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Paul Klee

1879–1940
deutsch-schweizerisch
MalerBauhausmeisterLehrer

Biografie

Paul Klee, 1879 bei Bern geboren, lehrte zehn Jahre am Bauhaus, die ersten viereinhalb davon in Weimar: 1920 berief ihn Walter Gropius, am 10. Januar 1921 begann er, und als Formmeister leitete er die Werkstätten für Buchbinderei, Metall, Glasmalerei und Weberei, während seine Formlehre Teil des Vorkurses wurde. Er wohnte mit seiner Familie Am Horn 53, ging 1925 mit der Schule nach Dessau, verließ sie 1931 für eine Professur in Düsseldorf, wurde 1933 von den Nationalsozialisten entlassen und starb 1940 in der Schweiz.

Ans Bauhaus berufen, 1920–1921

1920 berief Walter Gropius den bereits bekannten Maler Klee an das Staatliche Bauhaus in Weimar.[1][2][3] Am 10. Januar 1921 begann er seine Lehrtätigkeit, zunächst im Rhythmus von zwei Wochen, und Mitte April übernahm er als Formmeister die Buchbinderwerkstatt.[1][2] Im September 1921 übersiedelte er mit seiner Familie endgültig nach Weimar.[2]

Vier Werkstätten und die Formlehre, 1921–1925

1922 übernahm er die Werkstatt für Gold-, Silber- und Kupferschmiede und ab der zweiten Jahreshälfte die Werkstatt für Glasmalerei.[2] Als sich die Schule 1923 mit László Moholy-Nagys Übernahme des Vorkurses neu ordnete, wurde Klees Unterricht in der Formlehre fester Bestandteil dieser Grundausbildung, und er übernahm darüber hinaus die Weberei.[2] Die Vorlesungen wurden aufgeschrieben: 1925 erschien sein Pädagogisches Skizzenbuch als Band 2 der von Gropius und Moholy-Nagy herausgegebenen Bauhausbücher.[1]

Am Horn 53, 1921–1925

In Weimar wohnte Klee zunächst in einer Pension Am Horn 39; noch 1921 bezog er eine Mietwohnung Am Horn 53, eine komfortable Wohnung im ersten Stock, in der er mit seiner Frau Lily und Sohn Felix lebte — das Haus ist bis heute in Privatbesitz.[2][4]

Dessau, Düsseldorf, Bern, 1925–1940

Das Weimarer Bauhaus wurde 1925 auf politischen Druck hin aufgelöst; Klee begann seinen Unterricht in Dessau am 23. Juni 1925 und bezog nach dem Umzug der Schule im Juli 1926 mit seiner Frau eine Hälfte eines von Gropius erbauten Meister-Doppelhauses, die andere bewohnte das Ehepaar Kandinsky.[1][2] Zum 1. April 1931 reichte er seine Kündigung ein und nahm am 1. Juli 1931 den Ruf auf eine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf an.[3][2] 1933 diffamierten ihn die Nationalsozialisten als „galizischen Juden“ und entließen ihn am 21. April fristlos; am 23. Dezember 1933 emigrierte er nach Bern.[1][2] In der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ von 1937 hingen siebzehn seiner Werke.[2] Er starb am 29. Juni 1940 in Muralto bei Locarno.[1]

Was Besucher fragen

Wann lehrte Paul Klee am Bauhaus in Weimar?
Ab dem 10. Januar 1921, berufen von Walter Gropius im Jahr 1920, bis zur Auflösung der Weimarer Schule 1925; danach lehrte er bis 1931 in Dessau.
Welche Werkstätten leitete Klee am Bauhaus?
Als Formmeister ab April 1921 die Buchbinderei, ab 1922 die Metallwerkstatt und die Glasmalerei, ab 1923 die Weberei; seine Formlehre war ab 1923 Teil des Vorkurses.
Wo wohnte Paul Klee in Weimar?
Am Horn 53, ab 1921 in einer Wohnung im ersten Stock mit seiner Frau Lily und Sohn Felix; das Haus ist bis heute in Privatbesitz.
Was ist das Pädagogische Skizzenbuch?
Klees aufgeschriebene Bauhaus-Lehre, 1925 erschienen als Band 2 der von Gropius und Moholy-Nagy herausgegebenen Bauhausbücher.
Warum verließ Klee das Bauhaus, und was kam danach?
Zum 1. April 1931 kündigte er und übernahm eine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf; am 21. April 1933 von den Nationalsozialisten entlassen, emigrierte er am 23. Dezember 1933 nach Bern und starb 1940 in Muralto.

Quellen (4)

  1. Klee, Paul — Neue Deutsche Biographie 11 (1977), by Christian Geelhaar — Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 30. August 2026
  2. Paul Klee — Wikipedia (de), abgerufen am 30. August 2026
  3. Paul Klee — Biografie — Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar, abgerufen am 29. August 2026
  4. Bauhausstätten in Weimar — Stadt Weimar, abgerufen am 29. August 2026

Werke & Leistungen

Pädagogisches Skizzenbuch (1925)

Beiträge zur bildnerischen Formlehre (die Bauhaus-Vorlesungen)

Schöpferische Konfession (1920)

Verbundene Orte in Weimar

Geschwister-Scholl-Straße 8, 99423 Weimar

Er lehrte ab Januar 1921 in van de Veldes Bauten und war dort Formmeister von vier Werkstätten.

Stéphane-Hessel-Platz 1, 99423 Weimar

Arbeiten von Klee aus seinen Weimarer Lehrjahren sind in der Sammlung.

Historischer Kontext

Meister der Weimarer Schule von 1921 bis 1925, dessen Formlehre Teil des Vorkurses wurde.

Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar gegründet und war 1925 wieder fort — Zeit genug, um zu ändern, was eine Gestaltungsschule ist, und zu wenig für die Stadt, die es hervorgebracht hat, um es zu behalten.

Mehr über diese Epoche →

Kurzprofil

Geboren:

1879

Gestorben:

1940

Nationalität:

deutsch-schweizerisch

Rollen:
MalerBauhausmeisterLehrer

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten

Gunta Stölzl

1897–1983 • Weberin • Bauhausschülerin, dann Leiterin der Weberei

Bei ihm studierte sie während der Weberjahre — seine Formlehre ist die Theorie hinter diesen Textilien.

Karla Grosch

1904–1933 • Tänzerin • Lehrerin für Sport und Gymnastik am Bauhaus

Von 1928 bis 1930 mietete sie ein Zimmer im Meisterhaus der Familie Klee.

Marianne Brandt

1893–1983 • Gestalterin • Metallgestalterin • Fotografin

Bei ihm hatte sie in den Weimarer Jahren Unterricht.

Otto Dorfner

1885–1955 • Buchbinder • Einbandkünstler • Lehrer am Staatlichen Bauhaus

Klee war Formmeister über der Buchbinderei, Dorfner der Werkmeister darin.[^ksw-blog-dorfner]

Walter Gropius

1883–1969 • Architekt • Gründer und Direktor des Bauhauses • Lehrer

Gropius berief ihn 1920 nach Weimar.