Die Bauhaus-Ausstellung 1923
Die Wochen, in denen sich das Bauhaus zum ersten Mal öffentlich zeigte — an drei Orten und in einem Haus, das dafür erst gebaut werden musste.
Vom 15. August bis zum 30. September 1923 zeigte das Bauhaus, was seine Lehre hervorgebracht hatte — und musste einen der Ausstellungsorte dafür erst bauen.
Drei Häuser und eines, das es noch nicht gab
Bespielt wurden drei Standorte in der Stadt: das heutige Museum Neues Weimar sowie die beiden van-de-Velde-Bauten der Schule, Hauptgebäude und Werkstattgebäude.[1] Die vierte Adresse musste erst entstehen — das Haus Am Horn, ein wohnfertiges Einfamilienhaus, in vier Monaten Am Horn errichtet. Ein beachtliches Wagnis, wenn der Sinn der Übung darin besteht, beurteilt zu werden.
Wer sie gemacht hat
Georg Muche leitete die Ausstellung und entwarf das Haus;[2] ausgeführt hat es das Baubüro von Walter Gropius. Oskar Schlemmers Reliefs und sein Treppenhausbild, für diese Wochen geschaffen, gehörten zu den künstlerischen Höhepunkten — und blieben nicht: Der „Säuberung“ von 1930 fielen sie zum Opfer, wie die Universität schreibt.
Das Argument im Original
Der Sinn des Aufwands: Architektur, Möbel, Gestaltung und Farbe sind eine einzige Frage. Hier wurde die Antwort der Schule erstmals gebündelt vorgeführt statt in einem Manifest behauptet[1] — und wer eine Meinung zum Bauhaus hatte, konnte hindurchgehen, einen Schrank öffnen und widersprechen.
Quellen
- 1923–2023: Bauhaus-Ausstellung 1923 — Bauhaus-Universität Weimar, abgerufen am 29. August 2026
- Georg Muche — Bauhaus Kooperation, abgerufen am 29. August 2026
Persönlichkeiten
Persönlichkeiten
1881–1929 • Architekt • außerordentlicher Meister für Architektur am Bauhaus • Lehrer
Das Haus im Zentrum der Ausstellung entstand unter seiner Bauleitung.
1899–1944 • Gestalterin • Tischlerin • Spielzeugentwerferin
Ihr Kinderzimmer gehörte zum Musterhaus, um das herum die Ausstellung gebaut war.
1895–1987 • Maler • Bauhausmeister • Leiter der Weberei
Er leitete sie und entwarf das Haus, das ihr Schaustück war.
1888–1943 • Maler • Bildhauer • Choreograph • Bauhausmeister
Seine Wandgestaltungen im Werkstattgebäude zählten zu ihren künstlerischen Höhepunkten.
1883–1969 • Architekt • Gründer und Direktor des Bauhauses • Lehrer
Er richtete sie als Direktor der Schule aus.
Historische Orte
Historische Orte
Geschwister-Scholl-Straße 8, 99423 Weimar
Zwei der drei städtischen Ausstellungsorte waren die van-de-Velde-Bauten der Schule.
Jorge-Semprún-Platz 5, 99423 Weimar
Der dritte Ort in der Stadt: das Gebäude, in dem heute das Museum Neues Weimar ist.
Epoche
In Weimars Geschichte
In Weimars Geschichte
Eine Wahl, ein halbierter Etat, gekündigte Verträge zum 31. März 1925 — nach sechs Jahren ging die Schule nach Dessau.
Die Ausstellung machte die Schule sichtbar; die Reaktion, die sie hier beendete, folgte.
Fünf Jahre nach dem Weggang des Bauhauses wurde zerstört, was es an die Wände seines Werkstattgebäudes gemalt hatte — von der Schule, die an seine Stelle trat.
Die hier zerstörten Wandgestaltungen entstanden sieben Jahre zuvor für jene Ausstellung.