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Walter Gropius

1883–1969
deutsch-amerikanisch
ArchitektGründer und Direktor des BauhausesLehrer

Biografie

Walter Gropius, geboren am 18. Mai 1883 in Berlin, gründete im April 1919 in Weimar das Staatliche Bauhaus und leitete es durch seine sechs Weimarer Jahre, bis die Schule 1925 nach Dessau zog. Er kam aus dem Büro von Peter Behrens und vom Fagus-Werk in Alfeld von 1911; in Weimar vereinigte er die Kunsthochschule mit Henry van de Veldes Kunstgewerbeschule, schrieb das Manifest, dessen erster Satz das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit im Bau sieht, stellte jede Werkstatt unter einen Handwerker und einen Künstler zugleich und richtete 1923 die Ausstellung mit dem Haus Am Horn aus. Sein eigener Weimarer Bau ist das Denkmal der Märzgefallenen von 1922. 1928 übergab er die Schule an Hannes Meyer, 1934 emigrierte er nach England, 1937 nach Harvard, und am 5. Juli 1969 starb er in Boston.

Berlin 1883, Büro Behrens 1907, Fagus-Werk 1911

Gropius wurde am 18. Mai 1883 in Berlin geboren. 1907 trat er durch Vermittlung von Karl Ernst Osthaus in das Büro des Architekten und Industriedesigners Peter Behrens ein, in dem auch Mies van der Rohe arbeitete, und wurde im selben Jahr Mitglied des Deutschen Werkbundes. Seine erste bedeutende Arbeit war die künstlerische Baugestaltung der Schuhleistenfabrik Fagus-Werk in Alfeld an der Leine, Vertrag vom 13. Mai 1911, deren Glas-und-Stahl-Front seinen Namen machte, bevor er je gelehrt hatte.

Weimar, April 1919: das Staatliche Bauhaus

1919 wurde Gropius auf Vorschlag Henry van de Veldes als dessen Nachfolger zum Direktor der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst in Weimar ernannt und gab der neuen Schule den Namen Staatliches Bauhaus in Weimar. Der 1. April 1919 gilt als Gründungstag; am 12. April vereinigte er sie förmlich mit der aufgelösten Kunstgewerbeschule, die van de Velde aufgebaut hatte. Sein Programm vom April 1919, das sechsseitige Faltblatt, das heute Manifest heißt, beginnt mit dem Satz, der seither für die Schule steht: „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau!“

1919–1925: Werkmeister und Formmeister, der Vorkurs

Neu war die Form der Lehre: In jeder Werkstatt leiteten ein Handwerker als Werkmeister und ein Künstler als Formmeister die Ausbildung gemeinsam, und jeder Studierende begann mit dem Vorkurs, einem Probesemester, in dem die persönliche Eignung getestet und die handwerklichen und gestalterischen Grundlagen vermittelt wurden. Gropius berief die Meister – Feininger, Itten, Klee, Kandinsky, Schlemmer, Muche, Moholy-Nagy unter ihnen – und forderte an Stelle der akademischen Lehre einen Neubeginn der Baukultur.

1921–1922: Haus Sommerfeld und das Denkmal der Märzgefallenen

Mit Adolf Meyer entwarf und baute er 1921 das Haus Sommerfeld in Berlin. 1922 wurde auf dem Weimarer Hauptfriedhof sein Denkmal der Märzgefallenen enthüllt, im Auftrag der Gewerkschaft errichtet zu Ehren der Arbeiter, die im Widerstand gegen den Kapp-Putsch von 1920 gefallen waren – ein Blitz aus Beton, aus dem Boden getrieben. Die Nationalsozialisten zerstörten es; das Denkmal, das heute auf dem Friedhof steht, ist die Replik von 1946.

1923: die Bauhaus-Ausstellung und das Haus Am Horn

Die Bauhaus-Ausstellung 1923 war die erste große Selbstdarstellung der Schule, von Gropius ausgerichtet, und für sie entstand das Haus Am Horn – das erste erhaltene architektonische Zeugnis des frühen Bauhauses. Der Entwurf stammt von Georg Muche, dem jüngsten Meister, den Gropius 1920 berufen hatte; ausgeführt hat es sein eigenes Baubüro.

Steubenstraße 32, 1920–1925: wo er wohnte

Nach seiner Ankunft wohnte Gropius mit seiner ersten Frau Alma Mahler und der Tochter Manon im Hotel Elephant am Markt. Von 1920 bis 1925 wohnte er im zweiten Stock der Steubenstraße 32, dem Eckhaus an der Straße, die heute seinen Namen trägt; eine Gedenktafel erinnert daran, und das Haus steht auf der Liste der Kulturdenkmale Weimars.

1925–1969: Dessau, Harvard, Boston

Nach der Thüringer Landtagswahl 1924 wurde der Etat des Bauhauses umgehend um die Hälfte gekürzt und die Verträge der Lehrenden zum 31. März 1925 aufgehoben; im Dezember kündigten Gropius und die Meister ihrerseits, und 1925 zog das Bauhaus nach Dessau, wo er das Bauhausgebäude von 1925/26 und die Meisterhäuser entwarf. 1928 übergab er das Amt des Direktors an den Schweizer Architekten Hannes Meyer. Nachdem die Nationalsozialisten das Bauhaus 1934 als „Kirche des Marxismus“ angegriffen hatten, emigrierte er nach London, 1937 in die Vereinigten Staaten als Professor für Architektur an der Graduate School of Design der Harvard University; 1946 gründete er The Architects Collaborative. Er starb am 5. Juli 1969 in Boston, sechsundachtzig Jahre alt, als amerikanischer Staatsbürger.

Was Besucher fragen

Wer gründete das Bauhaus, und wann?
Walter Gropius, im April 1919 in Weimar: Auf Vorschlag Henry van de Veldes zum Direktor der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst ernannt, gab er ihr den Namen Staatliches Bauhaus; der 1. April 1919 gilt als Gründungstag, am 12. April folgte die Vereinigung mit der Kunstgewerbeschule.
Wo wohnte Gropius in Weimar?
Zuerst im Hotel Elephant am Markt, mit Alma Mahler und der Tochter Manon; von 1920 bis 1925 im zweiten Stock der Steubenstraße 32, wo eine Gedenktafel an ihn erinnert.
Warum verließ das Bauhaus Weimar?
Nach der Thüringer Landtagswahl 1924 kürzte die neue Mehrheit den Etat der Schule um die Hälfte und hob die Verträge der Lehrenden zum 31. März 1925 auf. Gropius und die Meister kündigten im Dezember 1924 ihrerseits, und 1925 zog die Schule nach Dessau.
Was hat Gropius in Weimar gebaut?
Das Denkmal der Märzgefallenen auf dem Hauptfriedhof, 1922 enthüllt für die im Widerstand gegen den Kapp-Putsch gefallenen Arbeiter, unter den Nationalsozialisten zerstört und 1946 als Replik wieder aufgestellt. Das Haus Am Horn von 1923 entwarf Georg Muche; Gropius' Baubüro führte es aus.
Wo ist das Bauhaus-Museum in Weimar?
Das Bauhaus-Museum Weimar der Klassik Stiftung, Stéphane-Hessel-Platz 1, eröffnete 2019 zum hundertsten Geburtstag der Schule und zeigt die älteste Bauhaus-Sammlung der Welt, die Gropius in den 1920er Jahren anlegte. Geöffnet Mittwoch bis Montag von 10 bis 18 Uhr; Erwachsene 11 Euro.
Was steht im Bauhaus-Manifest?
Gropius' Programm vom April 1919 beginnt: „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau!“ Architekten, Maler und Bildhauer sollten die vielgliedrige Gestalt des Baues in seiner Gesamtheit und in seinen Teilen wieder kennen lernen, und die Handwerke sollten unter ihm wieder vereint werden.

Bekannte Zitate

“Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! Architekten, Maler und Bildhauer müssen die vielgliedrige Gestalt des Baues in seiner Gesamtheit und in seinen Teilen wieder kennen und begreifen lernen.”

— Walter Gropius

Werke & Leistungen

Bauhaus-Manifest (1919)

Fagus-Werk, Alfeld (1911)

Haus Sommerfeld, Berlin (1921, mit Adolf Meyer)

Denkmal der Märzgefallenen, Weimar (1922)

Bauhausgebäude Dessau (1925/26)

The Architects Collaborative (1946)

Verbundene Orte in Weimar

Stéphane-Hessel-Platz 1, 99423 Weimar

Er legte die Sammlung in den 1920er Jahren an, während er die Schule noch leitete.

Geschwister-Scholl-Straße 8, 99423 Weimar

Hier gründete er 1919 das Bauhaus; sein rekonstruiertes Direktorenzimmer liegt im Hauptgebäude.

Hauptfriedhof, Berkaer Straße, 99425 Weimar

1922 von ihm entworfen, während er das Bauhaus leitete — seine politischste Weimarer Arbeit.

Theaterplatz 2, 99423 Weimar

Er erhielt 1921 den Entwurfsauftrag — als Leiter des Bauhauses und Berater des Staates in künstlerischen Fragen.

Am Horn 61, 99425 Weimar

Sein Baubüro führte den Bau aus; die Ausstellung von 1923, für die das Haus entstand, war seine.

Historischer Kontext

Er gründete die Schule im April 1919 in Weimar und leitete sie durch die gesamte Weimarer Zeit, bis zum Umzug nach Dessau 1925.

Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar gegründet und war 1925 wieder fort — Zeit genug, um zu ändern, was eine Gestaltungsschule ist, und zu wenig für die Stadt, die es hervorgebracht hat, um es zu behalten.

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Kurzprofil

Geboren:

1883

Gestorben:

1969

Nationalität:

deutsch-amerikanisch

Rollen:
ArchitektGründer und Direktor des BauhausesLehrer

Veranstaltungen

Veranstaltungen

Bauhaus-Spaziergang

Freitags und samstags 14 Uhr, vom 21. März bis 1. November auch mittwochs

Gründete die Schule 1919 hier, in Räumen, die ein anderer entworfen hatte.

NEW bauhaus

Ein Wochenende Anfang September

Gropius gründete das Bauhaus 1919 hier.

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten

Adolf Meyer

1881–1929 • Architekt • außerordentlicher Meister für Architektur am Bauhaus • Lehrer

Ab 1910 sein Büroleiter — und am Bauhaus der Mann, der sein Bauatelier führte.

Georg Muche

1895–1987 • Maler • Bauhausmeister • Leiter der Weberei

Gropius berief ihn 1920 und übertrug ihm die Leitung der Ausstellung von 1923.

Gerhard Marcks

1889–1981 • Bildhauer • Bauhausmeister • Leiter der Keramischen Werkstatt

Gropius berief ihn 1919 unter den ersten Meistern.

Henry van de Velde

1863–1957 • Architekt • Designer • Gründer der Weimarer Kunstgewerbeschule

Vor seinem Weggang aus Deutschland 1917 empfahl er Gropius als Nachfolger.

Johannes Itten

1888–1967 • Maler • Kunstpädagoge • Bauhausmeister

Gropius berief ihn 1919 und verlor ihn 1923 an Differenzen, aus denen die Schule verändert hervorging.

Joost Schmidt

1893–1948 • Bildhauer • Typograf • Bauhausmeister

Sein Angebot einer Jungmeisterstelle in Dessau stach 1925 den Weimarer Vertrag aus.

Josef Albers

1888–1976 • Maler • Gestalter • Lehrer

Gropius berief ihn 1923 in das Kollegium.

László Moholy-Nagy

1895–1946 • Künstler • Fotograf • Bauhausmeister

Gropius berief ihn im März 1923 als Meister.[^bauhauskooperation-moholynagy]

Lothar Schreyer

1886–1966 • Dramatiker • Maler • Leiter der Bauhausbühne

Gropius berief ihn 1921 als Meister nach Weimar.[^bauhauskooperation-schreyer]

Ludwig Mies van der Rohe

1886–1969 • Architekt • Möbelgestalter • letzter Direktor des Bauhauses

Gropius schlug ihn 1930 als Direktor vor, um die Schule nach Meyers Absetzung zu stabilisieren.

Lyonel Feininger

1871–1956 • Maler • Grafiker • Bauhausmeister

Gropius berief ihn im Mai 1919, unter den ersten Meistern der neuen Schule.

Marcel Breuer

1902–1981 • Möbelgestalter • Architekt • Bauhausschüler, dann Meister

Gropius unterrichtete ihn in der Tischlerei und berief ihn 1925 zum Jungmeister.

Marianne Brandt

1893–1983 • Gestalterin • Metallgestalterin • Fotografin

1929, nach dem Diplom, arbeitete sie in seinem Architekturbüro.

Oskar Schlemmer

1888–1943 • Maler • Bildhauer • Choreograph • Bauhausmeister

Gropius berief ihn im Januar 1921, unter den ersten Meistern.[^bauhauskooperation-schlemmer]

Paul Klee

1879–1940 • Maler • Bauhausmeister • Lehrer

Gropius berief ihn 1920 nach Weimar.

Wassily Kandinsky

1866–1944 • Maler • Bauhausmeister • Lehrer

Gropius berief ihn im Juni 1922 an das Bauhaus.

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Sechs gefaltete Seiten mit einer Kathedrale vorn — das Papier, das Weimar erklärte, wozu die neue Schule da sein sollte.

Er schrieb es im April 1919 als Programm der Schule, die er eben übernommen hatte.

Walter Gropius übernahm im geschlagenen Land eine großherzogliche Kunsthochschule und nannte sie Staatliches Bauhaus.

Am 1. April 1919 zum Direktor ernannt, benannte er die Hochschule um.

Die Wochen, in denen sich das Bauhaus zum ersten Mal öffentlich zeigte — an drei Orten und in einem Haus, das dafür erst gebaut werden musste.

Er richtete sie als Direktor der Schule aus.

Eine Wahl, ein halbierter Etat, gekündigte Verträge zum 31. März 1925 — nach sechs Jahren ging die Schule nach Dessau.

Er kündigte im Dezember 1924 mit den Meistern und brachte die Schule nach Dessau.