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Friedrich Wilhelm Riemer

1774–1845
deutsch
PhilologeBibliothekarHerausgeber

Biografie

Am 3. September 1803 kam er in Weimar an, und wenige Tage später nahm Goethe ihn als Lehrer seines Sohnes August ins Haus. Zweiundvierzig Jahre später war er noch immer in Weimar — als Leiter der herzoglichen Bibliothek und Herausgeber der Korrespondenz des Mannes, der ihn eingestellt hatte.

Vom Hauslehrer zum Oberbibliothekar, 1812–1841

Die Ämter schichten sich stetig: 1812 Professor am Weimarer Gymnasium und zweiter Bibliothekar der herzoglichen Bibliothek, 1820 Aufgabe der Schulstelle, 1831 Hofrat, 1837 Oberbibliothekar, 1841 Geheimer Hofrat. Es ist die Laufbahn eines Mannes, der kam, um einen Jungen zu unterrichten, und am Ende die Einrichtung leitete, in der die Bücher der Stadt liegen — dieselbe Bibliothek, für deren Rokokosaal man heute ansteht.

Der Philologe im Haus

Wozu Goethe ihn tatsächlich brauchte, war Sachverstand. Riemer half bei den „Wahlverwandtschaften“, bei der „Farbenlehre“ und beim „Faust“ — er hatte also die Hände im Roman, in der Naturwissenschaft und im Drama, den drei Dingen, für die der Mann berühmt ist. Das klassische Weimar der landläufigen Vorstellung ist eine Szene einsamen Genies; zur Arbeitswirklichkeit gehörte ein ausgebildeter Philologe im Haus.

Was er danach veröffentlichte, 1833–1841

Zwischen 1833 und 1836 gab er den Briefwechsel Goethes mit Zelter in sechs Bänden heraus, 1841 seine „Mittheilungen über Goethe“ in zwei Bänden. Zusammen mit Eckermanns Gesprächen sind das die Dokumente, durch die das 19. Jahrhundert Goethe kennenlernte — zusammengetragen in beiden Fällen von Männern, die bei ihm angestellt gewesen waren.

Was Besucher fragen

Welche Rolle spielte Friedrich Wilhelm Riemer in Goethes Haushalt?
Er kam am 3. September 1803 nach Weimar und wurde binnen weniger Tage als Hauslehrer von Goethes Sohn August aufgenommen. Später half er Goethe bei den Wahlverwandtschaften, der Farbenlehre und beim Faust.
Welche Ämter hatte Riemer an der herzoglichen Bibliothek inne?
Ab 1812 zweiter Bibliothekar, ab 1837 Oberbibliothekar, daneben bis 1820 Professor am Weimarer Gymnasium, ab 1831 Hofrat und ab 1841 Geheimer Hofrat.
Was veröffentlichte Riemer über Goethe?
Den Briefwechsel Goethes mit Zelter in sechs Bänden (1833–36) und seine eigenen „Mittheilungen über Goethe“ in zwei Bänden (1841) — zusammen mit Eckermanns Gesprächen gehören sie zu den Dokumenten, durch die das 19. Jahrhundert Goethe kennenlernte.
Kann man den Ort besuchen, an dem Riemer arbeitete?
Ja, die Anna-Amalia-Bibliothek, an der er ab 1812 zweiter Bibliothekar und ab 1837 Oberbibliothekar war.

Werke & Leistungen

Briefwechsel Goethes mit Zelter (6 Bde., 1833–36)

Mittheilungen über Goethe (2 Bde., 1841)

Verbundene Orte in Weimar

Platz der Demokratie 1, 99423 Weimar

Ab 1812 zweiter Bibliothekar der herzoglichen Bibliothek, ab 1837 deren Oberbibliothekar.

Historischer Kontext

Weimarer Klassik17751832

Der ausgebildete Philologe im Haus — jener Teil der Epoche, der nicht zur Erzählung vom einsamen Genie passt.

Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.

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Kurzprofil

Geboren:

1774

Gestorben:

1845

Nationalität:

deutsch

Rollen:
PhilologeBibliothekarHerausgeber