Lyonel Feininger
Biografie
Lyonel Feininger, 1871 in New York geboren, war der erste Meister, den Walter Gropius im Mai 1919 an das Bauhaus in Weimar berief, und der Holzschnitt einer Kathedrale auf dem Titelblatt des Bauhaus-Manifests stammt von ihm. Er leitete die Druckerei bis 1925, wohnte mit seiner Familie in der Gutenbergstraße 16 und malte die Kirchen und Dörfer um Weimar — Gelmeroda vor allem — wieder und wieder. Er folgte der Schule nach Dessau, verließ Deutschland 1937 in Richtung USA, als seine Kunst als „entartet“ galt, und starb 1956 in New York.
Die Kathedrale des Manifests, 1919
Im Mai 1919 berief Walter Gropius Feininger als einen der ersten Meister an das Staatliche Bauhaus in Weimar, als Leiter der grafischen Werkstatt, und der Holzschnitt auf dem Titelblatt des Bauhaus-Manifests desselben Jahres ist seiner: eine Kathedrale aus kristallinen Flächen.[1][2] Eine Schule, die die Trennung von Künstler und Handwerker aufheben wollte, trat mit einem mittelalterlichen Bauwerk vor die Öffentlichkeit.
Formmeister der Druckerei, 1919–1925
Bis 1925 leitete er die Druckwerkstätten, und in einer Schule aus Werkstätten hieß das: Er war dafür verantwortlich, wie das Bauhaus auf Papier aussah.[2][3] Maler blieb er die ganze Zeit — seit 1915 malte er häufig in den kleinen Thüringer Orten, in Gelmeroda, Vollersroda und Gaberndorf.[3]
Gutenbergstraße 16, 1919–1926
Vom Sommer 1919 an bewohnte die Familie den rechten Teil des Doppelhauses Gutenbergstraße 16 — die gesamten Weimarer Jahre der Schule hindurch und darüber hinaus bis zum Sommer 1926, als sie am 30. Juli eines der neu errichteten Meisterhäuser in Dessau bezog.[4][2]
Gelmeroda, die Kirche, die er immer wieder malte
Die Kirche in Gelmeroda südlich der Stadt ist eine Chorturmkirche, deren älteste Teile Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet wurden; ihre Gestalt brachte Feininger dazu, sie immer wieder zu zeichnen und zu malen.[5] 1994 erhielt sie als erste Kirche in den neuen Bundesländern den Status einer Autobahnkirche, und die Gemeinde nennt sie Feiningerkirche.[5]
Dessau und Amerika, 1926–1956
In Dessau ließ er sich auf eigenen Wunsch von sämtlichen Lehrverpflichtungen entbinden.[2] Unter den Nationalsozialisten galten seine Werke offiziell als „Entartete Kunst“, und am 11. Juni 1937 verließ er Deutschland endgültig in Richtung USA.[2][3] Er wohnte in New York, verbrachte die Sommermonate in Falls Village in Connecticut und starb am 13. Januar 1956 in New York.[3][2]
Was Besucher fragen
- Was hat Feininger mit dem Bauhaus-Manifest zu tun?
- Der Holzschnitt einer Kathedrale auf dem Titelblatt des Manifests von 1919 stammt von ihm — das erste Bild, mit dem die Schule an die Öffentlichkeit ging.
- Was tat Feininger am Bauhaus in Weimar?
- Im Mai 1919 als einer der ersten Meister berufen, leitete er bis 1925 die grafische Werkstatt und die Druckerei.
- Wo wohnte Feininger in Weimar?
- Im rechten Teil des Doppelhauses Gutenbergstraße 16, vom Sommer 1919 bis zum Sommer 1926.
- Warum heißt die Kirche in Gelmeroda Feiningerkirche?
- Weil er sie seit 1915 immer wieder zeichnete und malte; die Gemeinde führt den Namen, und seit 1994 ist die Kirche zudem die erste Autobahnkirche in den neuen Bundesländern.
- Was wurde aus Feininger nach dem Bauhaus?
- Seine Werke galten als „Entartete Kunst“, und am 11. Juni 1937 verließ er Deutschland in Richtung USA; er lebte in New York und starb dort am 13. Januar 1956.
Quellen (5)
- Lyonel Feininger — Biografie — Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar, abgerufen am 29. August 2026
- Lyonel Feininger — Wikipedia (de), abgerufen am 30. August 2026
- Feininger, Lyonel — Neue Deutsche Biographie 5 (1961), by Leonie von Wilckens — Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 30. August 2026
- Bauhausstätten in Weimar — Stadt Weimar, abgerufen am 29. August 2026
- Kirche Gelmeroda — Autobahnkirche, Feiningerkirche — Evangelischer Kirchenkreis Weimar, abgerufen am 29. August 2026
Werke & Leistungen
der Holzschnitt „Kathedrale“ auf dem Bauhaus-Manifest von 1919
die Gelmeroda-Bilder
Verbundene Orte in Weimar
Geschwister-Scholl-Straße 8, 99423 Weimar
Von 1919 bis 1925 leitete er in van de Veldes Bauten die Druckerei.
Stéphane-Hessel-Platz 1, 99423 Weimar
Arbeiten von Feininger aus den Weimarer Jahren der Schule sind in der Sammlung.
Petersgasse 33, 99428 Gelmeroda
Die Kirche, die er wieder und wieder zeichnete und malte — ihre Gestalt, sagt die Gemeinde, brachte ihn zurück.
Historischer Kontext
Der erste berufene Meister, im Mai 1919; sein Holzschnitt steht auf dem Manifest, mit dem die Schule begann.
Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar gegründet und war 1925 wieder fort — Zeit genug, um zu ändern, was eine Gestaltungsschule ist, und zu wenig für die Stadt, die es hervorgebracht hat, um es zu behalten.
Mehr über diese Epoche →Kurzprofil
1871
1956
deutsch-amerikanisch
Persönlichkeiten
Persönlichkeiten
1893–1965 • Maler • Grafiker • Kunstpädagoge
In der Druckwerkstatt lernte er bei Feininger.
1883–1969 • Architekt • Gründer und Direktor des Bauhauses • Lehrer
Gropius berief ihn im Mai 1919, unter den ersten Meistern der neuen Schule.
In Weimars Geschichte
In Weimars Geschichte
Sechs gefaltete Seiten mit einer Kathedrale vorn — das Papier, das Weimar erklärte, wozu die neue Schule da sein sollte.
Sein Holzschnitt einer Kathedrale steht auf dem Titelblatt — das erste Bild, mit dem das Bauhaus an die Öffentlichkeit ging.