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Hermann Brill

1895–1959
deutsch
SozialdemokratJuristWiderstandsorganisatorPolitiker

Biografie

Ein thüringischer Sozialdemokrat, wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt, der in Buchenwald einen parteiübergreifenden Kreis politischer Häftlinge bildete — und später am Grundgesetz mitarbeitete.

Eine Laufbahn, die 1933 endete

Am 9. Februar 1895 in Gräfenroda geboren, war Brill Sozialdemokrat und promovierter Jurist, saß im Thüringer Landtag und danach im Reichstag. Die nationalsozialistische Machtübernahme beendete das. Er ging nach Berlin und blieb bis zu seiner Verhaftung im Widerstand tätig; 1938 wurde er wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ verurteilt und 1943 aus der Haft nach Buchenwald überstellt.

Das Volksfrontkomitee

Im Lager bildete er das Volksfrontkomitee, einen geheimen, parteiübergreifenden Kreis politischer Häftlinge. Das ist kein kleiner Unterschied. Die illegale Organisation in Buchenwald war weitgehend kommunistisch geführt, und ein Sozialdemokrat, der darin ein überparteiliches Gremium aufbaute, führte einen Streit darüber, was nach dem Lager kommen sollte — zu einer Zeit, als niemand wusste, ob er es erleben würde.

„Für Freiheit, Frieden und Sozialismus“

Unter diesem Titel legte das Komitee ein Manifest vor, das Brill nach der Befreiung präsentierte. Ein Programm, von Häftlingen für ein Deutschland geschrieben, das es noch nicht gab, ist die Art Dokument, die gewöhnlich verschwindet; dieses blieb erhalten, weil der Mann, der es schrieb, es blieb.

Zwei Republiken, 1945–1959

1945 war er kurz Regierungspräsident in Thüringen, ehe er nach Hessen ging. Danach arbeitete er am Grundgesetz mit und saß im Bundestag. Sein Leben durchquert damit dieses ganze Thema: gewählt in der Weimarer Republik, eingesperrt von dem, was sie ablöste, und Mitverfasser der Verfassung dessen, was danach kam — dieselbe Abfolge, die auch der Name dieser Stadt zu tragen hat.

Was Besucher fragen

Welche Verbindung hat Hermann Brill zu Buchenwald?
1938 wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt, wurde er 1943 aus der Haft nach Buchenwald überstellt. Im Lager bildete er das Volksfrontkomitee, einen geheimen, parteiübergreifenden Kreis politischer Häftlinge.
Was hat das Volksfrontkomitee hervorgebracht?
Ein Manifest mit dem Titel „Für Freiheit, Frieden und Sozialismus“, das Brill nach der Befreiung präsentierte.
Was tat Hermann Brill nach dem Krieg?
1945 war er kurz Regierungspräsident in Thüringen, danach arbeitete er am Grundgesetz mit und saß im Bundestag.
Kann man in Buchenwald mehr über Hermann Brill erfahren?
Ja, in der Gedenkstätte Buchenwald, die das Lager bewahrt, in dem er das Volksfrontkomitee bildete.

Verbundene Orte in Weimar

Buchenwald, 99427 Weimar

Häftling des Lagers, das die Gedenkstätte bewahrt, und Verfasser des Manifests, das seine politischen Häftlinge dort schrieben.

Historischer Kontext

Thüringer Landtags- und Reichstagsabgeordneter der Republik, bis 1933 seine Laufbahn beendete.

Dass Deutschlands erste Demokratie nach dieser Stadt heißt, hat einen beinahe zufälligen Grund: 1919 war die Hauptstadt zu gefährlich, um darin eine Verfassung zu schreiben, und Weimar war ruhig.

Mehr über diese Epoche →

1938 wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt, 1943 aus der Haft nach Buchenwald überstellt.

Das Regime wollte Weimar wegen dessen Namen — und errichtete auf dem Berg über der Stadt ein Konzentrationslager. Beides gehört zu denselben zwölf Jahren.

Mehr über diese Epoche →

Kurzprofil

Geboren:

1895

Gestorben:

1959

Nationalität:

deutsch

Rollen:
SozialdemokratJuristWiderstandsorganisatorPolitiker

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Ab Juli 1937 ließ die SS Häftlinge auf dem Ettersberg ein Lager bauen, auf dem bewaldeten Höhenzug über der Stadt. 277.800 Menschen aus über fünfzig Ländern waren dort inhaftiert; 56.000 überlebten es nicht.

Im Lager bildete er das Volksfrontkomitee, einen geheimen, parteiübergreifenden Kreis politischer Häftlinge.

Am 11. April 1945, als Panzerdivisionen der III. US-Armee heranrückten, verließ die SS auf Befehl das Lager, und bewaffnete Häftlinge besetzten das Tor.

Nach der Befreiung legte er das Manifest des Komitees vor.