Friedrich Schiller
Auch bekannt als: Schiller
Biografie
Friedrich Schiller war einer der bedeutendsten deutschen Dichter und Dramatiker und wurde neben Goethe zur zentralen Figur der Weimarer Klassik. Der gebürtige Schwabe ließ sich 1799 auf Goethes Einladung in Weimar nieder. In den knapp sechs Jahren bis zu seinem frühen Tod entstanden einige seiner größten Dramen — „Maria Stuart“, „Die Jungfrau von Orleans“ und „Wilhelm Tell“ —, viele davon uraufgeführt am Weimarer Hoftheater unter Goethes Leitung. Die Zusammenarbeit der beiden — oft als das „Dioskurenpaar“ Weimars bezeichnet — war außerordentlich fruchtbar: Sie tauschten sich über Ästhetik aus und arbeiteten gemeinsam, etwa an den Xenien. Schillers leidenschaftliche, idealistische Werke ergänzten Goethes Schaffen; zusammen verkörperten sie die humanistischen und klassischen Ideale der Epoche. Schiller lehrte auch Geschichte und Philosophie und wurde 1802 geadelt. Mit seiner Familie wohnte er in einem Haus an der Schillerstraße — heute Schillers Wohnhaus und Museum —, wo er schrieb und Gäste empfing. Von Krankheit gezeichnet, starb Schiller 1805 mit 45 Jahren; Goethe und die Stadt trauerten tief. Zunächst in einem städtischen Gewölbe bestattet, wurden seine (mutmaßlichen) Gebeine später neben Goethe in der Fürstengruft beigesetzt. Sein Erbe ist in Weimar allgegenwärtig.
Bekannte Zitate
“Nur durch das Morgentor des Schönen drangst du in der Erkenntnis Land.”
“Die Würde der Menschheit ist in eure Hand gegeben; bewahret sie!”
“Lebe mit deinem Jahrhundert, aber sei nicht sein Geschöpf; leiste deinen Zeitgenossen, aber was sie bedürfen, nicht was sie loben.”
Werke & Leistungen
Wilhelm Tell
An die Freude
Maria Stuart
Kabale und Liebe
Die Jungfrau von Orleans
Über die ästhetische Erziehung des Menschen
Die Götter Griechenlands
Verbundene Orte in Weimar
Schillerstraße 12, 99423 Weimar
Lebte hier von 1802 bis 1805 mit seiner Familie; schrieb hier späte Werke
Beleg: Schiller wohnte von 1802 bis zu seinem Tod 1805 im Haus an der Schillerstraße
Theaterplatz, 99423 Weimar
In Bronze neben Goethe dargestellt; das Denkmal steht für ihre enge Verbindung in Weimar
Beleg: Rietschels Denkmal von 1857 zeigt Schiller und Goethe gemeinsam
Historischer Kontext
Lebte 1799–1805 auf Goethes Einladung in Weimar; arbeitete mit ihm in der Blütezeit der Klassik zusammen
Historischer Beleg: Die Freundschaft Goethe–Schiller in Weimar (1794 bis zu Schillers Tod)
Als Weimarer Klassik bezeichnet man die Blüte von Literatur und Kultur im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Sie begann 1775, als der junge Herzog Carl August Johann Wolfgang von Goethe nach Weimar holte. Goethe traf hier auf Johann Gottfried Herder, Christoph Martin Wieland und später Friedrich Schiller — gemeinsam machten sie aus dem Hof ein geistiges Zentrum. Unter der aufgeklärten Förderung von Herzogin Anna Amalia und Herzog Carl August wurde Weimar zum Inbegriff humanistischer Werte, klassischer Kunst und literarischer Leistung. In dieser Zeit entstanden Werke von bleibender Bedeutung — Goethes „Faust“, Schillers „Wilhelm Tell“ —, und zusammen mit Herder und Wieland begründeten sie eine neue deutsche Kultur auf den Idealen der Aufklärung. Die kleine Stadt hatte Salons, ein Theater (ab 1791 unter Goethes Leitung) und ein reges Kunstleben. Auch Architektur und Landschaft gehörten dazu: Goethe wirkte an der Gestaltung des Parks an der Ilm und am klassizistischen Umbau des Stadtschlosses mit. Ihren Höhepunkt erreichte die Weimarer Klassik um 1800 — sinnbildlich in der Freundschaft von Goethe und Schiller (1794–1805) — und sie endete mit Goethes Tod 1832. Ihr kulturelles Erbe reicht weit über die Stadt hinaus; die UNESCO würdigte es später als „Klassisches Weimar“.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1759
1805
deutsch