Liszt-Haus
Über diesen Ort
Ein Gärtnerhaus am Rand des Parks, in dem Franz Liszt die Sommer seiner letzten Jahre unterrichtete. Es ist das bescheidene, späte Kapitel seines Weimar — und das einzige, das man heute betreten kann.
Die große Adresse kam zuerst, 1848–1886
In dieser Stadt hatte Liszt zuvor ganz anders gewohnt. Ab 1848 war er Hofkapellmeister und bewohnte gemeinsam mit der Fürstin Carolyne von Sayn-Wittgenstein die Villa Altenburg an der Jenaer Straße;[1] über ein Jahrzehnt lang war dieses Haus das Zentrum des musikalischen Weimar. Was sich heute besichtigen lässt, ist die Fortsetzung, nicht der Höhepunkt: 1869 holte ihn Großherzog Carl Alexander zurück, und bis zu seinem Tod 1886 bezog Liszt Sommer für Sommer das Haus des Hofgärtners dort, wo der Park beginnt.[2] Unterrichtet hat er darin unentgeltlich, einen internationalen Kreis von Schülern — männliche und einige wenige weibliche —, und in einer Saison nahmen bis zu vierzig angehende Virtuosen die Reise auf sich.[3] In diesen Räumen geschah das.
Älter als sein berühmter Bewohner, 18. Jahrhundert–1819
Das Gebäude ist ein Jahrhundert älter als Liszt. Es entstand gegen Ende des 18. Jahrhunderts für den Hofgärtner und erhielt 1819 durch Clemens Wenzeslaus Coudray sein heutiges Gesicht — von jenem Architekten, dem das klassizistische Weimar einen großen Teil seines Aussehens verdankt.[2] Liszt übernahm also ein Wirtschaftsgebäude, keine Villa, und das erklärt einiges am Zuschnitt der Räume. Es steht am Westrand des Parks an der Ilm, dort, wo die Allee zum Schloss Belvedere beginnt.[1]
Eine Gedenkstätte fast ohne Verzögerung, 1886–1887
Museum wurde das Haus ungewöhnlich rasch. Bereits 1887, im Jahr nach Liszts Tod, ließ Carl Alexander die Wohnräume des Komponisten öffnen[2] — schnell genug, dass hier bewahrt und nicht rekonstruiert wurde, und genau daher rührt das Gewicht dieser Räume. Liszt selbst nutzte das Haus nur in den warmen Monaten,[1] und das Museum hat diesen Rhythmus mit dem Mobiliar geerbt: Im Winter ist es geschlossen, im Sommer wieder geöffnet.[2]
Was Besucher fragen
- Wo wohnte Liszt in Weimar?
- Er hatte zwei Adressen. Ab 1848 wohnte er als Hofkapellmeister mit Fürstin Carolyne von Sayn-Wittgenstein in der Villa Altenburg.[1] Von 1869 bis zu seinem Tod 1886 überließ ihm Großherzog Carl Alexander das ehemalige Hofgärtnerhaus am Rand des Parks an der Ilm — das Liszt-Haus, das heute besichtigt werden kann.[2]
- Was tat er hier?
- Er unterrichtete unentgeltlich einen internationalen Kreis von Schülern — überwiegend Männer, einige wenige Frauen. In einer Saison reisten bis zu vierzig angehende Virtuosen nach Weimar, um bei ihm zu lernen.[3]
- Wie alt ist das Gebäude?
- Es ist ein Jahrhundert älter als Liszt: errichtet gegen Ende des 18. Jahrhunderts als Hofgärtnerhaus, 1819 durch den Architekten Clemens Wenzeslaus Coudray in sein heutiges Gesicht gebracht.[2]
- Kann man das Haus besichtigen?
- Es wurde bereits 1887, im Jahr nach Liszts Tod, als Gedenkstätte eröffnet und ist im Sommer Mittwoch bis Montag (dienstags geschlossen) von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Im Winter ist geschlossen.[2]
Quellen
- Liszt-Haus — Stadt Weimar, abgerufen am 30. August 2026
- Liszt-Haus — Klassik Stiftung Weimar, abgerufen am 29. August 2026
- Franz Liszt – Genie und bescheidener Lehrmeister — Klassik Stiftung Weimar, abgerufen am 29. August 2026
Verbundene Persönlichkeiten
Großherzog • Mäzen
Er ließ Liszts Wohnräume im ehemaligen Hofgärtnerhaus 1887 als Memorialstätte eröffnen.
Komponist • Pianist • Dirigent
Von 1869 bis zu seinem Tod 1886 wohnte er hier in den Sommermonaten und empfing seine internationale Schülerschar zum Klavierunterricht.
Besuchsinformationen
Erwachsene 7,00 € · ermäßigt 5,00 € · Schüler*innen (16–20 Jahre) 2,00 €
Mi–Mo, dienstags geschlossen; im Sommer 10–18 Uhr. Im Winter geschlossen — die Klassik Stiftung gibt „Winter | geschlossen“ an (Stand: 29. August 2026).
Marienstraße 17, 99423 Weimar
50.9748, 11.3300
In Weimars Geschichte
Epochen
Liszts zweiter Weimarer Aufenthalt und die 1887 von Carl Alexander eröffnete Memorialstätte gehören beide in die Jahrzehnte zwischen Goethes Tod und dem Ende der Monarchie.
Als Goethe 1832 starb, stand Weimar vor der Frage, was eine Stadt nach ihrer Blütezeit eigentlich tut. Weimar machte weiter, und die Antwort dauerte sechsundachtzig Jahre — jene Epoche, die die Klassik Stiftung Weimar das Silberne Zeitalter nennt. An die Stelle der Literatur trat die Musik, zwei fürstliche Mäzene bezahlten dafür, und die Schulen, die sie gründeten, überlebten die Monarchie, die sie finanziert hatte.