Johann Friedrich I.
Auch bekannt als: Johann Friedrich der Großmütige
Biografie
Johann Friedrich I. war Kurfürst von Sachsen (1532–1547) und eine Schlüsselfigur des Protestantismus; sein Schicksal führte ihn nach Weimar und hob den Rang der Stadt Mitte des 16. Jahrhunderts. Als entschiedener Verbündeter Martin Luthers führte er den Schmalkaldischen Bund der protestantischen Fürsten an. 1547 von Kaiser Karl V. besiegt und gefangen genommen, verlor er die Kurwürde und große Teile seines Landes. Nach seiner Freilassung 1552 wählte er Weimar zur Hauptstadt seiner verbliebenen Gebiete, des Herzogtums Sachsen-Weimar, und machte die Stadt damit dauerhaft zur herzoglichen Residenz. Seine letzten beiden Lebensjahre verbrachte er hier; 1554 starb er in Weimar und wurde in der Herderkirche beigesetzt. Mit seinem Umzug begann eine neue Epoche: Von da an war Weimar Sitz seiner ernestinischen Linie. Bekannt für Mut und Großmut — daher sein Beiname —, förderte er Kunst und Gelehrsamkeit; sein Hof legte früh den Grund für die kulturelle Blüte der Stadt. Die Freundschaft mit Lucas Cranach und sein Eintreten für die lutherische Reform machten Weimar zu einem regionalen Zentrum der Reformation. Als der Herzog, der Weimar zur Hauptstadt machte, bleibt Johann Friedrich I. in Erinnerung.
Werke & Leistungen
Erhebung Weimars zur herzoglichen Residenz
Förderung des Drucks der Lutherbibel
Verbundene Orte in Weimar
Herderplatz 8, 99423 Weimar
Stiftete den Cranach-Altar und ist darauf dargestellt; in der Fürstengruft unter der Kirche beigesetzt
Beleg: Die Altartafel zeigt Luther, flankiert von Johann Friedrich als Stifter
Historischer Kontext
Machte Weimar nach 1552 zur herzoglichen Hauptstadt und begründete die dauerhafte Hofhaltung in der Stadt
Historischer Beleg: Weimar wurde 1552 nach seiner Gefangenschaft seine Residenz
Die Reformation veränderte Weimar vom 16. Jahrhundert an grundlegend. 1525 wurde das Luthertum eingeführt; Martin Luther selbst war mehrfach in Weimar zu Gast. Nachdem der ernestinische Herzog Johann Friedrich I. („der Großmütige“) 1547 unterlegen war, machte er Weimar nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft 1552 zur Hauptstadt seines verkleinerten Territoriums. Für Jahrhunderte blieb Weimar herzogliche Residenz von Sachsen-Weimar. Unter herzoglicher Förderung erlebte die Stadt eine Blüte: Neue Schlösser und Gärten entstanden, darunter die frühen Bauphasen des Stadtschlosses und Renaissance-Bürgerhäuser rund um den Markt. Das 17. Jahrhundert brachte Rückschläge — etwa den Dreißigjährigen Krieg — und wirtschaftlichen Niedergang; im frühen 18. Jahrhundert erholte sich Weimar als absolutistische Residenz. Von 1708 bis 1717 wirkte Johann Sebastian Bach hier als Hoforganist und komponierte zahlreiche Werke. Die Regentschaft der Herzogin Anna Amalia (1758–1775) brachte die Aufklärung nach Weimar: Sie holte Dichter an den Hof und ließ die Herzogin Anna Amalia Bibliothek einrichten (1766). Am Ende des 18. Jahrhunderts stand die Stadt an der Schwelle zu ihrem goldenen Zeitalter. Religiöser Wandel und herzogliche Konsolidierung legten den Grund für Weimars Aufstieg zum Zentrum des deutschen Geisteslebens.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1503
1554
deutsch