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Wann: 14. September 1958

Die DDR baut ihr Nationaldenkmal

Bis 1958 entstand an der Südseite des Ettersberges eine monumentale Anlage als Nationaldenkmal der DDR — ein Mahnmal für die Toten, das zugleich Tribüne für den Staat war, der es errichtete.

Ein Wettbewerb und ein Kollektiv

Der Entwurf ging aus einem beschränkten Wettbewerb von 1951 hervor; anschließend arbeitete eine junge Architektengruppe, die sich bald „Architektenkollektiv Buchenwald“ nannte, die Anlage gemeinsam mit dem Bildhauer Fritz Cremer aus. Errichtet wurde sie an der Südseite des Ettersberges, abseits des Lagers selbst, und bis 1958 war sie fertig.[1]

Elf Gestalten und ein Turm

Cremers Bronze zeigt die Selbstbefreiung der Häftlinge in elf einzelnen Charakteren — darunter der Rufer, der Zweifler, der Junge — und wiegt siebzehn Tonnen; zwischen 1998 und 2005 wurde sie restauriert.[1] Dahinter steht der Glockenturm, der „Turm der Freiheit“, aus hellem Sandstein, über fünfzig Meter hoch und weithin sichtbar. Er birgt Erde und Asche aus Konzentrationslagern und Terrorstätten.[1]

Ein Mahnmal, das auch Tribüne war

Die Gedenkstätte hält fest, wozu der Turm damals diente: Seine Brüstung war für die Staats- und Parteiführung der DDR die Rednertribüne bei Massenveranstaltungen, darunter Vereidigungen der Armee.[1] Die Anlage gedenkt der Ermordeten und verschaffte zugleich einem Staat eine antifaschistische Ahnenreihe — einer der wenigen Orte, an denen beides in demselben Stein zu besichtigen ist.

Quellen

  1. Mahnmal — Gedenkstätte Buchenwald, abgerufen am 29. August 2026

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten

Fritz Cremer

1906–1993Bildhauer

Er arbeitete mit dem Architektenkollektiv Buchenwald an der am 14. September 1958 eingeweihten Anlage.

Historische Orte

Historische Orte

Buchenwald, 99427 Weimar

Glockenturm und Cremers Figurengruppe sind die sichtbarsten Bauten der Gedenkstätte, an der Südseite unterhalb des Lagers.

Epoche

Weimar in der DDR

19451990

Das erste Nationaldenkmal der DDR — und ein Anschauungsstück dafür, wie dieser Staat mit der klassischen wie mit der jüngsten Vergangenheit umging.

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Ab Juli 1937 ließ die SS Häftlinge auf dem Ettersberg ein Lager bauen, auf dem bewaldeten Höhenzug über der Stadt. 277.800 Menschen aus über fünfzig Ländern waren dort inhaftiert; 56.000 überlebten es nicht.

Die Anlage wurde errichtet, um des Lagers auf demselben Berg zu gedenken.

Am 18. August 1944 wurde der Führer der deutschen Kommunisten im Krematorium von Buchenwald getötet. Neun Jahre später markierte die erste Gedenktafel im Häftlingslager die Stelle, und die DDR richtete ihre Besuche darauf aus.

Die erste Markierung auf diesem Berg war die Thälmann-Tafel von 1953, fünf Jahre vor dem Mahnmal; das Gedenken wuchs vom Tod eines einzelnen Kommunisten nach außen.

Am 11. April 1945, als Panzerdivisionen der III. US-Armee heranrückten, verließ die SS auf Befehl das Lager, und bewaffnete Häftlinge besetzten das Tor.

Cremers elf Gestalten zeigen die Selbstbefreiung der Häftlinge — Gegenstand ist der Tag, an dem das Lager fiel, nicht der Tag, an dem eine Armee eintraf.

Bruno Apitz' Roman erschien 1958, 1963 folgte der DEFA-Film. Ein Jahrzehnt lang war es danach leichter, Buchenwalds Geschichte über einen Roman zu erzählen, als sie zu erforschen.

Roman und Mahnmal kommen im selben Jahr — die Symbolik auf dem Berg und die Erzählung im Druck, füreinander gemacht.

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