Lucas Cranach der Ältere
Auch bekannt als: Lucas Cranach the Elder
Biografie
Lucas Cranach der Ältere, bedeutender Maler und Grafiker der deutschen Renaissance, war Hofkünstler der sächsischen Kurfürsten — und sein Erbe ist eng mit Weimars Reformationsgeschichte verbunden. 1552 folgte der greise Cranach dem gestürzten Herzog Johann Friedrich I. nach Weimar und verbrachte hier seine letzten Monate; 1553 starb er in der Stadt. Zeitlebens war er eng mit Martin Luther befreundet und porträtierte viele Reformatoren. Sein Weimarer Vermächtnis ist der Cranach-Altar in der Stadtkirche (Herderkirche): ein Triptychon, das Cranach der Ältere begann und sein Sohn 1555 vollendete — die Kreuzigung im Zentrum, daneben Bildnisse Luthers. Das Werk über dem Weimarer Altar zeigt, wie eng Kunst und protestantischer Glaube bei Cranach verbunden waren. Sein später Aufenthalt und sein Grab in Weimar verknüpfen die Stadt sinnbildlich mit den großen Strömungen der Reformation. Sein Stil — ausdrucksstarke Figuren, farbige biblische Szenen — prägte die deutsche Kunst über Generationen. Heute ist Cranach in Weimar als Teil der kulturellen Ahnenreihe präsent: mit Gemälden im Schlossmuseum und mit dem Altar, der als Schatz der Stadt gilt.
Werke & Leistungen
Cranach-Altar (Weimar)
Porträts Martin Luthers
Venus-und-Amor-Serie
Ruhe auf der Flucht nach Ägypten
Herkules und Atlas
Lucretia (über 60 Fassungen)
Holzschnitte für Luthers deutsche Bibel
Verbundene Orte in Weimar
Herderplatz 8, 99423 Weimar
Malte mit seiner Werkstatt den Altar von 1555 in dieser Kirche; nach seinem Tod in Weimar hier beigesetzt
Beleg: Cranachs Altar (1555) steht in St. Peter und Paul (Herderkirche)
Historischer Kontext
Verbrachte sein letztes Lebensjahr in Weimar; schuf mit dem Cranach-Altar ein Hauptwerk der Reformationskunst für die Stadtkirche
Historischer Beleg: Cranach-Altar in der Weimarer Stadtkirche (1555)
Die Reformation veränderte Weimar vom 16. Jahrhundert an grundlegend. 1525 wurde das Luthertum eingeführt; Martin Luther selbst war mehrfach in Weimar zu Gast. Nachdem der ernestinische Herzog Johann Friedrich I. („der Großmütige“) 1547 unterlegen war, machte er Weimar nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft 1552 zur Hauptstadt seines verkleinerten Territoriums. Für Jahrhunderte blieb Weimar herzogliche Residenz von Sachsen-Weimar. Unter herzoglicher Förderung erlebte die Stadt eine Blüte: Neue Schlösser und Gärten entstanden, darunter die frühen Bauphasen des Stadtschlosses und Renaissance-Bürgerhäuser rund um den Markt. Das 17. Jahrhundert brachte Rückschläge — etwa den Dreißigjährigen Krieg — und wirtschaftlichen Niedergang; im frühen 18. Jahrhundert erholte sich Weimar als absolutistische Residenz. Von 1708 bis 1717 wirkte Johann Sebastian Bach hier als Hoforganist und komponierte zahlreiche Werke. Die Regentschaft der Herzogin Anna Amalia (1758–1775) brachte die Aufklärung nach Weimar: Sie holte Dichter an den Hof und ließ die Herzogin Anna Amalia Bibliothek einrichten (1766). Am Ende des 18. Jahrhunderts stand die Stadt an der Schwelle zu ihrem goldenen Zeitalter. Religiöser Wandel und herzogliche Konsolidierung legten den Grund für Weimars Aufstieg zum Zentrum des deutschen Geisteslebens.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1472
1553
deutsch