Jorge Semprún
Biografie
Ein spanischer Kommunist, als junger Mann nach Buchenwald deportiert, am 11. April 1945 befreit — und später einer der Schriftsteller, durch die das Lager Leser erreichte, die nie darin waren.
Madrid, Paris, Verhaftung, 1923–1944
Geboren am 10. Dezember 1923 in Madrid, ging er 1937, zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs, ins Pariser Exil und studierte an der Sorbonne Philosophie. 1941 schloss er sich der kommunistischen Résistance-Bewegung „Franc-Tireur et Partisans“ an, 1942 der Kommunistischen Partei Spaniens. Im September 1943 verhaftet, wurde er Ende Januar 1944 als „politischer Spanier“ ins KZ Buchenwald deportiert.[1]
Der Schreiber in der Arbeitsstatistik
Im Lager hatte er die einflussreiche Funktion des Schreibers in der Arbeitsstatistik inne[1] — jener Stelle, die Häftlinge den Arbeitskommandos zuteilte — und er gehörte der illegalen Widerstandsorganisation der Spanier an. Beides gehört zusammen: Ein Platz in der Verwaltung machte konspiratives Handeln erst möglich, denn er hieß zu wissen und mitunter zu ändern, wohin ein Mensch geschickt wurde.
Es hinterher schreiben, 1945–2011
Am 11. April 1945 befreit, kehrte er den größten Teil seines Lebens schreibend dorthin zurück — „Die große Reise“ (1961) über den Transport nach Buchenwald, „Was für ein schöner Sonntag!“ (1980) über seine kommunistische Vergangenheit vor dem Hintergrund des Lagers und „Schreiben oder Leben“ (1994). Am 7. Juni 2011 starb er in Paris. Der Platz vor dem Weimarer Museum Zwangsarbeit trägt seinen Namen.
Was Besucher fragen
- Welche Verbindung hat Jorge Semprún zu Buchenwald?
- Ende Januar 1944 als „politischer Spanier“[1] dorthin deportiert, arbeitete er als Schreiber in der Arbeitsstatistik, jener Stelle, die Häftlinge den Arbeitskommandos zuteilte, und gehörte der illegalen Widerstandsorganisation der Spanier an.
- Was schrieb Jorge Semprún über Buchenwald?
- „Die große Reise“ (1961) über den Transport dorthin, „Was für ein schöner Sonntag!“ (1980) über seine kommunistische Vergangenheit vor dem Hintergrund des Lagers und „Schreiben oder Leben“ (1994).
- Wann wurde Jorge Semprún befreit?
- Am 11. April 1945.
- Kann man in Weimar mehr über Jorge Semprún erfahren?
- Ja, in der Gedenkstätte Buchenwald; auch der Platz vor dem Weimarer Museum Zwangsarbeit trägt seinen Namen.
Quellen
- Jorge Semprún — Gedenkstätte Buchenwald, abgerufen am 29. August 2026
Verbundene Orte in Weimar
Buchenwald, 99427 Weimar
Häftling des Lagers, das die Gedenkstätte bewahrt, und einer der Schriftsteller, die es für Nachgeborene lesbar gemacht haben.
Jorge-Semprún-Platz 5, 99423 Weimar
Die Adresse des Museums lautet Jorge-Semprún-Platz: Der Platz davor trägt den Namen des Schriftstellers, der nach Buchenwald deportiert wurde und zeitlebens auf dieses Thema zurückkam.
Historischer Kontext
Ende Januar 1944 als „politischer Spanier“ hierher deportiert und bis zur Befreiung festgehalten.
Das Regime wollte Weimar wegen dessen Namen — und errichtete auf dem Berg über der Stadt ein Konzentrationslager. Beides gehört zu denselben zwölf Jahren.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1923
2011
spanisch
In Weimars Geschichte
In Weimars Geschichte
Ab Juli 1937 ließ die SS Häftlinge auf dem Ettersberg ein Lager bauen, auf dem bewaldeten Höhenzug über der Stadt. 277.800 Menschen aus über fünfzig Ländern waren dort inhaftiert; 56.000 überlebten es nicht.
Einer der 277.800 Verschleppten; er arbeitete in der Arbeitsstatistik des Lagers.
Am 11. April 1945, als Panzerdivisionen der III. US-Armee heranrückten, verließ die SS auf Befehl das Lager, und bewaffnete Häftlinge besetzten das Tor.
Am 11. April 1945 befreit — und Mitglied jener illegalen Organisation, die an diesem Tag handelte.