Zum Inhalt springen
Wann: 11. April 1945

Die Befreiung Buchenwalds

Am 11. April 1945, als Panzerdivisionen der III. US-Armee heranrückten, verließ die SS auf Befehl das Lager, und bewaffnete Häftlinge besetzten das Tor.

Am 11. April 1945 wurde Buchenwald befreit — und meist fehlt in dieser Erzählung, wer befreite. Die letzten sechs Stunden gehörte das Lager den Häftlingen.

Der Vormittag, an dem die Bewachung wegbrach

Seit dem Morgengrauen rollten amerikanische Panzer durch das Land um Gotha heran, und die SS auf dem Ettersberg hörte sie kommen. Gegen zehn Uhr erhielten sämtliche SS-Männer den Befehl, das Lager zu räumen.[1] Dieser Befehl ist der Angelpunkt des Tages: Er ließ rund fünfzigtausend Menschen hinter dem Stacheldraht zurück,[2] die Türme unbesetzt, und niemand wusste, was zuerst eintreffen würde — die Armee oder ein Kommando, das die Sache zu Ende bringen sollte.

Die Waffen, die versteckt worden waren

Auf genau diese Lücke hatte das Internationale Lagerkomitee seit Jahren gewartet. Seine Widerstandsgruppen wurden alarmiert, die Stück für Stück zusammengetragenen Waffen verteilt. Die Häftlinge nahmen das Tor, überwältigten die noch anwesenden SS-Männer, und gegen vier Uhr nachmittags gehörte das Lager denen, für die es gebaut worden war.[1]

Einundzwanzigtausend

Die Gedenkstätte zählt 21.000 Menschen, die an diesem Tag auf dem Ettersberg befreit wurden, darunter über 900 Kinder und Jugendliche.[1] Buchenwald hatte sieben Jahre und neun Monate bestanden; die Gedenkstätte datiert ihren Gegenstand vom Eintreffen der ersten Häftlinge am 15. Juli 1937 bis zu diesem Nachmittag.

Der Gang den Berg hinauf

Wenige Tage später führte man die Weimarer Bevölkerung den Ettersberg hinauf und durch das Gelände, auf einer Straße, die viele sonntags gegangen waren. Wovon die Stadt sieben Jahre lang nichts zu wissen vermocht hatte, dafür genügte ein Nachmittag.

Quellen

  1. Chronologie: Befreiung — Gedenkstätte Buchenwald, abgerufen am 29. August 2026
  2. Chronologie: Konzentrationslager — Gedenkstätte Buchenwald, abgerufen am 29. August 2026

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten

Elie Wiesel

1928–2016Schriftsteller • Zeuge • Nobelpreisträger

Am 11. April 1945 wurde er befreit.

Franz Leitner

1918–2005Kommunist • Blockältester • Gerechter unter den Völkern

Allein in seinem Block kamen über 370 Kinder und Jugendliche bis zur Befreiung durch.

Hermann Brill

1895–1959Sozialdemokrat • Jurist • Widerstandsorganisator • Politiker

Nach der Befreiung legte er das Manifest des Komitees vor.

Jorge Semprún

1923–2011Schriftsteller • Widerstandskämpfer • Drehbuchautor

Am 11. April 1945 befreit — und Mitglied jener illegalen Organisation, die an diesem Tag handelte.

Walter Bartel

1904–1992Kommunist • Widerstandsorganisator • Historiker

Bis zur Befreiung im Internationalen Lagerkomitee aktiv — jener Organisation, die sich am 11. April 1945 bewaffnete und das Tor besetzte.

Historische Orte

Historische Orte

Buchenwald, 99427 Weimar

Die Gedenkstätte begeht den 11. April als den Tag der Befreiung des Lagers, das sie bewahrt.

Epoche

NS-Zeit und Buchenwald (Zweiter Weltkrieg)

19331945

Das Ende des Lagers und das Ende der NS-Zeit im Umkreis Weimars.

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Ab Juli 1937 ließ die SS Häftlinge auf dem Ettersberg ein Lager bauen, auf dem bewaldeten Höhenzug über der Stadt. 277.800 Menschen aus über fünfzig Ländern waren dort inhaftiert; 56.000 überlebten es nicht.

Der Tag, der das Lager schloss, das sieben Jahre und neun Monate zuvor auf demselben Berg eröffnet worden war.

Im Januar 1945 richteten Häftlinge am unteren Ende des Kleinen Lagers einen zweiten Kinderblock ein und hielten die Jungen darin am Leben. Bei der Befreiung befanden sich 904 Kinder und Jugendliche in Buchenwald.

904 Kinder und Jugendliche befanden sich am Tag der Befreiung im Lager.

Vier Monate nach der Befreiung begann die sowjetische Besatzungsmacht, auf demselben Gelände zu internieren. 28.494 Menschen waren bis 1950 dort, 7.113 von ihnen starben.

Vier Monate liegen zwischen der Befreiung des Konzentrationslagers und den ersten Transporten in das Speziallager auf demselben Gelände.

Bis 1958 entstand an der Südseite des Ettersberges eine monumentale Anlage als Nationaldenkmal der DDR — ein Mahnmal für die Toten, das zugleich Tribüne für den Staat war, der es errichtete.

Cremers elf Gestalten zeigen die Selbstbefreiung der Häftlinge — Gegenstand ist der Tag, an dem das Lager fiel, nicht der Tag, an dem eine Armee eintraf.

Alle Ereignisse der Weimarer Geschichte