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Turm

Kasseturm

Goetheplatz, Weimar
Der Kasseturm: runder verputzter Turm mit rotem Kegeldach und Wetterfahne, zwei Gesimsbändern in der Wand, zwischen Bäumen am Goetheplatz

Der Kasseturm am Goetheplatz — der Turm, der die Stadtmauer überlebt hat.

Der Kasseturm am Goetheplatz — der Turm, der die Stadtmauer überlebt hat.(Weimar Web)
Die Turmwand vom Fuß aus: heller Putz, der sich nach oben wölbt, ein einzelnes Fenster, der Dachrand mit Geländer vor blauem Himmel, links ein Baum

Am Turm hinauf, vom Fuß aus gesehen.

Am Turm hinauf, vom Fuß aus gesehen.(Weimar Web)
Die abgewandte Seite des Kasseturms: eine Kalksteinmauer mit blau gerahmten Türen und kleinen Fenstern, hohe Bäume und ein Kiesplatz mit Bank, rechts die Rundwand des Turms

Die grüne Seite des Turms, dem Platz abgewandt.

Die grüne Seite des Turms, dem Platz abgewandt.(Weimar Web)

Über diesen Ort

Ein runder Turm am Goetheplatz, übrig von der Stadtbefestigung, der die letzten sechzig Jahre Studentenclub war. Von seinen Befestigungen hat Weimar fast nichts behalten; dies ist das Stück, das überlebte, weil es in jedem Jahrhundert zu gebrauchen war.

Was von der Stadtmauer blieb, 15. Jahrhundert

Der Turm entstand im 15. Jahrhundert als Teil der Weimarer Befestigung, und er ist ein Überbleibsel, kein Denkmal — die Mauer, zu der er gehörte, ist verschwunden, in spätere Bebauung aufgegangen, und der Turm steht heute am Goetheplatz, um den herum der Verkehr läuft. Seine heutige Gestalt ist nicht mittelalterlich: Eine stadtgeschichtliche Darstellung datiert sie auf mehr als 350 Jahre nach dem ursprünglichen Bau.

Woher der Name kommt, 1779

1779 wurde der Turm Eigentum der herzöglichen Kammer und Sitz der Landeskasse — und der Name blieb: Kasseturm. Eine sehr weimarische Art zu überdauern: Die Wehranlage überlebte ihren Zweck und wurde behalten, weil ein kleines Land seine Rechnungen irgendwo unterbringen musste.

Das 20. Jahrhundert, Geschoss für Geschoss

Die Nutzungen erzählen das Jahrhundert von selbst. Büros, darunter ein Vermessungsamt und eine Steuerbehörde. Das unterste Geschoss ab 1936 ein Obst- und Gemüselager, von 1941 bis 1945 ein Luftschutzraum. Ein Obergeschoss ein Lager für gebrauchte Möbel. Ein Gebäude, das niemand einer Tafel für wert hielt, tat still, was das jeweilige Jahrzehnt von ihm verlangte.

Studentenclub seit 1962

Im Mai 1961 beschloss die Hochschulleitung, den Turm zum Studentenclub auszubauen. Im Oktober begannen die Arbeiten, sie dauerten fünfzehn Monate und wurden großenteils von Studierenden selbst geleistet, in freiwilliger Arbeit und aus eigener Tasche. Am 18. Dezember 1962 wurde der Club eröffnet und läuft seither; nach 1989 nutzten auch andere Gruppen der Stadt die Räume.

Was Besucher fragen

Was ist der Kasseturm?
Ein runder mittelalterlicher Turm am Goetheplatz, das bedeutendste erhaltene Stück der Weimarer Stadtmauer. Seit 1962 wird er als Studentenclub genutzt.
Wie alt ist er?
Der ursprüngliche Turm entstand im 15. Jahrhundert als Teil der Stadtbefestigung; seine heutige Form erhielt er mehr als 350 Jahre später, nach einem Umbau.
Woher kommt der Name Kasseturm?
1779 wurde er Eigentum der herzöglichen Kammer und Sitz der Landeskasse — daher der Name.
Kann man ihn besichtigen?
Eintritt und Öffnungszeiten richten sich nach dem Veranstaltungsprogramm des Studentenclubs, nicht nach festen Museumszeiten.

Besuchsinformationen

Eintritt

Der Eintritt richtet sich nach der Veranstaltung; Programm und Preise gibt der Club selbst bekannt.

Öffnungszeiten

Geöffnet wird nach dem Programm des Clubs, nicht nach Museumszeiten.

Lage

Goetheplatz, Weimar

In Weimars Geschichte

Epochen

Der Turm gehört zur Befestigung des 15. Jahrhunderts — fast das Einzige, was von den mittelalterlichen Wehranlagen steht.

Sechs Jahrhunderte lang ist Weimar eine kleine thüringische Stadt mit Burg, Markt und Kirche, überschattet von den größeren Nachbarn. Was das Mittelalter hier hinterlässt, ist kein Denkmal, sondern ein Grundriss — und, nach dem Stadtbrand von 1424, die beiden Bauten, um die herum alles Spätere geschieht.

Studierende bauten ihn 1961/62 in eigener Arbeit und auf eigene Kosten zum Club aus; eröffnet am 18. Dezember 1962, überdauerte er den Staat, unter dem er entstand.

Fünfundvierzig Jahre lang war Weimar eine Provinzstadt, die der Staat sich nicht zu vernachlässigen leisten konnte — denn die Klassik, die sie verwahrte, war die Ahnenreihe, die die DDR für sich beanspruchte.

Bühnen und Spielstätten

Studentenclub Kasseturm

Goetheplatz 10, 99423 Weimar