Wassily Kandinsky

Auch bekannt als: Wassily Wassiljewitsch Kandinsky

18661944
russisch
KünstlerMaler

Biografie

Wassily Kandinsky, in Russland geboren, gilt als einer der Wegbereiter der abstrakten Malerei — und brachte sein Können ans Weimarer Bauhaus. Seine wichtigste Bauhaus-Zeit lag zwar in Dessau, doch im Juni 1922 trat er in Weimar in die Lehrerschaft ein und unterrichtete hier bis 1925. Er leitete die Wandmalereiwerkstatt und lehrte Theorie; seine tiefen Einsichten zu Farbe, Form und geistigem Ausdruck prägten die Schule. Aus seinen Bauhaus-Vorlesungen entstand unter anderem das einflussreiche Buch „Punkt und Linie zu Fläche“ (1926). Künstlerisch bewegte er sich in Weimar zur geometrischen Abstraktion — sein Gemälde „Kreise im Kreis“ (1923) etwa entspricht der analytischen, ausbalancierten Ästhetik, die am Bauhaus gepflegt wurde. Zur Bauhaus-Ausstellung 1923 steuerte er abstrakte Wandbilder für die Ausstellungshalle bei. Kandinskys Anwesenheit stärkte den freikünstlerischen Anspruch des Bauhauses und verband die Studierenden mit dem von ihm mitbegründeten Blauen Reiter. Nach dem Umzug nach Dessau lehrte er dort weiter und lebte später in Paris. Weimar würdigt ihn als Teil seines Bauhaus-Erbes: mit Werken im Bauhaus-Museum und mit seinem synästhetischen Kunstverständnis, das die Bauhaus-Philosophie bereicherte.

Bekannte Zitate

Die Farbe ist die Taste, das Auge ist der Hammer, die Seele ist das Klavier mit vielen Saiten. Der Künstler ist die Hand, die durch diese oder jene Taste zweckmäßig die Menschenseele in Vibration bringt.

Wassily Kandinsky

Jedes Kunstwerk ist Kind seiner Zeit, oft ist es Mutter unserer Gefühle.

Wassily Kandinsky

Werke & Leistungen

Komposition VIII (1923)

Punkt und Linie zu Fläche (Buch)

Kreise im Kreis

Über das Geistige in der Kunst

Der Blaue Reiter (Mitbegründer)

Komposition VII

Verbundene Orte in Weimar

Stéphane-Hessel-Platz 1, 99423 Weimar

Bewahrt Gemälde und Grafiken Kandinskys aus der Weimarer Bauhaus-Zeit, als er Formlehre unterrichtete

Beleg: Zum Bestand gehören Kandinskys Abstraktionen von 1923 aus seiner Weimarer Lehrtätigkeit

Historischer Kontext

Kam 1922 als Formmeister ans Weimarer Bauhaus und stärkte bis 1925 dessen abstrakte Kunstlehre

Historischer Beleg: Kandinsky begann 1922 am Weimarer Bauhaus zu unterrichten und prägte den Lehrplan mit

Weimar war die Wiege des Bauhauses, jener revolutionären Schule für Kunst, Gestaltung und Architektur. Nach dem Ersten Weltkrieg führte der Architekt Walter Gropius die Großherzoglich-Sächsische Kunstschule und die Kunstgewerbeschule zusammen und gründete 1919 das Staatliche Bauhaus in Weimar. Es vereinte Maler, Gestalter und Handwerker mit dem radikalen Ziel, Kunst und funktionale Gestaltung zusammenzuführen. In den Weimarer Jahren (1919–1925) lehrten hier Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger und Johannes Itten, die einen Lehrplan aus avantgardistischer Kunsttheorie und praktischer Werkstattarbeit entwickelten. Studierende und Meister arbeiteten gemeinsam an Keramik, Möbeln, Grafik und Architektur. Zu den wichtigsten Projekten zählt das Haus am Horn, das Musterhaus der Bauhaus-Ausstellung von 1923, das den Grundsatz der Form aus der Funktion vorführte. Trotz seiner Schaffenskraft stand das Bauhaus unter politischem Druck konservativer Kräfte in Thüringen; 1924 wurden die Mittel gekürzt. 1925 zog es nach Dessau — das Weimarer Kapitel war beendet. So kurz es war, es prägte Kunst und Gestaltung des 20. Jahrhunderts grundlegend und machte Weimar zu einem Ort der Moderne, heute Teil des UNESCO-Welterbes.

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Kurzprofil

Geboren:

1866

Gestorben:

1944

Nationalität:

russisch

Rollen:
KünstlerMaler