Johann Wolfgang von Goethe
Auch bekannt als: Goethe
Biografie
Goethe ist die überragende Gestalt der Weimarer Geschichte — Dichter, Dramatiker, Denker und Staatsmann, der die kulturelle Blüte der Stadt prägte. 1775 folgte der 26-Jährige der Einladung Herzog Carl Augusts und blieb Weimar bis zu seinem Lebensende verbunden. Im Dienst des Herzogtums bekleidete er viele Ämter: Geheimrat, Theaterdirektor, Minister, zuständig für Bergbau ebenso wie für Hochschulfragen. Unter seinem Einfluss wurde Weimar zum Zentrum der deutschen Klassik. Mit Friedrich Schiller verband ihn eine berühmte Freundschaft, mit Herder und Wieland eine enge Zusammenarbeit. Sein literarisches Werk in Weimar ist gewaltig — von Gedichten und Aufsätzen über „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ bis zum „Faust“ (Erster Teil 1808 erschienen). Daneben betrieb er naturwissenschaftliche Studien zu Botanik und Optik und schrieb Werke wie „Die Metamorphose der Pflanzen“. Schon zu Lebzeiten zog seine Gegenwart Talente und Reisende an. Nach Schillers Tod blieb Goethe der kulturelle Mittelpunkt der Stadt, bis er 1832 in seinem Haus am Frauenplan starb; beigesetzt wurde er in der Fürstengruft, neben Schiller. Sein Erbe prägt Weimar bis heute: Sein Wohnhaus und seine Sammlungen bilden das Goethe-Nationalmuseum, und oft ist von „Goethes Weimar“ die Rede.
Bekannte Zitate
“Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.”
“Ein edler Mensch zieht edle Menschen an und weiß sie festzuhalten.”
“Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.”
Werke & Leistungen
Faust (Erster und Zweiter Teil)
Wilhelm Meisters Lehrjahre
Die Leiden des jungen Werthers
Götz von Berlichingen
Iphigenie auf Tauris
Hermann und Dorothea
Die Wahlverwandtschaften
West-östlicher Divan
Verbundene Orte in Weimar
Frauenplan 1, 99423 Weimar
Bewohnte dieses Haus von 1782 bis zu seinem Tod; heute Goethe-Nationalmuseum
Beleg: Goethe wohnte jahrzehntelang am Frauenplan 1 (1782–1832), heute Museum
Park an der Ilm, 99425 Weimar
Regte den Landschaftspark an und gestaltete ihn mit; sein Gartenhaus liegt darin
Beleg: Goethe plante Teile des Parks an der Ilm und wohnte dort im Gartenhaus
Im Park an der Ilm, 99425 Weimar
Wohnte hier nach seiner Ankunft in Weimar (1776–1782) und schrieb hier Gedichte
Beleg: Goethe bezog 1776 das Gartenhaus an der Ilm
Historischer Kontext
Zog 1775 nach Weimar und wurde zur zentralen Figur der Weimarer Klassik; prägte das kulturelle Leben unter Carl August
Historischer Beleg: Goethe nahm 1775 seinen Wohnsitz in Weimar und löste damit die Klassik aus
Als Weimarer Klassik bezeichnet man die Blüte von Literatur und Kultur im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Sie begann 1775, als der junge Herzog Carl August Johann Wolfgang von Goethe nach Weimar holte. Goethe traf hier auf Johann Gottfried Herder, Christoph Martin Wieland und später Friedrich Schiller — gemeinsam machten sie aus dem Hof ein geistiges Zentrum. Unter der aufgeklärten Förderung von Herzogin Anna Amalia und Herzog Carl August wurde Weimar zum Inbegriff humanistischer Werte, klassischer Kunst und literarischer Leistung. In dieser Zeit entstanden Werke von bleibender Bedeutung — Goethes „Faust“, Schillers „Wilhelm Tell“ —, und zusammen mit Herder und Wieland begründeten sie eine neue deutsche Kultur auf den Idealen der Aufklärung. Die kleine Stadt hatte Salons, ein Theater (ab 1791 unter Goethes Leitung) und ein reges Kunstleben. Auch Architektur und Landschaft gehörten dazu: Goethe wirkte an der Gestaltung des Parks an der Ilm und am klassizistischen Umbau des Stadtschlosses mit. Ihren Höhepunkt erreichte die Weimarer Klassik um 1800 — sinnbildlich in der Freundschaft von Goethe und Schiller (1794–1805) — und sie endete mit Goethes Tod 1832. Ihr kulturelles Erbe reicht weit über die Stadt hinaus; die UNESCO würdigte es später als „Klassisches Weimar“.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1749
1832
deutsch