Johann Wolfgang von Goethe
Auch bekannt als: Goethe
Biografie
Johann Wolfgang von Goethe ist der Grund, warum Weimar Weimar ist. 1775 kam er mit sechsundzwanzig, als Verfasser des Werther schon berühmt, auf Einladung des jungen Herzogs Carl August — und blieb bis zu seinem Tod 1832: siebenundfünfzig Jahre, in denen er Minister des Herzogtums war, Leiter seines Theaters, ein Naturforscher von Rang und der Dichter, der in dieser Stadt die Iphigenie, den Tasso, den Wilhelm Meister, die Wahlverwandtschaften, den Divan und beide Teile des Faust schrieb. Sein Haus am Frauenplan, fast fünfzig Jahre lang sein Zuhause, ist heute das Goethe-Nationalmuseum; sein Gartenhaus steht in dem Park, den er mit angelegt hat; sein Sarg in der Fürstengruft, neben dem Schillers.
Wie er nach Weimar kam, 1774–1782
Im Dezember 1774 führte Karl Ludwig von Knebel ihn in Frankfurt mit dem Erbprinzen Carl August zusammen — eine Bekanntschaft, die die Neue Deutsche Biographie schicksalhaft nennt —, und im Jahr darauf folgte die Berufung. Am 11. Juni 1776 ernannte ihn der Herzog zum Geheimen Legationsrat mit Sitz und Stimme im Geheimen Consilium, 1779 wurde er Geheimer Rat, und am 10. April 1782 erhielt er auf Antrag des Herzogs vom Kaiser das Adelsdiplom. 1776 schenkte Carl August ihm das Gartenhaus im Park; 1782 zog er als Mieter in das Haus am Frauenplan und blieb dort fast fünfzig Jahre.
Was er hier schrieb, 1779–1832
Das erste Weimarer Jahrzehnt brachte die Prosa-Iphigenie vom 6. April 1779, den ersten Tasso von 1780/81 und die Arbeit am Egmont; dann brach er am 3. September 1786 nach Italien auf, erreichte Rom am 29. Oktober und kehrte am 18. Juni 1788 zurück. Die Reise veränderte das Werk: die Iphigenie in Versen 1787, der Egmont 1788, der Tasso 1790 und im selben Jahr der Faust als Fragment im Druck. Wilhelm Meisters Lehrjahre erschienen 1795/96; Faust I ging zur Leipziger Ostermesse 1808 in Druck; die Wahlverwandtschaften entstanden 1808 und 1809 und kamen im Oktober 1809 heraus; der West-östliche Divan von 1819 wuchs aus der Lektüre des Hafis und dem Briefwechsel mit Marianne von Willemer, von der einige seiner Gedichte stammen. Von 1825 bis zum Sommer 1831 vollendete er den zweiten Teil des Faust, ließ das Manuskript versiegeln, damit es erst nach seinem Tod geöffnet werde — 1832 erschien es.
Der Naturforscher, 1784–1810
1784 fand er den Zwischenkieferknochen am menschlichen Schädel, und aus Italien brachte er 1788 den Gedanken mit, dass alle Teile einer Pflanze Abwandlungen einer Grundform sind — 1790 in Gotha erschienen als Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären. Zwanzig Jahre Versuche mit dem Licht wurden Zur Farbenlehre, erschienen am 16. Mai 1810 — das Werk, das er über seine Dichtung stellte: In seinem Jahrhundert, sagte er zu Eckermann, sei er in dieser schwierigen Wissenschaft der einzige, der das Rechte wisse, und darauf tue er sich etwas zugute. Die Ausstellung des Goethe-Nationalmuseums, Lebensfluten – Tatensturm, zeigt ihn auch so: als Naturforscher, Zeichner und Sammler.
Was er baute und leitete, 1789–1817
Er führte Dinge aus. Ab 1789 leitete er den klassizistischen Wiederaufbau des Residenzschlosses nach dem Brand, Arens, Thouret und Gentz arbeiteten unter ihm; zwischen 1792 und 1797 beaufsichtigte er den Bau des Römischen Hauses im Park für den Herzog, und die Entwürfe für den Park an der Ilm arbeitete er mit dem Verleger Friedrich Justin Bertuch aus. 1791 übertrug Carl August ihm das neue Hoftheater, das er mit Ifflands „Die Jäger“ eröffnete und bis 1817 leitete. Vieles von dem, was man heute in Weimar durchschreitet, ist unter seiner Hand entstanden.
Napoleon, 1808–1813
Weimars Minister stand dem Herrn Europas gegenüber. Als Napoleon und Zar Alexander I. vom 27. September bis 14. Oktober 1808 die Rheinbundfürsten in Erfurt um sich versammelten, ließ der Kaiser Goethe am 2. Oktober ins Gouvernementsgebäude holen. Man sprach über das französische Theater und über Literatur, und Napoleon eröffnete mit drei Worten: „Vous êtes un homme“. Zwölf Tage später nahmen Goethe und Wieland aus der Hand des Kaisers die Ehrenlegion entgegen. Goethes Bewunderung für Napoleon wuchs mit den Jahren noch, den Orden aber trug er nur, bis sich das Blatt wendete: Nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 zwang ihn ein in seinem Haus einquartierter österreichischer General, ihn abzulegen.
Charlotte, Christiane, Schiller, 1776–1805
Fast elf Jahre war Charlotte von Stein seine wichtigste Bezugsperson in Weimar, über 1.600 Briefe von ihm an sie sind erhalten; nach Italien zerbrach das Verhältnis, als er sich im Juli 1788 Christiane Vulpius zuwandte, die er 1806 heiratete. Er spielte an der Seite Corona Schröters und schrieb die Iphigenie auf sie hin. Die Freundschaft, die am meisten zählte, begann 1794 nach einem Vortrag in Jena, als Schillers zwei Briefe vom 23. und 31. August ihn gewannen: Die Xenien von 1796 sind ihr gemeinsames Werk, und von 1799 bis zu Schillers Tod 1805 führten die beiden die Weimarer Bühne zusammen — die Jahre, die die Stadt ihre klassischen nennt.
Die Fürstengruft, 1832
Am 22. März 1832 starb er im Haus am Frauenplan und wurde am 26. März in die Fürstengruft getragen, in die Grablege des regierenden Hauses, neben Schiller — eine Ehre fast ohne Vorbild für einen Schriftsteller und der Grund, warum ein herzogliches Mausoleum Ziel literarischer Wallfahrt ist. Das Haus selbst, mit Arbeitszimmer, Bibliothek und Sammlungen, ist das Goethe-Nationalmuseum; das Gartenhaus steht im Park; die Stadt hat ihn seither in ihrer Mitte behalten.
Was Besucher fragen
- Wo hat Goethe in Weimar gewohnt?
- In zwei Häusern. Von 1776 bis 1782 im Gartenhaus im Park an der Ilm, einem Geschenk Herzog Carl Augusts; von 1782 bis zu seinem Tod 1832 im Haus am Frauenplan, zunächst zur Miete — heute das Goethe-Nationalmuseum mit seinem Arbeitszimmer, seiner Bibliothek und seinen Sammlungen.
- Wie lange hat Goethe in Weimar gelebt?
- Siebenundfünfzig Jahre: 1775 kam er mit sechsundzwanzig, am 22. März 1832 starb er im Haus am Frauenplan.
- Welche Werke hat Goethe in Weimar geschrieben?
- Fast das ganze reife Werk: die Iphigenie (1787), den Egmont (1788), den Tasso (1790), Wilhelm Meisters Lehrjahre (1795/96), Faust I (1808), Die Wahlverwandtschaften (1809), den West-östlichen Divan (1819) und Faust II, vollendet 1831 — dazu die Metamorphose der Pflanzen (1790) und die Farbenlehre (1810). Der Werther, der ihn berühmt machte, entstand vor Weimar.
- Was hat Goethe in Weimar außer dem Schreiben getan?
- Er war ab 1776 Minister des Herzogtums, leitete von 1791 bis 1817 das Hoftheater, führte den Wiederaufbau des Schlosses nach dem Brand, beaufsichtigte den Bau des Römischen Hauses und legte mit Bertuch den Park an der Ilm an — und arbeitete als Naturforscher an Botanik, Anatomie und der Lehre von den Farben.
- Wo ist Goethe begraben?
- In der Fürstengruft auf dem Historischen Friedhof, der Grablege des herzoglichen Hauses, wo er am 26. März 1832 neben Schiller beigesetzt wurde.
- Kann man Goethes Wohnhaus besichtigen?
- Ja. Das Haus am Frauenplan ist das Goethe-Nationalmuseum, geöffnet Dienstag bis Sonntag, mit den Räumen, wie er sie hinterließ, und der Dauerausstellung Lebensfluten – Tatensturm über Goethe als Dichter, Naturforscher, Zeichner und Sammler. Auch das Gartenhaus im Park ist zu besichtigen.
Bekannte Zitate
“Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.”
“Ein edler Mensch zieht edle Menschen an und weiß sie festzuhalten.”
“Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.”
Werke & Leistungen
Faust (Erster und Zweiter Teil)
Wilhelm Meisters Lehrjahre
Die Leiden des jungen Werthers
Götz von Berlichingen
Iphigenie auf Tauris
Hermann und Dorothea
Die Wahlverwandtschaften
West-östlicher Divan
Verbundene Orte in Weimar
Frauenplan 1, 99423 Weimar
1782 zog er als Mieter ein und wohnte hier bis zu seinem Tod 1832; heute Goethe-Nationalmuseum.
Park an der Ilm, 99425 Weimar
Ab 1778 legte er den Park gemeinsam mit Carl August an; sein Gartenhaus steht darin.
Park an der Ilm, 99425 Weimar
1776 schenkte ihm der Herzog das Haus; es war sechs Jahre lang seine Wohnung, bis er 1782 an den Frauenplan zog.
Fürstengraben 26, 07743 Jena
Als zuständiger Weimarer Minister veranlasste er 1794 die Gewächshäuser und das Inspektorhaus und verbrachte selbst viele Stunden im Garten.
Bad Berka, am Rande des Kurparks
Er unterstützte den Aufbau der Kuranlagen, empfahl den Bau und schrieb über das fertige Haus: „Eine höchst fröhliche Bewegung.“
Max-Krehan-Straße 2, 07774 Dornburg-Camburg
Er wohnte 1828, nach Carl Augusts Tod, zwei Monate in der Bergstube des Renaissanceschlosses und schrieb dort die Dornburger Gedichte.
Anger, 99084 Erfurt
Er ging im Haus Dacheröden am Anger ein und aus, dem Haus Karl Friedrich von Dacherödens.
Historischer Friedhof am Poseckschen Garten, 99423 Weimar
Am 26. März 1832 hier beigesetzt, neben Schiller.
Fürstengraben 26, 07743 Jena
Goethe verbrachte hier zwischen 1817 und 1830 mehr als 350 Tage, führte von hier aus die Oberaufsicht über die wissenschaftlichen Anstalten und ließ das Haus 1825–1827 neu bauen; die Ausstellung darin gilt seiner Naturforschung.
Theaterplatz, 99423 Weimar
Eine der beiden Figuren Rietschels, aufgestellt seit 1857.
Jenaer Straße 1, 99425 Weimar
Sein handschriftlicher Nachlass liegt hier und gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.
Am Markt 1 (Amtshaus), 98693 Ilmenau
Weimar
Die Stadt nennt sie seine Freundin und enge Vertraute; der Briefwechsel zwischen beiden entstand in diesem Haus.
Schillerstraße 9, 99423 Weimar
In den Cranachhaus-Jahren des Ladens häufiger Gast — er las auch das bei Hoffmann verlegte Wochenblatt.
Am Rollplatz 4, 99423 Weimar
In dieser Sakristei heiratete er am 19. Oktober 1806 Christiane Vulpius.
Park an der Ilm, 99423 Weimar
Er führte von 1792 bis 1797 die Bauaufsicht.
Schillerstraße 25, 07407 Rudolstadt
Schillergäßchen 2, 07745 Jena
Die beiden führten ihre abendlichen Gespräche am Steintisch im Garten — der Jenaer Teil der Freundschaft, die die Weimarer Klassik prägte.
Im Schlosshof 3, 07407 Großkochberg
Von 1775 bis 1788 häufiger Gast — er trug die Daten seiner Besuche hier mit Tinte auf einem Schreibtisch ein.
Burgplatz 4, 99423 Weimar
Er arbeitete von Anfang an in der Schlossbaukommission vom März 1789 mit, die das Schloss nach dem Brand von 1774 wiederaufbaute.
Hauptstraße 14, 99425 Weimar-Tiefurt
Einer der Gäste, die sie hier empfing; ein Raum trägt seinen Namen.
Schillerstraße 16, 99423 Weimar
Goethes Faust ist die letzte der Szenen, die das Museum aufzählt.
Historischer Kontext
1775 kam er auf Carl Augusts Berufung und blieb bis zu seinem Tod 1832 — die Epoche ist von seiner Lebenszeit begrenzt.
Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1749
1832
deutsch
Übernachten und essen in der Nähe
Übernachten
Goetheplatz 2, 99423 Weimar
Das Haus zählt Goethe zu den Gästen seiner frühen Jahre.
Essen & Trinken
Frauentorstraße 23, Weimar
Nach Angabe des Hauses war Goethe regelmäßig zu Gast; es zitiert ihn über sich selbst: „Der Weiße Schwan begrüßt Dich jederzeit mit offenen Flügeln.“
Auf der Bühne
Auf der Bühne
Sein Faust ist das Stück, das ausfällt — und dann aus der Souffleusen-Ecke neu erzählt wird.
Walter Hesse
Die andere Hälfte des Titels, und der Mann, dessen Theater ihre Weimarer Laufbahn ermöglichte und begrenzte.
Walter Hesse
Der Dichterfürst des Titels, der vergeblich einen Nachmittag am Faust arbeiten will.
Rainer Hauer
Sein Faust steht im Zentrum des Abends, und seine eigene Warnung vor der Figur steht in der Ankündigung des Hauses.
Einer der beiden Kontrahenten, vom Haus als „Universalgenie aus Frankfurt“ angekündigt.
Schauspiel · Johann Wolfgang von Goethe
Goethes eigenes Stück, in der Stadt, in der große Teile entstanden.
Veranstaltungen
Veranstaltungen
Freitags 18 Uhr, samstags 16 Uhr, rund neunzig Minuten
Täglich 10 und 14 Uhr, rund zwei Stunden
Zwei Tage im Jahr – Internationaler Frauentag und Buß- und Bettag
Eine der drei Gestalten, denen die Führungen dieses Tages folgen.
Freitags und samstags ab 20:30 Uhr, 21. März bis 1. November
Der Weg führt an seiner Haustür am Frauenplan und an der der Frau von Stein in der Seifengasse im selben Zug vorbei — darin liegt die Pointe des Rundgangs über die Maßstäbe.
Läuft über den größten Teil des Jahres, im Archiv
Es geht um die Verwaltung seines eigenen Nachruhms, erzählt an den Dokumenten, mit denen er ihn formte.
Persönlichkeiten
Persönlichkeiten
1797–1849 • Schriftstellerin
Eine lebenslange Freundschaft; sie nannte ihn „Vater“.
1789–1830 • Kammerherr • Kammerrat • Jurist
Sein Vater, den er um zwei Jahre nicht überlebte.
1777–1848 • Schauspielerin • Sängerin
Er war ihr Intendant, lobte ihren Bühneninstinkt, fand sie unführbar — und verließ 1817 das Theater.
1742–1827 • Hofdame • Autorin
Fast elf Jahre seine wichtigste Bezugsperson in Weimar und Empfängerin von über 1.600 seiner Briefe — bis zum Zerwürfnis von 1788.
1762–1827 • Romanautor • Dramaturg • Bibliothekar
Sein Protektor: Laut NDB etablierte er sich erst durch Goethes Protektion ab 1790 als Dramaturg.
1765–1816 • Gefährtin • Ehefrau Goethes
Seit der Begegnung am 12. Juli 1788 seine Gefährtin, ab dem 19. Oktober 1806 bis zu ihrem Tod seine Ehefrau; Mutter seines Sohnes August.
1775–1845 • Architekt • Oberbaudirektor
Goethe berief ihn Ende 1815 nach Weimar; die beiden wurden Freunde, und 1832 war Coudray Augenzeuge von Goethes letzten Stunden.
1751–1802 • Sängerin • Schauspielerin • Komponistin
Er holte sie 1776 nach Weimar, spielte an ihrer Seite und formte die Iphigenie nach ihr — sie gab die Titelrolle der ersten Aufführung, er den Orest.
1747–1822 • Verleger • Unternehmer • Hofbeamter
Sie arbeiteten die Entwürfe für den Park an der Ilm gemeinsam aus; die ADB sieht ihn in engster Verbindung zu Goethes Kreis.
1759–1805 • Dichter • Dramatiker • Historiker
Von 1799 bis zu Schillers Tod führten sie die Weimarer Bühne gemeinsam.
1774–1845 • Philologe • Bibliothekar • Herausgeber
Im September 1803 in dessen Haus aufgenommen; später Mitarbeit an „Wahlverwandtschaften“, „Farbenlehre“ und „Faust“, Herausgeber des Briefwechsels mit Zelter.
1737–1806 • Maler • Zeichenlehrer
Goethe schrieb anerkennend über seine Gabe, häusliche, freundschaftliche Runden porträthaft darzustellen.
1792–1854 • Schriftsteller • Herausgeber • Bibliothekar
1823 kam er in der Hoffnung auf eine Lektüre, blieb als redaktioneller Gehilfe und hielt die Gespräche von Goethes letzten neun Jahren fest.
1766–1838 • Schriftstellerin • Gastgeberin
Er gehörte ab 1806 zu den Stammgästen ihrer Teegesellschaften.
1768–1826 • Schriftsteller • Pädagoge • Philanthrop
Häufiger Umgang, geprägt von sachlichen und persönlichen Konflikten, die nie zum Bruch führten; Falk wirkte an dessen Farbenlehre mit.
1757–1828 • Herzog • Großherzog • Mäzen
Im Dezember 1774 lernte er ihn in Frankfurt kennen, holte ihn im November 1775 nach Weimar, machte ihn 1776 zum Geheimen Rat und übertrug ihm Schloss, Theater und Parks; beide liegen in derselben Gruft.
1744–1834 • Lyriker • Übersetzer • Prinzenerzieher
Er machte Goethe im Dezember 1774 in Frankfurt mit dem Erbprinzen bekannt[^ndb-knebel] — die Begegnung, die Goethe nach Weimar brachte — und blieb sechzig Jahre sein Freund.
1757–1830 • Herzogin • Großherzogin
Er schrieb ihr „Lila“, den „Planetentanz“ und das Luisenfest, ließ 1778 zu ihrem Namenstag das Luisenkloster bauen und überreichte ihr 1825 die Medaille für die Rettung Weimars.
1796–1872 • Herausgeberin • Gastgeberin
Ihr Schwiegervater, in dessen Haus sie den Haushalt führte und dessen Erbe sie vierzig Jahre nach seinem Tod verteidigte.
1824–1897 • Großherzogin • Sammlerin • Archivgründerin
1885 wurde sie Alleinerbin seines handschriftlichen Nachlasses und machte daraus ein öffentliches Archiv statt eines Familienbesitzes.
In Weimars Geschichte
In Weimars Geschichte
Im Dezember 1774 führte ein Erzieher des Weimarer Hofes auf einer Reise nach Frankfurt den Erbprinzen mit einem jungen Juristen zusammen, der einen anstößigen Roman geschrieben hatte.
Er war fünfundzwanzig; die folgende Berufung brachte ihn für den Rest seines Lebens nach Weimar.
Am 7. November 1775 brachte eine Kutsche aus Frankfurt den sechsundzwanzigjährigen Verfasser des Werther in eine Stadt von sechstausend Einwohnern. Er wollte kurz zu Besuch bleiben – und blieb sein Leben lang.
Er kam am 7. November 1775 mit sechsundzwanzig zu einem kurzen Besuch und blieb bis zu seinem Tod 1832.
Am Osterdienstag 1779 wurde Goethes Iphigenie erstmals in der Prosafassung gegeben — Corona Schröter in der Titelrolle, Goethe selbst als Orest.
Er schrieb das Stück und trat darin als Orest auf.
Der Herzog übergab dem berühmtesten Schriftsteller der Stadt ein Theater – und eröffnet wurde es mit einem Publikumserfolg von jemand anderem.
Ihm wurde die Leitung übertragen, und er eröffnete das Haus mit Ifflands „Die Jäger“.
Er starb im Arbeitszimmer unter dem Dach seines eigenen Hauses, drei Jahre nach dem Kauf — und wurde in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai in einer Gruft beigesetzt, die der Hof für Standespersonen ohne eigenes Grab bereithielt.
Er beendete die sechs Jahre, in denen beide gemeinsam die Weimarer Bühne führten.
Vom 27. September bis 14. Oktober 1808 trafen sich Napoleon und Zar Alexander I. mit den Rheinbundfürsten in Erfurt — und am 6. Oktober kam der Kongress nach Weimar.
Goethe sprach Napoleon am 2. Oktober 1808 in der Erfurter Statthalterei und am 6. Oktober in Weimar und erhielt am 14. Oktober die Ehrenlegion.
Bühnen und Spielstätten
Theaterplatz 2, 99423 Weimar
Er leitete die Weimarer Bühne; 1948 wurde das Haus mit seinem »Faust« wiedereröffnet.
Er wohnte hier fast fünfzig Jahre, von 1782 bis zu seinem Tod 1832.
Schopenhauerstraße 2, 99423 Weimar
Sein Faust II steht auf dem Spielplan — von einem jungen Ensemble auseinandergenommen, unter dem Titel Game Over.
Lucas-Cranach-Haus, Markt 11/12, 99423 Weimar
Ihm gehört der Spielplan: drei Faust-Abende, der junge Werther, die Frauen um ihn.
UNESCO-Platz 1, 99423 Weimar
Die erste Halle wurde 1932 eingeweiht, zu seinem 100. Todestag.
Rund um Weimar
Südlich
Er unterstützte nach dem Quellenfund von 1813 den Aufbau der Kuranlagen; das Coudray-Haus entstand auf seine Empfehlung.
19 km Östlich
Goethe verbrachte mehr als fünf Jahre in Jena, widmete der Universität sein amtliches und persönliches Interesse und schloss hier 1794 die Freundschaft mit Schiller.