Park an der Ilm
Über diesen Ort
Der Park an der Ilm ist ein 48 Hektar großer Landschaftsgarten am Fluss, am Rand der Weimarer Altstadt, ab 1776 unter Goethes maßgeblicher Einflussnahme und ab 1778 am westlichen Ilmhang durch Herzog Carl August angelegt, mit Goethes Gartenhaus, dem Römischen Haus, dem Tempelherrenhaus und dem Liszt-Haus darin. Seit 1998 Teil des UNESCO-Welterbes „Klassisches Weimar“, ist er ganzjährig zugänglich, der Eintritt frei.
Gärten vor dem Park, 14. Jahrhundert–1685
Lange vor dem Landschaftspark gab es Gärten an der Ilm: die Schlossgärten mit dem Baumgarten am Schwansee um 1370, ab 1685 einen Sterngarten und den Welschen Garten, einen Barockgarten.[1]
Ein Landschaftsgarten, ab 1776
Die Gestaltung des Parks begann 1776 unter maßgeblicher Einflussnahme Goethes im Stil eines sentimentalen englischen Landschaftsgartens; im Frühjahr desselben Jahres erwarb er das nach ihm benannte Gartenhaus am Osthang des Parks.[1] Ab 1778 folgte die Gestaltung des westlichen Ilmhangs mit seinen Gehölzkulissen, Spazierwegen und Parkarchitekturen.[2] Herzog Carl August und Goethe schufen ein begehbares Kunstwerk mit abwechslungsreichen Landschaftsbildern, Parkarchitekturen und Sitzgelegenheiten, das bis heute der Erholung, der Bildung und dem ästhetischen Naturgenuss dient.[2]
Was darin steht, 1778–1923
Der älteste erhaltene Teil des Parks ist die Felsentreppe, das Nadelöhr; das Borkenhäuschen von 1778 war ein Rückzugsort Carl Augusts, der Schlangenstein von 1787 stammt von Martin Gottlieb Klauer.[1] 1782 ließ Carl August am Westufer der Ilm aus einer fünf Meter hohen Travertinplatte den Dessauer Stein errichten, zur Erinnerung an seine Freundschaft mit dem Fürsten von Dessau.[1] Das Römische Haus wurde 1791 bis 1798 als Gartenhaus für den Herzog gebaut.[1] Später kamen das Tempelherrenhaus, das Liszt-Haus, das 1904 aufgestellte Shakespeare-Denkmal von Otto Lessing — das erste auf europäischem Festland —, die 1912 entstandene Kopie des Euphrosyne-Denkmals und am Parkrand das Haus Am Horn hinzu.[2][1]
Welterbe, 1998, und der Besuch heute
Der Park steht beispielhaft für die Entwicklung des europäischen Landschaftsparks und wurde 1998 als Bestandteil der Welterbestätte „Klassisches Weimar“ in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.[2][1] Er erstreckt sich beiderseits der Ilm über 1,6 Kilometer bei rund 300 Metern Breite; er ist ganzjährig zugänglich, der Eintritt ist frei.[1][2]
Was Besucher fragen
- Wie groß ist der Park an der Ilm?
- 48 Hektar, beiderseits der Ilm über 1,6 Kilometer Länge und rund 300 Meter Breite.
- Wer hat den Park angelegt?
- Herzog Carl August und Goethe: Die Gestaltung begann 1776 unter Goethes maßgeblicher Einflussnahme, ab 1778 wurde der westliche Ilmhang mit Gehölzkulissen, Spazierwegen und Parkarchitekturen gestaltet.
- Was gibt es im Park zu sehen?
- Goethes Gartenhaus, das Römische Haus, das Tempelherrenhaus und das Liszt-Haus; das Borkenhäuschen, den Schlangenstein, den Dessauer Stein, das Shakespeare-Denkmal von 1904 und das Euphrosyne-Denkmal; am Parkrand das Haus Am Horn.
- Ist der Park geöffnet, und kostet er Eintritt?
- Er ist ganzjährig zugänglich, und der Eintritt ist frei.
- Ist der Park UNESCO-Welterbe?
- Ja, seit 1998, als Bestandteil des Ensembles „Klassisches Weimar“.
Verbundene Persönlichkeiten
Verleger • Unternehmer • Hofbeamter
Er arbeitete dessen Entwürfe mit Goethe aus.
Dichter • Staatsmann • Naturforscher
Ab 1778 legte er den Park gemeinsam mit Carl August an; sein Gartenhaus steht darin.
Herzogin • Großherzogin
Das Borkenhäuschen am Ilmhang ist, was vom Luisenkloster blieb, das Goethe 1778 zu ihrem Namenstag errichten ließ.
Herzog • Großherzog • Mäzen
Mit Goethe legte er den Park ab 1776 an; ab 1778 den westlichen Hang, und das Borkenhäuschen jenes Jahres war sein Rückzugsort.
Quellen (2)
- Park an der Ilm — Wikipedia (de), abgerufen am 30. August 2026
- Park an der Ilm — Klassik Stiftung Weimar, abgerufen am 30. August 2026
Besuchsinformationen
Eintritt frei
Ganzjährig zugänglich
Park an der Ilm, 99425 Weimar
50.9731, 11.3364
Übernachten und essen in der Nähe
Übernachten
Beethovenplatz 1-2, 99423 Weimar
Die Komfortzimmer blicken zum Park an der Ilm.
Belvederer Allee 25, 99425 Weimar
Das Hotel steht direkt gegenüber dem Park.
Veranstaltungen an diesem Ort
Veranstaltungen
Freitags 18 Uhr, samstags 16 Uhr, rund neunzig Minuten
Unter Goethes Einfluss angelegt und Teil der Strecke.
Täglich 10 und 14 Uhr, rund zwei Stunden
Der Weg fällt auf halber Strecke in den Park.
Freitags und samstags ab 20:30 Uhr, 21. März bis 1. November
Der Weg fällt in den Park ab, bevor er zum Schloss wieder ansteigt.
Ein Tag im Juni
Der Park bildet mit dem Römischen Haus eine Liegenschaft — die Landschaft, die Goethe ab 1778 mit anlegen ließ.
Der Samstag des Zwiebelmarkts, im Oktober
Etwa die Hälfte jeder Runde läuft auf den befestigten Wegen des Parks.
Zweites Oktoberwochenende, jedes Jahr
Der Stadtlauf am Samstag verlässt die Straßen und führt durch den Park.
In Weimars Geschichte
Historische Orte
Marienstraße 17, 99423 Weimar
Das Haus steht am Rand des Parks an der Ilm — es war Hofgärtnerhaus, bevor es Liszts Wohnung wurde.
Park an der Ilm, 99425 Weimar
Goethes Haus am Osthang des Parks, im Frühjahr 1776 erworben.
Park an der Ilm, 99423 Weimar
Die Stollen verlaufen zwölf Meter unter dem Park; der Zugang liegt in ihm.
Park an der Ilm, 99423 Weimar
Das Reithaus steht im Park, ein Stück entfernt von den Gebäuden, die die Schule in der Stadt nutzte.
Park an der Ilm, 99423 Weimar
Es steht im Park über den Ilmwiesen und bewahrt heute dessen originale Plastiken.
Epochen
Der Landschaftsgarten, den ein Herzog und sein Geheimrat aus dem Flusstal machten — und die Kulisse, um die die Häuser der Epoche stehen.
Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.
In Weimars Geschichte
Zweimal in drei Jahren setzte das Welterbekomitee Weimar auf seine Liste: am 7. Dezember 1996 die Bauhaus-Bauten, am 2. Dezember 1998 die elf Denkmäler des Klassischen Weimar.
Der Park mit Römischem Haus, Goethes Gartenhaus und seinem Garten ist seit 1998 eines der elf Denkmäler des Klassischen Weimar.