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Museum
Erbaut 1869

Museum Neues Weimar

Jorge-Semprún-Platz 5, 99423 Weimar

Über diesen Ort

Das Haus, das jene Frage beantwortet, die diese Stadt sonst überspringt: Was geschah in Weimar eigentlich zwischen Goethe und dem Bauhaus? Die Antwort hängt an den Wänden — und die meisten Maler darauf sind Namen, die man nicht kennt.

Ein Gebäude, das als Museum gedacht war, 1869

Das ehemals Großherzogliche Museum entstand 1869 als einer der ersten deutschen Museumsbauten — als Haus also, das von vornherein eine Sammlung aufnehmen sollte und nicht erst nachträglich dazu umgebaut wurde. Ein Bau der Neorenaissance aus jenen Jahrzehnten, in denen Carl Alexander Geld ausgab, um Weimar zu einem kulturellen Zentrum Deutschlands zu machen. Die meisten Museen dieser Stadt sind Wohnhäuser; dieses war nie etwas anderes.

Die Maler, die außerhalb Weimars niemand nennt, seit 1860

Gezeigt wird frühe Moderne, wie sie hier vor Ort entstand: am einen Ende die Weimarer Malerschule, jene Künstler, die an Carl Alexanders Kunstschule von 1860 lehrten oder lernten und die immer wieder die Ränder dieser kleinen Stadt festhielten, während diese aufhörten, Land zu sein; am anderen Ende Henry van de Velde. Friedrich Nietzsche, der seine letzten Jahre in dieser Stadt verbrachte, erscheint in der Präsentation als Vordenker dessen, was folgte. Die Säle sind nach dem benannt, was in ihnen hängt: eine Prellergalerie mit Friedrich Prellers „Die Odyssee nach Homer“, ein Saal Weimarer Malerschule mit Christian Rohlfs’ „Die gedeckte Ilmbrücke in Buchfahrt bei Weimar“, ein Saal Harry Graf Kessler mit „Badende Frauen“ von Théo van Rysselberghe — und im Erdgeschoss ein Saal Gesamtkunstwerk mit dem Speisezimmer der Familie Wolff von Henry van de Velde.

„Wege zum Bauhaus“, 1919–2019

So heißt die Dauerpräsentation seit 2019, und der Titel ist eine These und kein Etikett: Das Bauhaus kam 1919 nicht aus dem Nichts nach Weimar — und dieses Haus ist mit der Schule dahinter und den Bildern darin der Beleg. Das Gebäude spielte in dieser Geschichte auch selbst eine Rolle, als einer der drei Standorte der ersten Bauhaus-Ausstellung von 1923.

Was Besucher fragen

Was ist das Museum Neues Weimar?
Das ehemals Großherzogliche Museum, 1869 als einer der ersten deutschen Museumsbauten von vornherein für eine Sammlung errichtet. Es zeigt, was zwischen Goethe und dem Bauhaus in Weimars Kunstszene geschah.
Was zeigt die Sammlung?
Frühe Moderne, wie sie hier vor Ort entstand: an einem Ende die Weimarer Malerschule — Künstler, die an Carl Alexanders 1860 gegründeter Kunstschule lehrten oder lernten —, am anderen Ende Henry van de Velde, mit Friedrich Nietzsche als Vordenker des Ganzen.
Wonach sind die Säle benannt?
Eine Prellergalerie mit Friedrich Prellers „Die Odyssee nach Homer“, ein Saal Weimarer Malerschule mit Christian Rohlfs’ gedeckter Ilmbrücke in Buchfahrt, ein Saal Harry Graf Kessler mit „Badende Frauen“ von Théo van Rysselberghe, und im Erdgeschoss ein Saal Gesamtkunstwerk mit van de Veldes Speisezimmer für die Familie Wolff.
Was ist „Wege zum Bauhaus“?
Der Titel der Dauerpräsentation seit 2019, und eine These, kein Etikett: dass das Bauhaus 1919 nicht aus dem Nichts nach Weimar kam. Das Gebäude selbst war zudem einer der drei Standorte der ersten Bauhaus-Ausstellung von 1923.
Kann man das Museum besichtigen, und was kostet es?
Mittwoch bis Montag, 10–16 Uhr, dienstags geschlossen. 8,00 € Erwachsene, 6,00 € ermäßigt, 3,00 € Schüler*innen (16–20 Jahre); die ModerneCard kostet 17,00 €, die BauhausCard 30,00 €.

Verbundene Persönlichkeiten

Maler • Radierer

Der Bau von 1869 entstand mitsamt der von ihm geschaffenen Preller-Galerie und trägt ihren Namen bis heute.

Architekt • Designer • Gründer der Weimarer Kunstgewerbeschule

Die Sammlung reicht von der Weimarer Malerschule bis zu van de Velde — bei ihm endet die Erzählung der frühen Moderne, die das Haus entfaltet.

Philosoph • Philologe

Die Präsentation führt ihn als Vordenker der ausgestellten Moderne; seine letzten Jahre verbrachte er in Weimar, in der Villa Silberblick.

Jorge Semprún1923–2011

Schriftsteller • Widerstandskämpfer • Drehbuchautor

Die Adresse des Museums lautet Jorge-Semprún-Platz: Der Platz davor trägt den Namen des Schriftstellers, der nach Buchenwald deportiert wurde und zeitlebens auf dieses Thema zurückkam.

Mäzen • Museumsdirektor • Verleger • Diplomat

Geleitet hat er dieses Museum nicht — seines war die Halle am Goetheplatz —, aber die von ihm geförderte Avantgarde, von Monet bis Beckmann, hängt hier.

Besuchsinformationen

Eintritt

Erwachsene 8,00 € · ermäßigt 6,00 € · Schüler*innen (16–20 Jahre) 3,00 € · ModerneCard 17,00 € · BauhausCard 30,00 €

Öffnungszeiten

Mi–Mo 10–16 Uhr, dienstags geschlossen (Stand: 29. August 2026).

Lage

Jorge-Semprún-Platz 5, 99423 Weimar

50.9862, 11.3265

Offizielle Website

Veranstaltungen an diesem Ort

Veranstaltungen

Aktionstage in Weimar

Zwei Tage im Jahr – Internationaler Frauentag und Buß- und Bettag

Das Haus, das im November die studentischen Treppen-Performances aufnimmt.

Bauhaus und Politik

Eine lange Laufzeit, bis ins neue Jahr

Das Haus, das sie zeigt — das Museum der frühen Moderne, und damit der richtige Raum für das Bauhaus als These statt als Mobiliar.

In Weimars Geschichte

Epochen

1869 von Carl Alexander im Zuge seines Ausbaus Weimars zum kulturellen Zentrum errichtet, und Heimat der Maler jener Kunstschule, die er 1860 gründete.

Als Goethe 1832 starb, stand Weimar vor der Frage, was eine Stadt nach ihrer Blütezeit eigentlich tut. Weimar machte weiter, und die Antwort dauerte sechsundachtzig Jahre — jene Epoche, die die Klassik Stiftung Weimar das Silberne Zeitalter nennt. An die Stelle der Literatur trat die Musik, zwei fürstliche Mäzene bezahlten dafür, und die Schulen, die sie gründeten, überlebten die Monarchie, die sie finanziert hatte.

Die Dauerpräsentation „Wege zum Bauhaus“ zeichnet nach, was zur Schule von 1919 führte; 1923 war das Haus einer der drei Standorte der ersten Bauhaus-Ausstellung.

Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar gegründet und war 1925 wieder fort — Zeit genug, um zu ändern, was eine Gestaltungsschule ist, und zu wenig für die Stadt, die es hervorgebracht hat, um es zu behalten.

In Weimars Geschichte

Ein Großherzog gründete aus der eigenen Tasche eine Kunstschule; neunundfünfzig Jahre später war sie die eine Hälfte des Bauhauses.

Das Museum verwahrt die Weimarer Malerschule — jene Maler, die an dieser Schule lehrten oder lernten.

Die Wochen, in denen sich das Bauhaus zum ersten Mal öffentlich zeigte — an drei Orten und in einem Haus, das dafür erst gebaut werden musste.

Der dritte Ort in der Stadt: das Gebäude, in dem heute das Museum Neues Weimar ist.