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Museum
Erbaut 1988

Schiller-Museum

Schillerstraße 12, 99423 Weimar
Das Schiller-Museum: weiße moderne Eingangsfront mit blau gerahmten Türen hinter Grün, der Name über der Tür und in großen Lettern in die Sandsteinmauer davor gehauen

Der Eingang des Schiller-Museums.

Der Eingang des Schiller-Museums.(Weimar Web)

Über diesen Ort

Der schlichte Bau aus Stahlbeton und Glas neben Schillers Wohnhaus ist, wie die Klassik Stiftung ihn nennt, „der einzige Neubau eines Literaturmuseums in der DDR“ — und er kam spät: 1984 bis 1988 errichtet, vier Jahre vor dem Ende des Staates, der ihn beauftragt hatte.

Für Schiller gebaut, längst nicht mehr über ihn, 1999

Errichtet wurde er für eine Ausstellung über Leben und Werk Schillers, unmittelbar an das Haus gesetzt, in dem er wohnte und starb, damit sich beides in einem Gang begehen lässt. Das ist heute nicht mehr seine Aufgabe. Seit 1999 nutzt die Stiftung ihn für Wechselausstellungen, die ständige Schiller-Ausstellung ist weitergezogen — wer also das Schiller-Museum betritt und Schiller erwartet, steht streng genommen vor der falschen Tür. Seine Räume liegen nebenan.

Was gerade darin zu sehen ist, 2025–2027

Zu sehen ist derzeit eine interaktive Faust-Ausstellung, vom 1. Mai 2025 bis zum 1. November 2027 — eine lange Laufzeit, die man abgleichen sollte, wenn man dies später liest. Man betrachtet das Haus am besten als den Raum, in dem die Stiftung zeigt, woran sie gerade arbeitet, und nicht als Gedenkstätte. Wer das vorher weiß, hat eine gute Stunde statt einer verwunderten.

Ein DDR-Bau im klassischen Viertel, 1980er

Postmoderner Stahlbeton mit teilverglaster Fassade, gesetzt neben ein Wohnhaus des 18. Jahrhunderts — das ist keine Geschmacksfrage, sondern ein Staat, der im letzten Jahrzehnt seiner Existenz einen Anspruch darauf anmeldet, in welcher Literatur er steht. Das macht das Museum zu einem Dokument der achtziger Jahre ebenso wie zu einem über Schiller, und deshalb gehört es zur Geschichte der DDR ebenso wie zur Weimarer Klassik.

Was Besucher fragen

Werden hier Schillers Sachen gezeigt?
Nicht mehr. Errichtet wurde das Haus für eine Ausstellung über Leben und Werk Schillers, doch seit 1999 nutzt die Stiftung es für Wechselausstellungen, und die ständige Schiller-Ausstellung ist weitergezogen. Seine eigentlichen Räume liegen nebenan, in Schillers Wohnhaus.
Was ist gerade zu sehen?
Eine interaktive Faust-Ausstellung, vom 1. Mai 2025 bis zum 1. November 2027.
Warum steht ein DDR-Bau neben einem Haus aus dem 18. Jahrhundert?
1984 bis 1988 errichtet, ist er der einzige Neubau eines Literaturmuseums in der DDR — ein Staat, der im letzten Jahrzehnt seiner Existenz einen Anspruch darauf anmeldete, in welcher Literatur er steht. Ein Dokument der achtziger Jahre ebenso wie eines über Schiller.
Kann man das Museum besichtigen, und was kostet es?
Dienstag bis Sonntag: im Winter 9.30–16 Uhr, im Sommer 10–18 Uhr. 8 € Erwachsene, 6 € ermäßigt, 3 € Schüler, Kinder unter 16 frei.

Verbundene Persönlichkeiten

Dichter • Dramatiker • Historiker

Für eine Ausstellung über sein Leben und Werk errichtet; diese Ausstellung ist inzwischen weitergezogen.

Besuchsinformationen

Eintritt

8 € Erwachsene; 6 € ermäßigt; 3 € Schüler; Kinder unter 16 frei

Öffnungszeiten

Di–So; im Winter 9:30–16 Uhr, im Sommer 10–18 Uhr

Lage

Schillerstraße 12, 99423 Weimar

50.9791, 11.3278

Offizielle Website

In Weimars Geschichte

Epochen

Weimarer Klassik17751832

Ein Museum der Epoche, kein Bau aus ihr.

Rund sechzig Jahre lang lag der Mittelpunkt der deutschen Literatur in einem Herzogtum mit ein paar tausend Einwohnern — weil dessen Fürst Schriftsteller einlud und ihnen anschließend Ämter gab. Das ist der ganze Mechanismus, und er lief von Goethes Ankunft 1775 bis zu seinem Tod 1832.

Postmoderner Stahlbetonbau mit Glasfassade, 1984–1988 — der einzige Neubau eines Literaturmuseums in der DDR, fertig vier Jahre vor deren Ende.

Fünfundvierzig Jahre lang war Weimar eine Provinzstadt, die der Staat sich nicht zu vernachlässigen leisten konnte — denn die Klassik, die sie verwahrte, war die Ahnenreihe, die die DDR für sich beanspruchte.