Marienkirche
Über diesen Ort
Die Marienkirche, eine 1317 begonnene fünfschiffige gotische Hallenkirche mit dem höchsten Kirchturm Thüringens nach Erfurt, war der Ort, an dem Thomas Müntzer 1525 predigte und die Stadt kurzzeitig mitregierte; 1975 entwidmet, beherbergt sie heute das Museum St. Marien und die Gedenkstätte für ihn.[1]
Ein Jahrhundert im Bau, 1317–ca. 1420
Der Deutsche Orden, dem die ältere Kirche an dieser Stelle seit 1243 übertragen war, begann 1317 mit dem heutigen Bau. Mitte des 14. Jahrhunderts kam es zum Stillstand, weil sich die Mühlhäuser Bürger und der Orden zerstritten hatten; erst in den 1360er-Jahren wurden die Arbeiten wiederaufgenommen und wahrscheinlich erst im frühen 15. Jahrhundert beendet — eine fünfschiffige gotische Hallenkirche aus dem Travertin der Stadt selbst. Mit 86,7 Metern ist ihr Turm der höchste Thüringens nach dem Erfurter Dom, die Kirche selbst das zweitgrößte Kirchengebäude des Freistaats.[1]
Müntzers Kirche und sein Ewiger Rat, 1524–1525
Thomas Müntzer kam im August 1524 nach Mühlhausen und wurde im Februar 1525 als Prediger an der Marienkirche angenommen. Am 17. März 1525 gründete er dort einen Ewigen Rat, der die Herrschaft von Patriziern und Adel in der Stadt für immer beenden sollte, und führte von hier aus die Bauern der Stadt zum Aufstand. Am 15. Mai wurden sie bei Frankenhausen geschlagen; Müntzer wurde am 27. Mai hingerichtet.[1]
Von der Kirche zum Museum, seit 1975
1975 wurde die Marienkirche entwidmet; heute beherbergt sie das Museum St. Marien und die Gedenkstätte für Müntzer, dazu an wenigen Terminen im Jahr weiterhin Gottesdienste — an Ostern, Pfingstmontag, zum Stadtfest und am Reformationstag.[1]
Was Besucher fragen
- Wann wurde die Marienkirche erbaut?
- Der Deutsche Orden begann 1317 mit dem heutigen Bau, auf dem Platz einer älteren Kirche, die ihm seit 1243 gehörte. Nach einem Streit mit der Stadt ruhten die Arbeiten ein Jahrzehnt; fertig wurde die Kirche wahrscheinlich erst im frühen 15. Jahrhundert.[1]
- Wie hoch ist der Turm der Marienkirche?
- 86,7 Meter — der höchste Kirchturm Thüringens nach dem Erfurter Dom. Die Kirche selbst ist das zweitgrößte Kirchengebäude des Freistaats.[1]
- Was tat Thomas Müntzer an der Marienkirche?
- Im Februar 1525 wurde er als ihr Prediger angenommen, und am 17. März 1525 gründete er dort einen Ewigen Rat, der die Herrschaft von Patriziern und Adel in Mühlhausen für immer beenden sollte, bevor er die Bauern der Stadt zum Aufstand im Bauernkrieg führte.[1]
- Wird die Marienkirche noch als Kirche genutzt?
- 1975 wurde sie entwidmet; heute beherbergt sie das Museum St. Marien und die Müntzergedenkstätte, hält aber an wenigen Terminen im Jahr weiterhin Gottesdienste ab — an Ostern, Pfingstmontag, zum Stadtfest und am Reformationstag.[1]
- Was geschah mit Müntzer nach Mühlhausen?
- Die von ihm geführten Bauern wurden am 15. Mai 1525 bei Frankenhausen geschlagen; Müntzer wurde am 27. Mai hingerichtet.[1]
Quellen
- Marienkirche (Mühlhausen) — Wikipedia, abgerufen am 30. August 2026
Besuchsinformationen
Bei der Marienkirche, 99974 Mühlhausen
In Weimars Geschichte
Rund um Weimar
67 km Nordwestlich
Die Kirche, in der Müntzer 1525 kurzzeitig mitregierte, und in der ein Besuch in Mühlhausen dieser Geschichte heute begegnet.