Franz Leitner
Biografie
Ein Österreicher, mit einundzwanzig wegen seiner Mitgliedschaft im kommunistischen Jugendverband nach Buchenwald eingewiesen, der mit fünfundzwanzig Blockältester jener Baracke wurde, in der der Lagerwiderstand Kinder schützte.
1939 eingewiesen
Geboren am 12. Februar 1918 in Wiener Neustadt, wurde Leitner 1939 in das KZ Buchenwald eingewiesen, weil er Mitglied des kommunistischen Jugendverbandes war.[1] Mehr Grund wird nicht genannt: keine Tat, eine Zugehörigkeit. Er war zwanzig oder einundzwanzig, je nach Monat — die Biografie nennt keinen.
Block 8, 1943–1945
Mit fünfundzwanzig wurde er Blockältester in Block 8, in dem der Lagerwiderstand eine Art Schutzraum für Minderjährige eingerichtet hatte — von denen ab 1943 immer mehr ins Lager kamen. Um die Lage der jungen Häftlinge zu verbessern, beschaffte er zusätzliche Nahrung, Kleidung und Medikamente und erteilte Unterricht. Ein Blockältester war Funktionshäftling: Die SS delegierte die innere Ordnung, und was einer aus dieser Stellung machte, war der Unterschied zwischen zwei Arten von Lager.
Über 370, 1945–2005
Allein in Block 8 erlebten über 370 Kinder und Jugendliche die Befreiung. Nach seiner Heimkehr blieb Leitner politisch aktiv; 1999 wurde er für seinen Einsatz als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.[1] Am 20. Oktober 2005 starb er in Höf-Präbach in Österreich.
Was Besucher fragen
- Welche Verbindung hat Franz Leitner zu Buchenwald?
- 1939 wurde er als Mitglied des kommunistischen Jugendverbandes nach Buchenwald eingewiesen.[1] Mit fünfundzwanzig wurde er Blockältester in Block 8, wo der Lagerwiderstand einen Schutzraum für Minderjährige eingerichtet hatte.
- Was tat Franz Leitner als Blockältester von Block 8?
- Er beschaffte den jungen Häftlingen zusätzliche Nahrung, Kleidung und Medikamente und erteilte Unterricht. Allein in Block 8 erlebten über 370 Kinder und Jugendliche die Befreiung.
- Wurde Franz Leitner für sein Handeln geehrt?
- Ja — 1999 wurde er als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.[1]
- Kann man mehr über Block 8 in Buchenwald erfahren?
- Ja, in der Gedenkstätte Buchenwald, die das Lager bewahrt, in dem Block 8 stand.
Quellen
- Franz Leitner — Gedenkstätte Buchenwald, abgerufen am 29. August 2026
Verbundene Orte in Weimar
Buchenwald, 99427 Weimar
Block 8 stand in dem Lager, das die Gedenkstätte bewahrt; allein dort erlebten über 370 Kinder und Jugendliche die Befreiung.
Historischer Kontext
1939 als Mitglied des kommunistischen Jugendverbandes eingewiesen und bis zur Befreiung im Lager.
Das Regime wollte Weimar wegen dessen Namen — und errichtete auf dem Berg über der Stadt ein Konzentrationslager. Beides gehört zu denselben zwölf Jahren.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1918
2005
österreichisch
In Weimars Geschichte
In Weimars Geschichte
Ab Juli 1937 ließ die SS Häftlinge auf dem Ettersberg ein Lager bauen, auf dem bewaldeten Höhenzug über der Stadt. 277.800 Menschen aus über fünfzig Ländern waren dort inhaftiert; 56.000 überlebten es nicht.
Seit 1939 Häftling des Lagers, mit fünfundzwanzig Blockältester in Block 8.
Im Januar 1945 richteten Häftlinge am unteren Ende des Kleinen Lagers einen zweiten Kinderblock ein und hielten die Jungen darin am Leben. Bei der Befreiung befanden sich 904 Kinder und Jugendliche in Buchenwald.
Block 8 war der frühere der beiden Kinderblöcke; Baracke 66 wurde im Januar 1945 als zweiter eingerichtet.
Am 11. April 1945, als Panzerdivisionen der III. US-Armee heranrückten, verließ die SS auf Befehl das Lager, und bewaffnete Häftlinge besetzten das Tor.
Allein in seinem Block kamen über 370 Kinder und Jugendliche bis zur Befreiung durch.