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Lucas Cranach der Ältere

Auch bekannt als: Lucas Cranach the Elder

1472–1553
deutsch
MalerGrafiker

Biografie

Lucas Cranach der Ältere, geboren am 4. Oktober 1472 in Kronach, war ab 1505 Hofmaler der sächsischen Kurfürsten in Wittenberg, führte unter dem Zeichen der geflügelten Schlange die produktivste Malerwerkstatt Deutschlands, war Bürgermeister der Stadt und stand Martin Luther 1525 als Trauzeuge und 1526 als Taufpate seines ersten Sohnes zur Seite. Als Johann Friedrich der Großmütige 1552 Weimar zu seiner Residenz wählte, kam der Achtzigjährige mit, richtete im Haus am Markt, das heute seinen Namen trägt, eine letzte Werkstatt ein und begann den Altar für die Stadtkirche, den sein Sohn 1555 vollendete. Er starb am 16. Oktober 1553 in Weimar und liegt in der Cranachgruft an der Jakobskirche.

Kronach 1472, Wien 1503: die Anfänge

Cranach wurde am 4. Oktober 1472 in Kronach in Oberfranken geboren und nannte sich nach der Stadt. Vor 1500 ging er auf Wanderschaft durch Süddeutschland und donauaufwärts nach Wien, wo er 1503 im Humanistenkreis der Universität nachweisbar ist – der erste Ort, an dem sich seine Arbeit verfolgen lässt.

Wittenberg 1505: Hofmaler Friedrichs des Weisen, die geflügelte Schlange von 1508

Im April 1505 nahm ihn Kurfürst Friedrich der Weise als Hofmaler in Wittenberg in Dienst, und am 6. Januar 1508 verlieh er ihm einen Wappenbrief: eine gekrönte Schlange mit Fledermausflügeln und Ring, das Zeichen, mit dem die Werkstatt ein halbes Jahrhundert lang signierte. Nach dem Muster italienischer Kollegen aufgebaut und unter strenger Disziplin geführt, mit zahlreichen Lehrlingen und Gesellen, schuf sie mutmaßlich rund fünftausend Gemälde, darunter eine große Zahl an Bildnissen der Kurfürsten und der Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon. Ab 1519 saß Cranach im Wittenberger Rat, 1537, 1540 und bis 1544 war er Bürgermeister.

1525–1526: Trauzeuge Luthers, Taufpate seines Sohnes

1525 trat Cranach als Brautwerber und Trauzeuge bei Luthers Heirat mit Katharina von Bora auf, 1526 als Taufpate von dessen erstem Sohn Johannes. Sein Luther als Junker Jörg von 1521 und die folgenden Bildnisse sind die Gesichter, unter denen die Reformation bekannt ist, und die Stadt Weimar nennt ihn, was er war: einen wichtigen Wegbegleiter der Reformation.

1547–1552: Mühlberg, Augsburg, Innsbruck – einem gefangenen Fürsten hinterher

Nachdem die Schlacht bei Mühlberg 1547 Johann Friedrich den Großmütigen Kurwürde und Freiheit gekostet hatte, folgte Cranach seinem Herrn drei Jahre später in die Gefangenschaft nach Augsburg und 1551 nach Innsbruck. 1552 kehrte er mit ihm heim – nicht nach Wittenberg, das an die albertinische Linie gefallen war, sondern nach Weimar, das der Fürst nach dem Verlust des Kurkreises zu seiner neuen Residenz wählte. Die Stadtchronik verzeichnet beide Ankünfte in einer Zeile.

Weimar, Oktober 1552–1553: eine letzte Werkstatt am Markt

Im Oktober 1552 bezog er das Haus seiner Tochter Barbara am Markt, den Frührenaissancebau, der heute Cranachhaus heißt, und verbrachte dort sein letztes Lebensjahr als Hofmaler. Er gründete in dem Haus eine Werkstatt und nahm im Jahr vor seinem Tod noch zwei Schüler auf; in seiner Malerstube arbeitete er an dem dreiflügeligen Altarbild für die Stadtkirche St. Peter und Paul, dem Werk, das sein Sohn vollendete. Heute spielt in dem Haus das Theater im Gewölbe.

16. Oktober 1553: Tod in Weimar, das Grab an der Jakobskirche, der Altar von 1555

Cranach starb am 16. Oktober 1553 in Weimar und wurde in der Gruft an der Südseite der Jakobskirche beigesetzt, die nach ihm Cranachgruft heißt – im Volksmund Malergruft, nach den Künstlern, die ihm dort folgten. Seine originale Grabplatte lag auf der Gruft, wurde 1767 an der Kirchenwand befestigt und gelangte später aus konservatorischen Gründen in die Stadtkirche; der Stein an der Jakobskirche ist eine Kopie von nach 1859. Der Altar wurde 1555 vollendet: Christus am Kreuz, unter ihm Johannes der Täufer, der zum Heiland emporweist, Luther mit der aufgeschlagenen Bibel und Cranach selbst daneben, gemalt vom Sohn. Ob der Vater ihn begann, wie Stadt und Kirchgemeinde es erzählen, oder der Sohn ihn allein entwarf und malte, wie das Cranach-Forschungsarchiv schließt, ist eine offene Frage der Forschung.

Die Cranachs in Weimar heute

Der Altar steht in der Stadtkirche, der Herderkirche, und im Renaissancesaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek zeigt die Klassik Stiftung Werke beider Cranachs. Das Cranachhaus am Markt und das Grab mit seiner Platte an der Jakobskirche vervollständigen die vier Weimarer Adressen des Malers, der der Reformation ihre Gesichter gab.

Was Besucher fragen

Warum kam Lucas Cranach der Ältere nach Weimar?
Er folgte seinem Fürsten. Als Johann Friedrich der Großmütige die Kurwürde verlor und 1552 Weimar zu seiner Residenz wählte, kam Cranach, sein Hofmaler und Begleiter in der Gefangenschaft in Augsburg und Innsbruck, im Oktober 1552 mit – achtzig Jahre alt.
Wo wohnte Cranach in Weimar?
Im Haus seiner Tochter Barbara am Markt, dem Frührenaissancebau, der heute Cranachhaus heißt; dort richtete er eine Werkstatt ein, nahm zwei Schüler auf und arbeitete am Altar für die Stadtkirche.
Wo liegt Cranach begraben?
In der Cranachgruft an der Südseite der Jakobskirche in Weimar, auf dem ältesten erhaltenen Friedhof der Stadt. Die originale Grabplatte wird in der Stadtkirche aufbewahrt; der Stein an der Jakobskirche ist eine Kopie von nach 1859.
Hat Cranach der Ältere den Weimarer Altar gemalt?
Der Altar der Stadtkirche wurde 1555, zwei Jahre nach seinem Tod, von seinem Sohn Lucas Cranach dem Jüngeren vollendet. Stadt und Kirchgemeinde sagen, der Vater habe ihn begonnen; das Cranach-Forschungsarchiv datiert ihn auf 1552 bis 1555 und schreibt Entwurf und Ausführung allein dem Sohn zu. Die Frage ist offen.
Was verband Cranach mit Martin Luther?
Er war Luthers Freund, der Maler seiner Bildnisse, 1525 Brautwerber und Trauzeuge bei der Heirat mit Katharina von Bora und 1526 Taufpate seines ersten Sohnes Johannes.
Wo sind Cranachs Bilder in Weimar zu sehen?
Auf dem Altar der Stadtkirche, der Herderkirche, und im Renaissancesaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, wo die Klassik Stiftung Werke beider Cranachs zeigt.

Werke & Leistungen

Weimarer Altar in der Stadtkirche St. Peter und Paul (1555, vollendet von seinem Sohn)

Bildnisse Martin Luthers, darunter Luther als Junker Jörg (1521)

Bildnisse der sächsischen Kurfürsten und Philipp Melanchthons

Verbundene Orte in Weimar

MarktPlatz

Markt, 99423 Weimar

An diesem Platz verbrachte er sein letztes Jahr, im Haus seiner Tochter Barbara – dem Cranachhaus – von Oktober 1552 bis zu seinem Tod am 16. Oktober 1553.

Platz der Demokratie 1, 99423 Weimar

Im Renaissancesaal der Bibliothek zeigt die Klassik Stiftung Werke beider Cranachs.

Markt 11/12, 99423 Weimar

Er wohnte und arbeitete von 1552 bis zu seinem Tod im Oktober 1553 im linken Haus.

Herderplatz, 99423 Weimar

Der Altar trägt sein Bildnis; er starb 1553 in Weimar, und das Forschungsarchiv gibt das 1555 vollendete Werk seinem Sohn.

Am Rollplatz 4, 99423 Weimar

Sein Grab liegt auf diesem Kirchhof, drei Jahre nachdem er mit dem abgesetzten Kurfürsten nach Weimar kam.

Historischer Kontext

Er kam 1552 mit dem abgesetzten Kurfürsten nach Weimar und verbrachte sein letztes Jahr am Markt, wo er im Oktober 1553 starb.

Ein Jahrhundert lang ist Weimar zuerst eine Stadt der Reformation — und Residenz wird es durch einen Zufall, weil einem Fürsten, der alles andere verloren hatte, dieser Ort blieb. Zurück lassen diese hundert Jahre die Renaissancegiebel am Markt, einen Altar, den die Träger zu den Hauptwerken reformatorischer Bildkunst zählen, und einen Hof, der nicht wieder fortzog.

Mehr über diese Epoche →

Kurzprofil

Geboren:

1472

Gestorben:

1553

Nationalität:

deutsch

Rollen:
MalerGrafiker

Veranstaltungen

Veranstaltungen

Lange Nacht der Museen

Eine Samstagnacht im Mai, 18 bis 24 Uhr

Die Cranach-Ausstellung im Rokokosaal der Bibliothek wird als einer der Anziehungspunkte der Nacht genannt.

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten

Johann Friedrich I.

1503–1554 • Herzog • Kurfürst

Sein Hofmaler, der ihm 1552 nach Weimar folgte und ein Jahr später am Markt starb.[^stadt-weimar-chronik-1552]

Lucas Cranach der Jüngere

1515–1586 • Maler • Grafiker

Sein Vater, dessen Werkstatt er ab 1537 führte und ab 1550 allein leitete, dessen Weimarer Altar er 1555 vollendete und dessen Bildnis er hineinmalte.

Martin Luther

1483–1546 • Reformator • Theologe • Prediger

Sein Freund und der Maler der Reformationsbildnisse, der 1552 mit Johann Friedrich nach Weimar kam.

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Ein geschlagener Kurfürst wählte die Stadt, die ihm geblieben war — und Weimar hörte auf, Provinz zu sein.

Er kam mit dem Hof und verbrachte sein letztes Jahr am Markt.

Bühnen und Spielstätten

Marktplatz

Das Renaissance-Haus am Markt 11/12 trägt seinen Namen; er starb 1553 in Weimar.

Theater im Gewölbe

Lucas-Cranach-Haus, Markt 11/12, 99423 Weimar

Das Haus über den Gewölben ist nach ihm benannt.