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Wassily Kandinsky

1866–1944
russisch, ab 1928 deutsch
MalerBauhausmeisterLehrer

Biografie

Wassily Kandinsky, der in Moskau geborene Maler des Blauen Reiters, kam im Juni 1922 auf Walter Gropius' Ruf an das Bauhaus in Weimar, übernahm die Werkstatt für Wandmalerei und wohnte ab 1923 in der Südstraße 3, der heutigen Wilhelm-Külz-Straße. Er blieb der Schule über Dessau und Berlin bis zu ihrer Schließung 1933 verbunden — zehn Jahre lang als ihr stellvertretender Direktor —, schrieb 1926 „Punkt und Linie zu Fläche“ als Bauhausbuch und starb 1944 im Exil in Neuilly-sur-Seine.

Juni 1922: berufen an die Werkstatt für Wandmalerei

Geboren in Moskau am 4. Dezember 1866 nach dem julianischen, am 16. Dezember nach dem gregorianischen Kalender, folgte Kandinsky im Juni 1922 dem Ruf von Walter Gropius und nahm eine Lehrtätigkeit an der Werkstatt für Wandmalerei des Bauhauses in Weimar auf.[1][2][3] Er kam nach der Gründergeneration; die Werkstätten liefen, und die Schule stand vor dem Streit um ihre Richtung.

Stellvertretender Direktor, 1923–1933

Vom Weggang Johannes Ittens aus Weimar 1923 bis zur endgültigen Schließung der Schule zehn Jahre darauf war Kandinsky ihr stellvertretender Direktor, und er lehrte an allen drei Orten — Weimar, Dessau und Berlin.[2] 1926 erschien seine theoretische Schrift „Punkt und Linie zu Fläche“, ein Beitrag zur Analyse der malerischen Elemente, als Nummer 9 der Bauhausbücher.[1][2]

Südstraße 3, 1923–1925

Von 1923 bis 1925 lebte er im zweiten Stock eines Privathauses in der damaligen Südstraße 3, heute Wilhelm-Külz-Straße 3.[4] Sein Weimar war kurz: drei Jahre einer Lehrtätigkeit, die bis 1933 reichen sollte.

Dessau, Berlin, Neuilly, 1925–1944

1925 ging er mit dem Bauhaus nach Dessau, wo er mit Paul Klee eines der Meisterhäuser bewohnte, und 1928 erwarb er die deutsche Staatsbürgerschaft.[1][2] Nach der Schließung des Bauhauses durch die Nationalsozialisten 1933 emigrierte er im Sommer desselben Jahres nach Frankreich und lebte mit seiner zweiten Frau Nina in Neuilly-sur-Seine, wo er am 13. Dezember 1944 starb.[1][2]

Was Besucher fragen

Wann war Kandinsky am Bauhaus in Weimar?
Ab Juni 1922, als er dem Ruf von Gropius folgte, bis zum Weggang der Schule aus Weimar 1925; in Dessau und Berlin blieb er ihr bis zur Schließung 1933 verbunden.
Was lehrte Kandinsky am Bauhaus?
Im Juni 1922 nahm er in Weimar die Lehrtätigkeit an der Werkstatt für Wandmalerei auf, und von 1923 bis 1933 war er zugleich stellvertretender Direktor der Schule.
Wo wohnte Kandinsky in Weimar?
Von 1923 bis 1925 im zweiten Stock eines Privathauses in der Südstraße 3, heute Wilhelm-Külz-Straße 3.
Was ist „Punkt und Linie zu Fläche“?
Kandinskys theoretische Schrift zu den malerischen Elementen, 1926 erschienen als Nummer 9 der Bauhausbücher.
Was wurde aus Kandinsky nach dem Bauhaus?
Nach der Schließung der Schule 1933 emigrierte er noch im Sommer nach Frankreich und lebte in Neuilly-sur-Seine bei Paris, wo er am 13. Dezember 1944 starb.

Quellen (4)

  1. Kandinsky, Wassily — Neue Deutsche Biographie 11 (1977), by Wolfgang Freiherr von Löhneysen — Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 30. August 2026
  2. Wassily Kandinsky — Wikipedia (de), abgerufen am 30. August 2026
  3. Wassily Kandinsky — Biografie — Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar, abgerufen am 29. August 2026
  4. Bauhausstätten in Weimar — Stadt Weimar, abgerufen am 29. August 2026

Werke & Leistungen

Punkt und Linie zu Fläche (Bauhausbuch 9, 1926)

Über das Geistige in der Kunst (1911)

Verbundene Orte in Weimar

Geschwister-Scholl-Straße 8, 99423 Weimar

Ab Juni 1922 lehrte er in van de Veldes Bauten an der Werkstatt für Wandmalerei.

Historischer Kontext

Meister von Juni 1922 bis zum letzten Tag der Schule 1933, ab 1923 ihr stellvertretender Direktor.

Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar gegründet und war 1925 wieder fort — Zeit genug, um zu ändern, was eine Gestaltungsschule ist, und zu wenig für die Stadt, die es hervorgebracht hat, um es zu behalten.

Mehr über diese Epoche →

Kurzprofil

Geboren:

1866

Gestorben:

1944

Nationalität:

russisch, ab 1928 deutsch

Rollen:
MalerBauhausmeisterLehrer

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten

Herbert Bayer

1900–1985 • Typograf • Grafiker • Fotograf • Architekt

Ab 1922 arbeitete er in Kandinskys Wandmalereiabteilung.

Marianne Brandt

1893–1983 • Gestalterin • Metallgestalterin • Fotografin

Bei ihm hatte sie in den Weimarer Jahren Unterricht.

Walter Gropius

1883–1969 • Architekt • Gründer und Direktor des Bauhauses • Lehrer

Gropius berief ihn im Juni 1922 an das Bauhaus.