Herderkirche (St. Peter und Paul)
Über diesen Ort
Die Weimarer Stadtkirche St. Peter und Paul — allgemein Herderkirche genannt — ist die evangelische Hauptkirche der Stadt und ein bedeutender Ort der Reformation. Im 15. Jahrhundert gotisch erbaut (1500 geweiht), wurde sie 1774 durch einen Brand schwer beschädigt und bis 1803 mit schlichterem Innenraum wiederhergestellt. Ihren Beinamen trägt sie nach Johann Gottfried Herder, dem Dichter und Theologen, der von 1776 bis 1803 Generalsuperintendent in Weimar war und hier in der Gruft bestattet ist. Der größte Schatz ist der Altar: ein Triptychon, 1555 von Lucas Cranach dem Älteren und seinem Sohn gemalt, mit der Kreuzigung im Zentrum und Bildnissen Luthers und der sächsischen Fürsten — ein Werk zwischen Reformation und Kunst. Der helle Raum mit weißen Wänden, hölzernen Emporen und der großen Orgel (1812 eingebaut, gespielt von Schülern J. S. Bachs) ist bis heute Gemeindekirche und zugleich ein Ziel für Gäste. Der Cranach-Altar lässt sich aus der Nähe betrachten, ebenso Herders Grabplatte. Als Teil des UNESCO-Ensembles „Klassisches Weimar“ verbindet die Herderkirche die Glaubensreform der Lutherzeit mit dem aufgeklärten Christentum Herders.
Verbundene Persönlichkeiten
Maler • Grafiker
Malte mit seiner Werkstatt den Altar von 1555 in dieser Kirche; nach seinem Tod in Weimar hier beigesetzt
Beleg: Cranachs Altar (1555) steht in St. Peter und Paul (Herderkirche)
Herzog • Kurfürst
Stiftete den Cranach-Altar und ist darauf dargestellt; in der Fürstengruft unter der Kirche beigesetzt
Beleg: Die Altartafel zeigt Luther, flankiert von Johann Friedrich als Stifter
Philosoph • Theologe • Dichter
War hier von 1776 bis 1803 Pfarrer; im Chor der Kirche beigesetzt
Beleg: Herder war Generalsuperintendent in Weimar und ruht in der Stadtkirche (heute Herderkirche)
Besuchsinformationen
Eintritt frei (Spenden erbeten); Führungen kostenpflichtig
Täglich 10:00–16:00 (im Winter kürzer); Gottesdienst So 10:00
Herderplatz 8, 99423 Weimar
50.9811, 11.3292