten
1864–1949 • Komponist • Dirigent
Er dirigierte die Uraufführung im vierten Jahr als zweiter Kapellmeister des Hauses, ein Jahr vor der seines eigenen „Guntram“ auf derselben Bühne.
Historische Orte
Historische Orte
Theaterplatz 2, 99423 Weimar
Dieses Haus, damals das Hoftheater, gab die Uraufführung, und zwar im Bau vor dem heutigen.
Epoche
1832–1918
Das letzte große musikalische Ereignis der Epoche, dreiundvierzig Jahre nach der „Lohengrin“-Uraufführung und im selben Haus.