Der Kinderblock in Baracke 66
Im Januar 1945 richteten Häftlinge am unteren Ende des Kleinen Lagers einen zweiten Kinderblock ein und hielten die Jungen darin am Leben. Bei der Befreiung befanden sich 904 Kinder und Jugendliche in Buchenwald.
Eine Baracke am unteren Ende des Kleinen Lagers
Im Januar 1945 wurde in Baracke 66 am unteren Ende des Kleinen Lagers ein Kinderblock eingerichtet — im schlimmsten Teil eines Lagers, das damals durch die Räumungstransporte aus dem Osten hoffnungslos überfüllt war.[1] Veranlasst haben ihn politische Funktionshäftlinge gemeinsam mit jüdischen Häftlingen, als zweiten Kinderblock neben einem bereits bestehenden.
Wer sie am Leben hielt
Funktionshäftlinge um den tschechischen Kommunisten Antonín Kalina kümmerten sich um die Jungen: Sie beschafften zusätzliche Lebensmittel, Kleidung und Heizmaterial.[1] Jedes dieser Verben beschreibt etwas, das anderswo abgezweigt werden musste, in einem System, das keinen Überschuss vorsah — von Männern, die dafür getötet worden wären. So ließ sich Häftlingsselbstverwaltung wenden, wenn die Inhaber der Posten sich entschieden, sie so zu gebrauchen.
904
Bei der Befreiung des Lagers am 11. April 1945 befanden sich 904 Kinder und Jugendliche darin.[1] Zwischen der Stadt und der Baracke, in der ein tschechischer Kommunist mehrere hundert Jungen verbarg, lag eine kurze Landstraße.
Quellen
- Block 66 — Gedenkstätte Buchenwald, abgerufen am 29. August 2026
Persönlichkeiten
Persönlichkeiten
1918–2005 • Kommunist • Blockältester • Gerechter unter den Völkern
Block 8 war der frühere der beiden Kinderblöcke; Baracke 66 wurde im Januar 1945 als zweiter eingerichtet.
Historische Orte
Historische Orte
Buchenwald, 99427 Weimar
Baracke 66 stand am unteren Ende des Kleinen Lagers, auf dem Gelände, das die Gedenkstätte bewahrt.
Epoche
1933–1945
Die Rettung von Kindern im Lager, in seinem letzten und überfülltesten Winter.
In Weimars Geschichte
In Weimars Geschichte
Ab Juli 1937 ließ die SS Häftlinge auf dem Ettersberg ein Lager bauen, auf dem bewaldeten Höhenzug über der Stadt. 277.800 Menschen aus über fünfzig Ländern waren dort inhaftiert; 56.000 überlebten es nicht.
Der Block entstand improvisiert in jenem Lager, das acht Jahre zuvor seine ersten Häftlinge errichtet hatten.
Am 11. April 1945, als Panzerdivisionen der III. US-Armee heranrückten, verließ die SS auf Befehl das Lager, und bewaffnete Häftlinge besetzten das Tor.
904 Kinder und Jugendliche befanden sich am Tag der Befreiung im Lager.
Bruno Apitz' Roman erschien 1958, 1963 folgte der DEFA-Film. Ein Jahrzehnt lang war es danach leichter, Buchenwalds Geschichte über einen Roman zu erzählen, als sie zu erforschen.
Die Rettung von Kindern im Lager ist belegte Geschichte; der Roman ist das, was die Fiktion daraus machte.