Carl August

Auch bekannt als: Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach

17571828
deutsch
HerzogMäzen

Biografie

Carl August war Herzog und später Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach und bereitete mit aufgeklärter Regierung den Weg für Weimars klassische Epoche. 1757 in Weimar geboren, erbte er das Herzogtum als Jugendlicher. Unter dem Einfluss seiner Mutter Anna Amalia und seines Lehrers Christoph Martin Wieland wuchs er zu einem fortschrittlichen Herrscher heran. 1775, kurz nach Regierungsantritt, holte er den jungen Goethe an seinen Hof — ein Schritt, der den kulturellen Aufstieg der Stadt auslöste. Unprätentiös und geistig neugierig, verband ihn mit Goethe eine lebenslange Freundschaft; er machte ihn zum Geheimrat und ließ ihn nobilitieren. Er gab Goethe und dessen Kreis Freiheit und Rückhalt und nahm selbst an Gesprächen über Kunst, Wissenschaft und Staatskunst teil. Sein Hof zog Talente an — Schiller, Herder und andere — und wurde zum Laboratorium aufgeklärter Reformen. Er modernisierte die Verwaltung, gründete Einrichtungen wie die Freie Zeichenschule und öffnete Parks und Bibliotheken für die Öffentlichkeit. Ungewöhnlich für einen deutschen Fürsten, verkehrte er mit Schriftstellern auf Augenhöhe. Politisch blieb Weimar unbedeutend, kulturell wurde es führend. 1815, nach Napoleons Niederlage, wurde er zum Großherzog erhoben. Bei seinem Tod 1828 galt Weimar als geistige Hauptstadt.

Werke & Leistungen

Weimarer Verfassung von 1816 (frühe liberale Verfassung)

Förderung Goethes und Schillers

Verbundene Orte in Weimar

Park an der Ilm, 99425 Weimar

Ließ den Park anlegen und durchstreifte ihn oft mit Goethe; ein Denkmal für ihn steht im Park

Beleg: Der Park an der Ilm entstand ab 1778 unter Carl August gemeinsam mit Goethe

Theaterplatz, 99423 Weimar

Als Großherzog förderte er das Andenken an Goethe und Schiller; das Denkmal wurde unter seinem Sohn enthüllt

Beleg: Das Denkmal (1857) steht in der Tradition seines Mäzenatentums, wurde aber nach seinem Tod eingeweiht

Historischer Kontext

Weimarer Klassik17751832

Herzog (später Großherzog), der 1775 Goethe holte und Schiller und Herder förderte; seine Regierung steht für das Klassische Weimar

Historischer Beleg: Der junge Herzog Carl August holte Goethe 1775 nach Weimar

Als Weimarer Klassik bezeichnet man die Blüte von Literatur und Kultur im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Sie begann 1775, als der junge Herzog Carl August Johann Wolfgang von Goethe nach Weimar holte. Goethe traf hier auf Johann Gottfried Herder, Christoph Martin Wieland und später Friedrich Schiller — gemeinsam machten sie aus dem Hof ein geistiges Zentrum. Unter der aufgeklärten Förderung von Herzogin Anna Amalia und Herzog Carl August wurde Weimar zum Inbegriff humanistischer Werte, klassischer Kunst und literarischer Leistung. In dieser Zeit entstanden Werke von bleibender Bedeutung — Goethes „Faust“, Schillers „Wilhelm Tell“ —, und zusammen mit Herder und Wieland begründeten sie eine neue deutsche Kultur auf den Idealen der Aufklärung. Die kleine Stadt hatte Salons, ein Theater (ab 1791 unter Goethes Leitung) und ein reges Kunstleben. Auch Architektur und Landschaft gehörten dazu: Goethe wirkte an der Gestaltung des Parks an der Ilm und am klassizistischen Umbau des Stadtschlosses mit. Ihren Höhepunkt erreichte die Weimarer Klassik um 1800 — sinnbildlich in der Freundschaft von Goethe und Schiller (1794–1805) — und sie endete mit Goethes Tod 1832. Ihr kulturelles Erbe reicht weit über die Stadt hinaus; die UNESCO würdigte es später als „Klassisches Weimar“.

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Kurzprofil

Geboren:

1757

Gestorben:

1828

Nationalität:

deutsch

Rollen:
HerzogMäzen