Das Weimarer Dreieck wird gegründet
Zwei Jahre nach dem Mauerfall trafen sich hier die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens und unterzeichneten eine Erklärung zur Zukunft Europas. Das Format trägt bis heute den Namen der Stadt.
28. und 29. August 1991
Hans-Dietrich Genscher für Deutschland, Roland Dumas für Frankreich und Krzysztof Skubiszewski für Polen kamen Ende August 1991 an zwei Tagen in Weimar zusammen und begründeten, was seither das Weimarer Dreieck heißt.[1] Der Zeitpunkt ist die Sache selbst: Deutschland war eben wiedervereinigt, Polen eben aus der kommunistischen Herrschaft heraus, und niemand wusste, was aus der östlichen Hälfte des Kontinents werden würde.
Was sie unterzeichneten
Das Dokument ist eine gemeinsame Erklärung der drei Außenminister zur Zukunft Europas, und das Auswärtige Amt veröffentlicht sie bis heute. Sie beginnt: „Europa steht an einem historischen Wendepunkt seiner Geschichte. Seine Völker und Staaten haben den Weg zu neuen Formen des Zusammenlebens beschritten.“[2] Das ist genau der Ton von 1991 — ein Satz von Leuten, die sahen, dass sich die Ordnung änderte, und noch nicht sehen konnten, wohinein.
Warum hier
Ein Treffen zwischen Deutschland, Frankreich und Polen über die Gestalt Europas hätte in jeder der drei Hauptstädte stattfinden können. Es fand in einer kleinen thüringischen Stadt statt, deren Name bereits für einen deutschen Versuch mit der Republik stand — und zugleich für das, was acht Jahre später kam. Weimar 1991 zu wählen hieß dasselbe wie Weimar 1919 zu wählen: den Namen zu nehmen und alles, was an ihm hängt.
Quellen
- Weimarer-Dreieck-Preis — Stadt Weimar, abgerufen am 29. August 2026
- Gemeinsame Erklärung der Außenminister von Deutschland, Frankreich und Polen zur Zukunft Europas — Auswärtiges Amt, abgerufen am 29. August 2026
Epoche
1990–Gegenwart
Der deutlichste Fall, in dem dem wiedervereinigten Weimar seines Namens wegen eine Rolle in der europäischen Politik zufiel.