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Walter Bartel

1904–1992
deutsch
KommunistWiderstandsorganisatorHistoriker

Biografie

Der Häftling, der jene Verbindungen zwischen den Nationalitäten knüpfte, aus denen das Internationale Lagerkomitee Buchenwalds wurde — die Organisation, die am 11. April 1945 das Lager übernahm.

Ein kaufmännischer Lehrling, nach Moskau geschickt

Geboren am 15. September 1904 in Fürstenberg an der Havel, stammte er aus einer sozialistischen Arbeiterfamilie. Die Biografie der Gedenkstätte beschreibt, wie sich der kaufmännische Lehrling früh für die KPD engagierte, die ihn förderte und 1929 zum Studium nach Moskau schickte. 1939 wurde er in Prag verhaftet und ins KZ Buchenwald gebracht.

Das Komitee bestand aus Kontakten

„Die Kommunisten hier vertrauen ihm. Er knüpft Kontakte zwischen den verschiedenen Nationen und bildet so die Basis für das Internationale Lagerkomitee, in dem er bis zur Befreiung aktiv ist.“ In diesem Satz steckt die ganze Methode: Einem Lager, das die Nationalitäten planmäßig gegeneinanderstellte, wurde mit der langsamen und lebensgefährlichen Arbeit begegnet, sie einander bekannt zu machen.

Danach — und die Schwierigkeit des Danach

In der DDR wurde er Professor für Zeitgeschichte und einer der Köpfe des Internationalen Buchenwaldkomitees. Die Gedenkstätte vermerkt, ohne es hier auszuführen, dass die Partei ihn „später wieder aufnimmt“ — eine Formulierung mit eigener Vorgeschichte. Jenes Komitee, das er mit aufbaute, wurde später auch zum Gründungsmythos der DDR; deshalb sei festgehalten, was er tat — den Mythos mögen die Historiker klären.

Verbundene Orte in Weimar

Buchenwald, 99427 Weimar

Häftling des Lagers, das die Gedenkstätte bewahrt, und später einer der Köpfe des Internationalen Buchenwaldkomitees.

Historischer Kontext

1939 in Prag verhaftet und bis zur Befreiung in Buchenwald festgehalten.

Das Regime wollte Weimar wegen dessen Namen — und errichtete auf dem Berg über der Stadt ein Konzentrationslager. Beides gehört zu denselben zwölf Jahren.

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Professor für Zeitgeschichte in der DDR und führende Figur des Internationalen Buchenwaldkomitees.

Fünfundvierzig Jahre lang war Weimar eine Provinzstadt, die der Staat sich nicht zu vernachlässigen leisten konnte — denn die Klassik, die sie verwahrte, war die Ahnenreihe, die die DDR für sich beanspruchte.

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Kurzprofil

Geboren:

1904

Gestorben:

1992

Nationalität:

deutsch

Rollen:
KommunistWiderstandsorganisatorHistoriker

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Ab Juli 1937 ließ die SS Häftlinge auf dem Ettersberg ein Lager bauen, auf dem bewaldeten Höhenzug über der Stadt. 277.800 Menschen aus über fünfzig Ländern waren dort inhaftiert; 56.000 überlebten es nicht.

Seit 1939 im Lager, wo er die Verbindungen zwischen den Nationalitäten knüpfte, aus denen das Lagerkomitee entstand.

Am 11. April 1945, als Panzerdivisionen der III. US-Armee heranrückten, verließ die SS auf Befehl das Lager, und bewaffnete Häftlinge besetzten das Tor.

Bis zur Befreiung im Internationalen Lagerkomitee aktiv — jener Organisation, die sich am 11. April 1945 bewaffnete und das Tor besetzte.