August von Goethe
Biografie
Das einzige der fünf Kinder Goethes, das erwachsen wurde. 1789 in Weimar als Sohn Goethes und Christiane Vulpius' geboren, studierte er Jura, diente dem Herzogtum als Kammerherr und Kammerrat, heiratete 1817 und starb 1830 in Rom — zwei Jahre vor seinem Vater.
Die vier, die nicht lebten
Seine Eltern hatten fünf Kinder. Die vier nach ihm geborenen — 1791, 1793, 1795 und 1802 — starben alle binnen Tagen nach der Geburt. August ist damit die gesamte nächste Generation, und alles an seiner Stellung folgt daraus, der Überlebende gewesen zu sein: die Ämter, die Ehe, der Haushalt, in dem er aufwuchs und den er nie verließ.
Eine Laufbahn im Schatten des Namens
Er war sachsen-weimarischer Kammerherr und Kammerrat, versah also ein Hofamt in dem Herzogtum, das sein Vater verwaltete, in der Stadt, die sein Vater berühmt gemacht hatte. Die Nachschlagewerke verzeichnen die Ämter und kaum mehr; der Sohn eines Denkmals bekommt weniger eine eigene Biographie als einen Satz Daten, angeheftet an die eines anderen.
Rom, 1830
1817 heiratete er in Weimar Ottilie von Pogwisch; vier Kinder gingen aus der Ehe hervor. 1830 starb er in Rom — in jener Stadt, die sein Vater zum Ziel der berühmtesten deutschen Reise der Epoche gemacht hatte —, und seine Witwe empfand seinen Tod, so die Neue Deutsche Biographie, als Befreiung. Begraben liegt er fern von Weimar; sein Vater überlebte ihn um zwei Jahre.
Verbundene Orte in Weimar
Frauenplan 1, 99423 Weimar
Der Haushalt am Frauenplan, in dem er aufwuchs und als Erwachsener lebte.
Historischer Kontext
Die zweite Generation der Epoche — und der Beleg dafür, wie es war, in sie hineingeboren zu werden.
Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.
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1830
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