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Historisches Haus
Erbaut 1776

Goethes Gartenhaus

Park an der Ilm, 99425 Weimar
Goethes Gartenhaus im Park an der Ilm im Herbst: das weiße Haus mit steilem Schieferdach jenseits des Flusses, links eine hohe Pappel, gelbes Laub

Goethes Gartenhaus von der anderen Ilmseite, im Oktober.

Goethes Gartenhaus von der anderen Ilmseite, im Oktober.(Weimar Web)
Die weite Ilmwiese im Park an der Ilm im Sommer unter Wolkenhimmel, am Rand zwischen den Bäumen klein Goethes Gartenhaus

Die Ilmwiese im Spätsommer, am Rand Goethes Gartenhaus.

Die Ilmwiese im Spätsommer, am Rand Goethes Gartenhaus.(Weimar Web)

Über diesen Ort

1776 schenkte der Herzog Goethe dieses Haus im Park, und hier wohnte er seine ersten sechs Weimarer Jahre, bis er 1782 in die Stadt zog. Ein kleines altes Haus in einer Wiese — genau das gefiel ihm daran.

Ein liebes Gärtgen vorm Thore, 1776

Er hat es selbst beschrieben, im Mai 1776 an die Gräfin Auguste zu Stolberg: „Hab ein liebes Gärtgen vorm Thore an der Ilm schönen Wiesen in einem Thale. ist ein altes Hausgen.“[1] Mehr ist es bis heute nicht, und darin liegt der Reiz: Der Bau wurde vermutlich im 16. Jahrhundert als Winzerhaus errichtet, und ein Sechsundzwanzigjähriger, der eben ein Hofamt angenommen hatte, bekam ihn zum Wohnen — der Kaufvertrag über den Garten auf dem Horn samt dem Gartenhaus datiert vom 22. April 1776, und Herzog Carl August machte ihm das Anwesen zum Geschenk.[1][2]

Der Erlkönig, und ein Lieblingsort fürs Leben, 1776–1832

Das Haus war 1776 Goethes erster eigener Wohnsitz in Weimar und bis zu seinem Umzug an den Frauenplan 1782 sein hauptsächlicher Wohn- und Arbeitsort; hier schrieb er die Ballade vom „Erlkönig“ und das Gedicht „An den Mond“, und unmittelbar nach dem Erwerb begann er mit der Neugestaltung des verwilderten Gartens.[1] Es blieb sein Lieblingsaufenthalt, den er pflegte und immer wieder besuchte — zum letzten Mal am 20. Februar 1832, einen Monat vor seinem Tod; in der Nähe des Hauses steht der Stein des guten Glücks.[2]

Wie aus einem Haus eine Wallfahrt wird, 1841–1886

Nach seinem Tod wurde der Ort fast sofort zum Ziel. Ab 1841 ließen seine Enkel Besucher ein, 1886 öffnete das Haus offiziell als Gedenkstätte.[1] Seit 1998 gehört es als Teil des Ensembles „Klassisches Weimar“ zum UNESCO-Welterbe.[2]

Der Besuch

Es liegt im Park an der Ilm, geöffnet in der Saison von Dienstag bis Sonntag, zehn bis achtzehn Uhr, im Winter geschlossen, während der Park ringsum ganzjährig zugänglich bleibt; Erwachsene zahlen 8 €, ermäßigt 6 €, Schülerinnen und Schüler von 16 bis 20 Jahren 3 €.[1]

Was Besucher fragen

Warum wohnte Goethe in einem Gartenhaus?
Herzog Carl August schenkte ihm das Haus 1776, kurz nachdem der Sechsundzwanzigjährige ein Hofamt angenommen hatte. Goethe beschrieb es selbst, in einem Brief im selben Mai, als ein liebes Gärtgen vorm Thore an der Ilm mit schönen Wiesen in einem Thale und einem alten Hausgen — genau das, was ihm daran gefiel.[1]
Wie lange wohnte er hier?
Sechs Jahre — von 1776 bis er 1782 in die Stadt zog, an den Frauenplan.[1]
Wann wurde es zum Museum?
Ab 1841 ließen seine Enkel Besucher ein, 1886 öffnete das Haus offiziell als Gedenkstätte.[1]
Kann man das Haus besichtigen?
Ja — Dienstag bis Sonntag, 10–18 Uhr, montags geschlossen und im Winter geschlossen.[1] Der Park an der Ilm ringsum bleibt auch dann ganzjährig zugänglich.

Verbundene Persönlichkeiten

Dichter • Staatsmann • Naturforscher

1776 schenkte ihm der Herzog das Haus; es war sechs Jahre lang seine Wohnung, bis er 1782 an den Frauenplan zog.

Quellen (2)

  1. Goethes Gartenhaus — Klassik Stiftung Weimar, abgerufen am 29. August 2026
  2. Goethes Gartenhaus — Wikipedia (de), abgerufen am 30. August 2026

Besuchsinformationen

Eintritt

8 € Erwachsene; 6 € ermäßigt; 3 € Schüler (16–20 Jahre)

Öffnungszeiten

Di–So 10–18 Uhr; montags geschlossen; im Winter geschlossen

Lage

Park an der Ilm, 99425 Weimar

50.9762, 11.3368

Offizielle Website

Veranstaltungen an diesem Ort

Veranstaltungen

Altstadtführung Klassisches Weimar

Freitags 18 Uhr, samstags 16 Uhr, rund neunzig Minuten

Sein erstes Haus hier, im Park.

Großer Stadtrundgang

Täglich 10 und 14 Uhr, rund zwei Stunden

Sein erstes Weimarer Haus, im Park.

UNESCO-Welterbetag

Ein Tag im Juni

Goethes erstes Weimarer Haus ist zusammen mit dem Garten eingeschrieben, den er selbst bewirtschaftete.

Weimarer Stadtlauf

Der Samstag des Zwiebelmarkts, im Oktober

Der Kurs führt im Parkabschnitt daran vorbei.

In Weimars Geschichte

Historische Orte

Park an der Ilm, 99425 Weimar

Goethes Haus am Osthang des Parks, im Frühjahr 1776 erworben.

Epochen

Weimarer Klassik1775–1832

Wo die zentrale Figur der Epoche tatsächlich wohnen wollte, bevor die Arbeit ihn an den Frauenplan zog.

Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.

In Weimars Geschichte

Am 7. November 1775 brachte eine Kutsche aus Frankfurt den sechsundzwanzigjährigen Verfasser des Werther in eine Stadt von sechstausend Einwohnern. Er wollte kurz zu Besuch bleiben – und blieb sein Leben lang.

Das Geschenk des Herzogs von 1776, Goethes erster eigener Wohnsitz in Weimar nach den vier Monaten bei Kalbs.

Zweimal in drei Jahren setzte das Welterbekomitee Weimar auf seine Liste: am 7. Dezember 1996 die Bauhaus-Bauten, am 2. Dezember 1998 die elf Denkmäler des Klassischen Weimar.

1998 mit dem Park an der Ilm als Teil des Klassischen Weimar eingetragen – einen Steinwurf vom Haus Am Horn der anderen Eintragung entfernt.