Georg Muche
Biografie
Das einzige Haus, das das Bauhaus in Weimar baute, hat ein Maler entworfen — dieser hier.
Jüngster Meister, 1920
Georg Muche, 1895 in Querfurt geboren, wurde 1920 von Walter Gropius als jüngster Meister an das Staatliche Bauhaus berufen — jung genug, dass ihm zunächst Organisatorisches und Pädagogisches zufiel und keine eigene Werkstatt. 1921/22 leitete er gemeinsam mit Johannes Itten den Vorkurs, was dem Haus am nächsten an eine Lehre im Unterrichten herankam.
Die Weberei, 1921–1925
Ab 1921 führte er als Formmeister die Weberei und behielt sie, bis die Schule 1925 Weimar verließ — die größte und produktivste Werkstatt des Hauses. In ihr lernte Gunta Stölzl ab 1921 ihr Handwerk, bei ihm, bevor sie die Weberei in Dessau von 1926 bis 1931 selbst leitete. Über diese Reihenfolge lässt sich etwas über die Schule sagen: Über die Webstühle wurde ein Maler gesetzt, der nie gewebt hatte, und die Weberin, die er ausbildete, leitete sie am Ende.
1923: eine Ausstellung und ein Haus
Im selben Jahr tat er beides, wofür Weimar ihn kennt: Er leitete die erste große Ausstellung der Schule und lieferte die Entwürfe für das Versuchshaus Am Horn, ihr Schaustück. Dass ein Maler das einzige gebaute Werk des Bauhauses entwirft, klingt nach einem Zufall der Geschichte; an einer Schule, die Kunst und Bau für ein Problem hielt, war es das Programm.
Eine halbe Etage in der Steubenstraße, 1920–1925
Das Verzeichnis der Bauhaus-Stätten der Stadt führt ihn für seine Weimarer Zeit im rechten Teil der ersten Etage eines Privathauses in der Steubenstraße 40 — derselben Straße, in der Gropius wohnte, Nummer 32. Eine Kolonie war das nicht: Die Meister mieteten in denselben gewöhnlichen Straßen wie alle anderen, und zwei von ihnen landeten zufällig in derselben.
Dessau und danach, 1925–1987
Mit dem Bauhaus ging er nach Dessau, führte die Weberei dort bis 1927 weiter, baute 1926 mit Richard Paulick das Stahlhaus und verließ die Schule nach den internen Auseinandersetzungen der Dessauer Jahre. 1987 starb er in Lindau am Bodensee.
Was Besucher fragen
- Was hat Georg Muche in Weimar entworfen?
- Das Haus Am Horn, die einzige gebaute Architektur des Weimarer Bauhauses, als Schaustück der ersten großen Ausstellung der Schule 1923.
- Welche Rolle hatte Georg Muche am Bauhaus?
- Er war jüngster Meister, 1920 von Walter Gropius berufen. 1921/22 leitete er gemeinsam mit Johannes Itten den Vorkurs, danach führte er als Formmeister die Weberei, bis die Schule 1925 Weimar verließ.
- Hat Georg Muche bekannte Schüler unterrichtet?
- Ja — Gunta Stölzl lernte ab 1921 bei ihm das Weberhandwerk, bevor sie die Weberei in Dessau von 1926 bis 1931 selbst leitete.
- Kann man Orte besuchen, die mit Georg Muche verbunden sind?
- Ja: das Haus Am Horn, das er entwarf, und die Bauhaus-Universität Weimar, wo er den Vorkurs unterrichtete und die Weberei leitete.
Werke & Leistungen
Haus Am Horn, Weimar (1923)
Stahlhaus Dessau (1926, mit Richard Paulick)
Bauhaus-Ausstellung 1923
Verbundene Orte in Weimar
Am Horn 61, 99425 Weimar
Von ihm ist der Entwurf — die einzige gebaute Architektur des Weimarer Bauhauses.
Geschwister-Scholl-Straße 8, 99423 Weimar
Er unterrichtete in den van-de-Velde-Bauten, die die Schule übernommen hatte: erst der Vorkurs mit Itten, dann die Weberei.
Historischer Kontext
Jüngster Meister der Weimarer Schule, von 1920 bis zum Weggang nach Dessau.
Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar gegründet und war 1925 wieder fort — Zeit genug, um zu ändern, was eine Gestaltungsschule ist, und zu wenig für die Stadt, die es hervorgebracht hat, um es zu behalten.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1895
1987
deutsch
In Weimars Geschichte
In Weimars Geschichte
Die Wochen, in denen sich das Bauhaus zum ersten Mal öffentlich zeigte — an drei Orten und in einem Haus, das dafür erst gebaut werden musste.
Er leitete sie und entwarf das Haus, das ihr Schaustück war.
Eine Wahl, ein halbierter Etat, gekündigte Verträge zum 31. März 1925 — nach sechs Jahren ging die Schule nach Dessau.
Er zog mit und führte die Weberei in Dessau bis 1927 weiter.