Fritz Cremer
Biografie
Der Bildhauer der elf Gestalten von Buchenwald, einer Bronzegruppe, entstanden unter politischer Aufsicht, die die Gedenkstätte selbst nicht verschweigt.
Drei Fassungen in drei Jahren, 1952–1958
Zwischen 1952 und 1954 legte Fritz Cremer drei Entwurfsfassungen der Plastik vor. Die erste umfasste acht Figuren; die Fassung, die am 14. September 1958 mit dem Mahnmal eingeweiht wurde, hat elf.[1] Das ist für eine einzelne Skulptur ungewöhnlich viel Überarbeitung, und der Grund liegt nicht darin, dass der Bildhauer sich immer wieder anders besonnen hätte.
In Form gebracht, 1952–1954
Der Vorgang war „weniger von historischen oder ästhetischen Erwägungen geleitet, als vielmehr politisch motiviert“.[1] Den Entwürfen wurde vorgehalten, es fehle ihnen der vom Sozialistischen Realismus verlangte Optimismus und sie zeigten die Rolle von KPD und Sowjetunion nicht.[1]
Was die Gedenkstätte über ihr eigenes Denkmal sagt, 1958
Das Urteil über das Ergebnis ist unmissverständlich: „Wie kein anderes Denkmal wurde es für die Ziele von Partei und Regierung instrumentalisiert.“[1] Wer vor der Bronze steht, sieht ein Werk über Häftlinge, die sich selbst befreien — geschaffen von einem Bildhauer, der es nicht so ausführen durfte, wie er es zuerst vorschlug.
Was Besucher fragen
- Welche Verbindung hat Fritz Cremer zu Buchenwald?
- Er schuf die Figurengruppe aus elf Gestalten, die am 14. September 1958 mit dem Mahnmal eingeweiht wurde und vor dem Glockenturm steht.[1]
- Warum entstand Cremers Plastik in drei Fassungen?
- Zwischen 1952 und 1954 legte er drei Entwürfe vor — der erste mit acht, der letzte mit elf Figuren —, weil der Vorgang weniger von historischen oder ästhetischen Erwägungen geleitet war als vielmehr politisch motiviert:[1] Den Entwürfen wurde vorgehalten, es fehle ihnen der vom Sozialistischen Realismus verlangte Optimismus und sie zeigten die Rolle von KPD und Sowjetunion nicht.
- Benennt die Gedenkstätte den politischen Druck auf das Denkmal?
- Ja, unmissverständlich: Sie hält fest, dass kein anderes Denkmal so für die Ziele von Partei und Regierung instrumentalisiert wurde wie dieses.[1]
- Kann man Cremers Plastik in Buchenwald sehen?
- Ja, sie steht vor dem Glockenturm der Gedenkstätte Buchenwald.
Quellen
- Fritz Cremer — Gedenkstätte Buchenwald, abgerufen am 29. August 2026
Verbundene Orte in Weimar
Buchenwald, 99427 Weimar
Seine Figurengruppe steht vor dem Glockenturm.
Historischer Kontext
Ein Bildhauer der DDR, dessen berühmtestes Werk unter politischer Kritik dreimal überarbeitet wurde, ehe es angenommen war.
Fünfundvierzig Jahre lang war Weimar eine Provinzstadt, die der Staat sich nicht zu vernachlässigen leisten konnte — denn die Klassik, die sie verwahrte, war die Ahnenreihe, die die DDR für sich beanspruchte.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1906
1993
deutsch
In Weimars Geschichte
In Weimars Geschichte
Bis 1958 entstand an der Südseite des Ettersberges eine monumentale Anlage als Nationaldenkmal der DDR — ein Mahnmal für die Toten, das zugleich Tribüne für den Staat war, der es errichtete.
Er arbeitete mit dem Architektenkollektiv Buchenwald an der am 14. September 1958 eingeweihten Anlage.