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Richard Wagner

1813–1883
deutsch
KomponistDirigent

Biografie

Richard Wagner hatte nie ein Amt in Weimar, und der Platz der Stadt in seiner Geschichte ist genau bestimmt: 1849, als die sächsische Polizei ihn suchte, brachte Franz Liszt seinen „Tannhäuser“ am Hoftheater heraus, und am 28. August 1850 gab dasselbe Haus unter Liszts Leitung die Uraufführung des „Lohengrin“ — der Komponist saß im Schweizer Exil und konnte nicht kommen.

Dresden und der Aufstand, 1843–1849

Am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren, wurde Wagner im Februar 1843 Zweiter königlich-sächsischer Hofkapellmeister in Dresden; das Dresdner Hoftheater gab 1845 die Uraufführung des „Tannhäuser“.[1] Er beteiligte sich am Dresdner Maiaufstand 1849; am 16. Mai 1849 wurde ein Steckbrief gegen ihn veröffentlicht, er floh mit falschem Pass außer Landes und lebte seit Ende Juli 1849 in Zürich.[2][1] Die Freundschaft mit Liszt war älter als die Flucht — ein Ende 1842 vermitteltes Treffen hatte ihren Grundstein gelegt.[2]

Liszts Haus nimmt ihn auf, 1849

1849 realisierte Liszt, seit dem Vorjahr Hofkapellmeister in Weimar, die Aufführung des „Tannhäuser“ am Hoftheater, und daraufhin betraute ihn der noch immer steckbrieflich gesuchte Komponist mit der Uraufführung des „Lohengrin“.[3] Die Staatskapelle erinnert die Reihenfolge genau so: erst der „Tannhäuser“, die Uraufführung als seine Folge.

„Lohengrin“, 28. August 1850

Wagner hatte den „Lohengrin“ zwischen 1845 und 1848 geschrieben.[1] Die Uraufführung fand am 28. August 1850 im Großherzoglichen Hoftheater in Weimar unter der Leitung von Franz Liszt statt; die Titelpartie sang Karl Beck.[4] Da Wagner in Sachsen steckbrieflich gesucht wurde, konnte er nicht teilnehmen.[2] Die Hausgeschichte des Theaters führt ihn für diesen Abend als den damals steckbrieflich gesuchten Dresdner Kapellmeister ein.[5]

Exil, Amnestie und Bayreuth, 1849–1883

Wagner blieb bis 1858 in Zürich. Am 15. Juli 1860 wurde eine Teilamnestie beschlossen, am 28. März 1862 die vollständige; später lebte er in Tribschen bei Luzern, und im August 1876 ging im Festspielhaus, das er in Bayreuth hatte bauen lassen, erstmals vor internationalem Publikum die Tetralogie des „Rings“ über die Bühne.[2][1] Er starb am 13. Februar 1883 in Venedig.[1]

Was Besucher fragen

Hat Richard Wagner je in Weimar gelebt?
Nein. Seine Verbindung zur Stadt sind die beiden Produktionen, die Franz Liszt am Hoftheater herausbrachte — den „Tannhäuser“ 1849 und die Uraufführung des „Lohengrin“ am 28. August 1850 —, während Wagner selbst im Schweizer Exil war.
Warum fehlte Wagner bei der „Lohengrin“-Uraufführung?
Er wurde in Sachsen gesucht: Am 16. Mai 1849 war wegen seiner Beteiligung am Dresdner Maiaufstand ein Steckbrief gegen ihn veröffentlicht worden, und er war nach Zürich geflohen.
Wann und wo wurde der „Lohengrin“ uraufgeführt?
Am 28. August 1850 im Großherzoglichen Hoftheater in Weimar, unter der Leitung von Franz Liszt; die Titelpartie sang Karl Beck.
Wann durfte Wagner nach Deutschland zurück?
Am 15. Juli 1860 wurde eine Teilamnestie beschlossen, am 28. März 1862 die vollständige Amnestie.
Wo lässt sich Wagners Spur in Weimar verfolgen?
Im Deutschen Nationaltheater am Theaterplatz, dem Nachfolger des Hoftheaters, in dem der „Lohengrin“ zuerst gespielt wurde, und im Liszt-Haus in der Marienstraße, dem Wohnhaus des Dirigenten, der ihn auf die Bühne brachte.

Quellen

  1. Wagner, Richard — Neue Deutsche Biographie 27 (2020), by Ulrich Konrad — Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 30. August 2026
  2. Richard Wagner — Wikipedia (de), abgerufen am 30. August 2026
  3. Die Staatskapelle Weimar — das Orchester — Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar, abgerufen am 29. August 2026
  4. Lohengrin — Wikipedia (de), abgerufen am 30. August 2026
  5. Geschichte des Deutschen Nationaltheaters — Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar, abgerufen am 29. August 2026

Werke & Leistungen

Lohengrin (Uraufführung, Weimar 1850)

Tannhäuser (1849 in Weimar realisiert)

Der Ring des Nibelungen

Tristan und Isolde

Verbundene Orte in Weimar

Theaterplatz 2, 99423 Weimar

Dieses Haus, damals das Großherzogliche Hoftheater, gab dem „Lohengrin“ am 28. August 1850 die erste Aufführung überhaupt — im Bau vor dem heutigen.

Historischer Kontext

Die „Lohengrin“-Uraufführung von 1850 ist der musikalische Höhepunkt der Jahrzehnte nach Goethe — sein Werk, gespielt in seiner Abwesenheit.

Als Goethe 1832 starb, stand Weimar vor der Frage, was eine Stadt nach ihrer Blütezeit eigentlich tut. Weimar machte weiter, und die Antwort dauerte sechsundachtzig Jahre — jene Epoche, die die Klassik Stiftung Weimar das Silberne Zeitalter nennt. An die Stelle der Literatur trat die Musik, zwei fürstliche Mäzene bezahlten dafür, und die Schulen, die sie gründeten, überlebten die Monarchie, die sie finanziert hatte.

Mehr über diese Epoche →

Kurzprofil

Geboren:

1813

Gestorben:

1883

Nationalität:

deutsch

Rollen:
KomponistDirigent

Übernachten und essen in der Nähe

Übernachten

Goetheplatz 2, 99423 Weimar

Der dritte Name auf der Gästeliste, die das Haus selbst nennt.

Auf der Bühne

Auf der Bühne

Parsifal

Oper · Richard Wagner

Sein letztes Werk, und das, was er am hartnäckigsten an ein einziges Haus binden wollte – gespielt hier, wo sein »Lohengrin« uraufgeführt wurde.

Wagner-Gala mit Catherine Foster

Oper

Ein Abend aus nichts als seiner Musik – in dem Haus, das seinen »Lohengrin« auf die Bühne brachte, als er steckbrieflich gesucht wurde.

In Weimars Geschichte

In Weimars Geschichte

Ein kleines Hoftheater brachte eine Oper zur Uraufführung, deren Komponist nicht kommen konnte, weil er steckbrieflich gesucht wurde.

Der Abend selbst: seine Oper, Liszts Dirigat, der Komponist im Exil.