Elie Wiesel
Biografie
Sechzehn Jahre alt, als ihn im Januar 1945 ein Räumungstransport mit seinem Vater nach Buchenwald brachte, am 11. April dort befreit — und später jener Schriftsteller, der die Lager für Nachgeborene lesbar machte.
Sighet, Auschwitz, Buchenwald, 1928–1945
Geboren wurde er am 30. Oktober 1928 in Sighet in Rumänien. Im Frühjahr 1944 wurde Sighet zum Ghetto erklärt, die Familie Wiesel zur Zwangsarbeit eingesetzt und nach Auschwitz-Birkenau und Buna (Auschwitz III) verbracht. Seine Mutter und seine jüngere Schwester wurden ermordet. Ende Januar 1945 gelangte Elie Wiesel mit seinem Vater auf einem Räumungstransport nach Buchenwald, ins Kleine Lager — den schlimmsten Teil eines Lagers, das die Transporte aus dem Osten längst überfüllt hatten.
11. April 1945
Am 11. April 1945 wurde er in Buchenwald befreit,[1] mit sechzehn Jahren. Am selben Nachmittag hielten die bewaffneten Häftlinge des Internationalen Lagerkomitees das Tor, und über 900 Kinder und Jugendliche waren unter denen, die auf dem Berg noch lebten. Was dieser Tag für die war, denen er widerfuhr, ist das, was sein späteres Werk jahrzehntelang in eine Sprache zu bringen versuchte, die andere lesen können.
Das Buch und die zwölf Jahre davor, 1945–2016
Er ging nach Paris und studierte Philosophie und Literatur. 1956 erschien seine auf Jiddisch geschriebene Zeugenaussage „Un di Welt hot geschwign“ (Und die Welt hat geschwiegen), die in gekürzter Form 1958 als „Nacht“ seinen Ruhm als Schriftsteller begründete. 1986 erhielt er für sein Engagement für Menschenwürde, Frieden und Völkerverständigung den Friedensnobelpreis.[1] Am 2. Juli 2016 starb er in New York.
Was Besucher fragen
- Welche Verbindung hat Elie Wiesel zu Buchenwald?
- Ende Januar 1945 brachte ihn und seinen Vater ein Räumungstransport nach Buchenwald, ins Kleine Lager. Am 11. April 1945 wurde er dort mit sechzehn Jahren befreit.[1]
- Was schrieb Elie Wiesel über seine Erfahrungen?
- 1956 erschien seine jiddisch geschriebene Zeugenaussage „Un di Welt hot geschwign“ (Und die Welt hat geschwiegen), die in gekürzter Form 1958 als „Nacht“ seinen Ruhm als Schriftsteller begründete.
- Hat Elie Wiesel einen Nobelpreis gewonnen?
- Ja, 1986 den Friedensnobelpreis,[1] für sein Engagement für Menschenwürde, Frieden und Völkerverständigung.
- Kann man in Buchenwald mehr über Elie Wiesel erfahren?
- Ja, in der Gedenkstätte Buchenwald, die das Lager bewahrt, in dem er im Kleinen Lager Häftling war und am 11. April 1945 befreit wurde.
Quellen
- Elie Wiesel — Gedenkstätte Buchenwald, abgerufen am 30. August 2026
Verbundene Orte in Weimar
Buchenwald, 99427 Weimar
Er war Häftling im Kleinen Lager jenes Lagers, das diese Gedenkstätte bewahrt, und wurde hier mit sechzehn befreit.
Historischer Kontext
Ende Januar 1945 auf einem Räumungstransport aus Auschwitz nach Buchenwald gebracht.
Das Regime wollte Weimar wegen dessen Namen — und errichtete auf dem Berg über der Stadt ein Konzentrationslager. Beides gehört zu denselben zwölf Jahren.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1928
2016
rumänisch-amerikanisch
In Weimars Geschichte
In Weimars Geschichte
Ab Juli 1937 ließ die SS Häftlinge auf dem Ettersberg ein Lager bauen, auf dem bewaldeten Höhenzug über der Stadt. 277.800 Menschen aus über fünfzig Ländern waren dort inhaftiert; 56.000 überlebten es nicht.
Einer der 277.800, die die Gedenkstätte zählt — eingetroffen im letzten Winter des Lagers.
Am 11. April 1945, als Panzerdivisionen der III. US-Armee heranrückten, verließ die SS auf Befehl das Lager, und bewaffnete Häftlinge besetzten das Tor.
Am 11. April 1945 wurde er befreit.