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Oskar Schlemmer

1888–1943
deutsch
MalerBildhauerChoreographBauhausmeister

Biografie

Im Januar 1921 berief Gropius Oskar Schlemmer als einen der ersten Meister nach Weimar — und bekam einen Maler, der in Körpern und Räumen dachte, nicht in Bildern.

Die Werkstätten, die man ihm gab

1888 in Stuttgart geboren, leitete er die Wandmalerei im Wechsel mit Johannes Itten und unterrichtete Aktzeichnen; 1922/23 führte er als Formmeister die Steinbildhauerei, die Holzbildhauerei und interimsweise die Metallwerkstatt.[1] Das sieht nach Unruhe aus und ist eher das Gegenteil: Die Schule gab ihm der Reihe nach die Werkstätten, in denen die menschliche Figur das Problem war.

Die Bühne, 1923–1929

Von 1923 bis 1929 leitete er die Bühnenwerkstatt, erst in Weimar, dann in Dessau — daher rührt der Ruf des Bauhauses in Tanz, Kostüm und choreographiertem Raum. Sein Triadisches Ballett, dessen erste Figurinen von 1920 stammen, wurde 1922 in Stuttgart uraufgeführt:[1] das bekannteste Werk eines Bauhausmeisters, entstanden außerhalb der Schule und bevor er die Bühne hatte.

Die Wandgestaltungen und ihr Ende, 1923–1930

In Weimar entstand sein sichtbarstes Werk für die Ausstellung von 1923: Reliefs und ein Wandbild im Werkstattgebäude. Lange blieben sie nicht. Der „Säuberung“ im Vorfeld der Eröffnung der Staatlichen Hochschulen für Baukunst, bildende Künste und Handwerk 1930 fielen auch Schlemmers Wandbilder im ehemaligen Werkstattgebäude zum Opfer[2] — im selben Jahr, in dem die NSDAP in Thüringen mitregierte und Paul Schultze-Naumburg an die Spitze der Weimarer Kunstlehranstalten gesetzt wurde.[3] Zu sehen sind heute Rekonstruktionen: 1979 vom Bildhauer Hubert Schiefelbein, 1980 vom Maler Bruno Dolinski.[2]

Ein Haus in der Prellerstraße

Er zog später mit Frau und drei Kindern in ein Privathaus in der Prellerstraße, Nummer 14.[4] Drei Kinder in einer Weimarer Mietwohnung sind der Teil eines Meisterlebens, den die Fotografien der Schule nie zeigen — und er gehört neben die Wandgestaltungen in jede Darstellung dessen, was er hier tat.

Nach dem Bauhaus, 1929–1943

Am 11. Juli 1929 verließ er die Schule; 1943 starb er in Baden-Baden.[1] Von seinem Weimarer Werk existiert heute nur die sorgfältige Kopie anderer Hände — auch eine Art Nachleben.

Was Besucher fragen

Welche Rolle hatte Oskar Schlemmer am Bauhaus?
Er war einer der ersten Meister, im Januar 1921 von Walter Gropius berufen. Er leitete die Wandmalerei, das Aktzeichnen, die Stein- und Holzbildhauerei und ab 1923 bis 1929 die Bühnenwerkstatt.[1]
Was ist das Triadische Ballett?
Schlemmers bekanntestes Werk, dessen Figurinen von 1920 stammen und das 1922 in Stuttgart uraufgeführt wurde — entstanden außerhalb des Bauhauses, bevor er überhaupt die Bühnenwerkstatt leitete.[1]
Kann man Schlemmers originale Wandgestaltungen in Weimar sehen?
Nein — seine Reliefs und sein Wandbild von 1923 für das Werkstattgebäude wurden bei einer „Säuberung“ 1930 zerstört, bevor das Gebäude unter neuer Leitung wieder eröffnete. Zu sehen sind heute Rekonstruktionen von 1979 und 1980.[2]
Kann man den Ort besuchen, an dem Schlemmer arbeitete?
Ja, die Bauhaus-Universität Weimar, im van-de-Velde-Bau, wo seine rekonstruierten Wandgestaltungen heute stehen.

Quellen

  1. Oskar Schlemmer — Bauhaus Kooperation, abgerufen am 29. August 2026
  2. Van-de-Velde-Bau — Bauhaus-Universität Weimar, abgerufen am 29. August 2026
  3. Geschichte — Bauhaus-Universität Weimar, abgerufen am 29. August 2026
  4. Bauhausstätten in Weimar — Stadt Weimar, abgerufen am 29. August 2026

Werke & Leistungen

Triadisches Ballett (Figurinen ab 1920, Uraufführung Stuttgart 1922)

Wandgestaltungen im Weimarer Werkstattgebäude (1923)

die Bauhausbühne

Verbundene Orte in Weimar

Geschwister-Scholl-Straße 8, 99423 Weimar

Seine Reliefs und das Treppenhausbild von 1923 entstanden für van de Veldes Werkstattgebäude; 1930 entfernt, seit 1979/80 als Rekonstruktion wieder da.[^uni-weimar-vandevelde-bau]

Historischer Kontext

Einer der ersten Meister der Weimarer Schule, ab Januar 1921.

Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar gegründet und war 1925 wieder fort — Zeit genug, um zu ändern, was eine Gestaltungsschule ist, und zu wenig für die Stadt, die es hervorgebracht hat, um es zu behalten.

Mehr über diese Epoche →

Kurzprofil

Geboren:

1888

Gestorben:

1943

Nationalität:

deutsch

Rollen:
MalerBildhauerChoreographBauhausmeister

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Die Wochen, in denen sich das Bauhaus zum ersten Mal öffentlich zeigte — an drei Orten und in einem Haus, das dafür erst gebaut werden musste.

Seine Wandgestaltungen im Werkstattgebäude zählten zu ihren künstlerischen Höhepunkten.

Eine Wahl, ein halbierter Etat, gekündigte Verträge zum 31. März 1925 — nach sechs Jahren ging die Schule nach Dessau.

Einer der Meister, deren Verträge das Land zum 31. März 1925 aufhob; er ging mit nach Dessau.

Fünf Jahre nach dem Weggang des Bauhauses wurde zerstört, was es an die Wände seines Werkstattgebäudes gemalt hatte — von der Schule, die an seine Stelle trat.

Die verlorenen Arbeiten waren seine, geschaffen für die Ausstellung von 1923.