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Friedrich Schiller

Auch bekannt als: Schiller

1759–1805
deutsch
DichterDramatikerHistoriker

Biografie

Friedrich Schiller ist die andere Hälfte der Weimarer Klassik: der Dramatiker der Räuber, des Don Karlos, des Wallenstein und des Wilhelm Tell, der Dichter der Ode An die Freude, Professor für Geschichte in Jena und sechs Jahre lang Goethes Partner an der Weimarer Bühne. Im Dezember 1799 zog er nach Weimar, 1802 bezog er das Haus an der Esplanade und starb am 9. Mai 1805, mit fünfundvierzig, in dessen Arbeitszimmer unter dem Dach. Das Haus ist Museum, in Bronze steht er neben Goethe vor dem Theater, das beide führten, und sein Sarg in der Fürstengruft steht neben dem Goethes.

Von Marbach nach Mannheim, 1759–1782

Geboren am 10. November 1759 in Marbach am Neckar, kam er 1773 in die Militärakademie des Herzogs von Württemberg auf der Solitude, studierte Jura, dann Medizin, und schloss im Dezember 1780 mit einer medizinischen Dissertation ab. Am 13. Januar 1782 brachte das Mannheimer Theater Die Räuber zur Uraufführung; er war ohne Erlaubnis hingereist, fuhr im Mai noch einmal, und der Herzog verhängte vierzehn Tage Arrest. In der Nacht vom 22. auf den 23. September 1782 floh er mit seinem Freund Andreas Streicher aus Stuttgart und kehrte nie zurück.

An die Freude, Don Karlos, Jena, 1785–1791

In Leipzig traf er 1785 Christian Gottfried Körner, und aus dieser Freundschaft entstand im Sommer und Herbst desselben Jahres die Ode An die Freude — die Verse, die Beethoven in der Neunten vertonen sollte. Den Don Karlos vollendete er 1787 in Dresden. 1789 übernahm er eine Professur für Geschichte in Jena; der Andrang zu seiner Antrittsvorlesung am 26. Mai — was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? — sprengte den Hörsaal. Am 22. Februar 1790 heiratete er Charlotte von Lengefeld; im Januar 1791 erkrankte er an einer schweren Lungenentzündung, die nie ausheilte, und alles Weitere schrieb ein kranker Mann.

Goethe, 1794–1799

Die Freundschaft mit Goethe begann 1794, als Goethe die Mitarbeit an Schillers neuer Monatsschrift Die Horen zusagte und aus dem Briefwechsel eine Partnerschaft wurde: die Horen von 1795 bis 1797, der Musen-Almanach ab 1796, die gemeinsam geschriebenen Xenien von 1796 und die Balladen von 1797, dem Jahr, das Schiller sein Balladenjahr nannte. Der Wallenstein wuchs zwischen 1796 und 1799 zur Trilogie — sein bedeutendstes poetisches Werk, sagt die Neue Deutsche Biographie —, und im selben Jahr wurde Das Lied von der Glocke fertig.

Sechs Jahre in Weimar, 1799–1805

Am 3. Dezember 1799 zog er mit seiner Familie nach Weimar, um Goethe nahe zu sein und am Theater zu arbeiten, und von da an bis zu seinem Tod führten die beiden die Weimarer Bühne gemeinsam. Die Stücke kamen in rascher Folge: 1801 Maria Stuart und Die Jungfrau von Orleans, 1803 Die Braut von Messina, 1804 Wilhelm Tell. Am 7. September 1802 erhob ihn der Kaiser auf Antrag des Herzogs in den Reichsadelsstand; den Ehrentitel eines teutschen Shakespeare trug er schon zu Lebzeiten.

Das Haus an der Esplanade, 1802–1826

1802 bezog er mit seiner Familie das geräumige, 1777 für einen Kaufmann errichtete Wohnhaus an der heutigen Schillerstraße; seine eigenen Räume lagen in der Mansarde unter dem Dach. Dort starb er am 9. Mai 1805, im Arbeitszimmer, in dem Bett, das noch darin steht; Charlotte wohnte bis zu ihrem Lebensende 1826 im Haus. Das Museum zeigt es von den Gesindekammern über die Räume der Familie bis zum Arbeitszimmer, mit originalem Mobiliar und Stücken der Zeit.

Zwei Gräber, 1805–2008

Bestattet wurde er in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai 1805 im Kassengewölbe auf dem Jakobskirchhof, der Gruft, die der Hof für Standespersonen ohne eigenes Grab bereithielt. 1827 ließ der Großherzog überführen, was man für seine Gebeine hielt, in die Fürstengruft, an Goethes Seite. 2008 kam eine genetische Untersuchung zu dem Ergebnis, dass keiner der beiden als Schillers geführten Schädel der seine sein kann; der Sarg in der Fürstengruft steht seither leer, sein Grab ist unbekannt, und man besucht beide Gewölbe zusammen.

Was Besucher fragen

Wie lange hat Schiller in Weimar gelebt?
Fünfeinhalb Jahre: Am 3. Dezember 1799 zog er mit seiner Familie nach Weimar, am 9. Mai 1805 starb er dort, mit fünfundvierzig.
Wo hat Schiller in Weimar gewohnt?
Ab 1802 im Haus an der Esplanade, der heutigen Schillerstraße — einem Kaufmannshaus von 1777, seine eigenen Räume in der Mansarde. Heute ist es Museum, zu sehen von den Gesindekammern bis zum Arbeitszimmer, in dem er starb.
Welche Stücke hat Schiller in Weimar geschrieben?
Maria Stuart und Die Jungfrau von Orleans (1801), Die Braut von Messina (1803) und Wilhelm Tell (1804). Die Räuber, Don Karlos und die Wallenstein-Trilogie entstanden vor Weimar; den Wallenstein vollendete er 1799 in Jena, im Jahr seines Umzugs.
Hat Schiller die Ode An die Freude in Weimar geschrieben?
Nein — An die Freude entstand im Sommer und Herbst 1785 bei Leipzig, aus der neuen Freundschaft mit Christian Gottfried Körner, vierzehn Jahre bevor Schiller nach Weimar kam.
Wie wurden Goethe und Schiller Freunde?
Über eine Zeitschrift. 1794 sagte Goethe die Mitarbeit an Schillers neuer Monatsschrift Die Horen zu, aus dem Briefwechsel wurde eine Freundschaft, und ab 1799 führten die beiden bis zu Schillers Tod die Weimarer Bühne gemeinsam.
Wo ist Schiller begraben?
Das weiß niemand. Bestattet wurde er in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai 1805 im Kassengewölbe auf dem Jakobskirchhof; 1827 überführte man Gebeine, die man für seine hielt, in die Fürstengruft neben Goethe; 2008 ergab eine genetische Untersuchung, dass keiner der als seine geführten Schädel der seine sein kann — der Sarg in der Fürstengruft steht seither leer.

Bekannte Zitate

“Nur durch das Morgentor des Schönen drangst du in der Erkenntnis Land.”

— Friedrich Schiller

“Die Würde der Menschheit ist in eure Hand gegeben; bewahret sie!”

— Friedrich Schiller

“Lebe mit deinem Jahrhundert, aber sei nicht sein Geschöpf; leiste deinen Zeitgenossen, aber was sie bedürfen, nicht was sie loben.”

— Friedrich Schiller

Werke & Leistungen

Wilhelm Tell

An die Freude

Maria Stuart

Kabale und Liebe

Die Jungfrau von Orleans

Über die ästhetische Erziehung des Menschen

Die Götter Griechenlands

Verbundene Orte in Weimar

Schillerstraße 12, 99423 Weimar

1802 gekauft; 1805 starb er im Arbeitszimmer unter dem Dach.

Theaterplatz, 99423 Weimar

Er steht in Bronze neben Goethe, auf dem Platz vor dem Theater, das beide führten.

KassengewölbeGrabgewölbe

Am Jakobskirchhof, 99423 Weimar

Seine tatsächliche Beisetzung, in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai 1805, in einer Gruft für Standespersonen ohne eigenes Grab.

FürstengruftMausoleum

Historischer Friedhof am Poseckschen Garten, 99423 Weimar

Dorthin überführte ihn die Stadt 1827 — die überführten Gebeine sind nachweislich nicht seine.

AngerPlatz

Anger, 99084 Erfurt

Er ging im Haus Dacheröden am Anger ein und aus, in den Jahren, als Caroline von Dacheröden dort den Haushalt führte.

Jenaer Straße 1, 99425 Weimar

Das Archiv trägt seinen Namen neben Goethes und verwahrt Material von ihm.

Hoffmann's BuchhandlungTraditionsbuchhandlung

Schillerstraße 9, 99423 Weimar

Einer der Stammkunden des Ladens in den klassischen Jahrzehnten.

Schillerstraße 12, 99423 Weimar

Für eine Ausstellung über sein Leben und Werk errichtet; diese Ausstellung ist inzwischen weitergezogen.

Schillerstraße 25, 07407 Rudolstadt

Schillers GartenhausHistorisches Haus

Schillergäßchen 2, 07745 Jena

Er erwarb das Haus im März 1797 und verbrachte drei Sommer hier mit seiner Familie, schrieb Teile des Wallenstein und der Maria Stuart sowie die Balladen für den Musenalmanach.

Historischer Kontext

Weimarer Klassik1775–1832

Seine sechs Weimarer Jahre, 1799 bis 1805, sind die Epoche in ihrer dichtesten Form.

Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.

Mehr über diese Epoche →

Kurzprofil

Geboren:

1759

Gestorben:

1805

Nationalität:

deutsch

Rollen:
DichterDramatikerHistoriker

Auf der Bühne

Auf der Bühne

Der Geisterseher

Schauspiel · Robin Ormond

Nach Schillers unvollendetem Roman – der Geisterseher, nicht der Dramatiker, und doch unverkennbar er.

Goethe gegen Schiller

Der andere, aus Marbach — und ausnahmsweise darf er Runden gewinnen.

Höher, Schiller, Weiter

Kabarett

Der Abend gehört ihm; das Haus nennt ihn „eine wahre Ode an die Freude“.

Schiller: Freude schöner Götterfunken

Friedrich Schiller

Der ganze Abend besteht aus seinen Worten — Prosa und Gedichte, mit der bekanntesten Ode als Titel.

Schiller zum Verlieben

Ulf Annel

Der Gegenstand — und die offene Frage des Abends: ob der Dichter dieser Szenen selbst ein leidenschaftlicher Mann war.

Wie Goethe und Schiller die Klassik erfanden

Die andere Hälfte der Partnerschaft, hier von der Spielerseite betrachtet — und Urheber des Kranz-Worts, auf das der Abend antwortet.

Veranstaltungen

Veranstaltungen

Altstadtführung Klassisches Weimar

Freitags 18 Uhr, samstags 16 Uhr, rund neunzig Minuten

Großer Stadtrundgang

Täglich 10 und 14 Uhr, rund zwei Stunden

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten

Johann Wolfgang von Goethe

1749–1832 • Dichter • Staatsmann • Naturforscher

Von 1799 bis zu Schillers Tod führten sie die Weimarer Bühne gemeinsam.

Sophie, Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach

1824–1897 • Großherzogin • Sammlerin • Archivgründerin

1889 übergaben seine Nachkommen von Gleichen-Rußwurm ihren Nachlass an ihr Archiv — daher trägt die Einrichtung beide Dichternamen.

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Er starb im Arbeitszimmer unter dem Dach seines eigenen Hauses, drei Jahre nach dem Kauf — und wurde in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai in einer Gruft beigesetzt, die der Hof für Standespersonen ohne eigenes Grab bereithielt.

Sein Tod, im Arbeitszimmer des Hauses, das er drei Jahre zuvor gekauft hatte.

Er starb in dem Haus am Frauenplan, das er seit 1782 gemietet hatte; am 26. März wurde er in die Fürstengruft getragen, neben Schiller.

Er wurde neben Schiller gelegt, den man fünf Jahre zuvor in die Gruft getragen hatte.

Bühnen und Spielstätten

Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar

Theaterplatz 2, 99423 Weimar

Von 1799 bis zu seinem Tod 1805 wirkte er hier an der Seite Goethes.

Rund um Weimar

Jena

19 km Östlich

Schiller war ab 1789 Professor an der Universität, heiratete 1790 in Jena und wohnte bis 1799 in der Stadt.