Schloss Blankenhain
Über diesen Ort
Ein geschlossenes, unregelmäßiges Oval aus Gebäuden auf einem Plateau über der Stadt, auf Grund, der seit einer fränkischen Rundburg des 7. Jahrhunderts befestigt ist. Die Selbstbeschreibung der Stadt erklärt seine Schmucklosigkeit entwaffnend offen: eine fürstliche Residenz war es nie, also gab ihm niemand prachtvolle Architektur — und deshalb ist der Wehrgrundriss überhaupt erhalten.
Acht Herren — und was jeder hinterließ, 1256–1794
Eine Urkunde von 1256 nennt Ludwig von Blankenhain als Besitzer von Ort und Burg; dieses Geschlecht erlosch 1416 mit Heinrich von Blankenhain. Die Grafen von Gleichen erbten und hielten bis 1631 — unter Graf Karl erfolgte um 1480 ein größerer Umbau, von dem ein Erker über dem Eingang erhalten blieb. Von 1631 bis 1794 hielten es die Grafen von Hatzfeld, die die Stadt als die prägendsten nennt: Nach mehreren Bränden bauten sie 1690 wieder auf, und diese Substanz hat dreihundert Jahre gehalten.
Das Jahrhundert der wechselnden Hände, 1794–1918
1794 kam es an Kurmainz, 1802 an Preußen und 1815 an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, das es bis 1918 hielt — hundertdrei Jahre lang gehörte dieses Schloss, das in einer anderen Stadt steht, also Weimar. Zwischen 1861 und 1880 kam ein Zentralgebäude hinzu.
Seit 1920 das Haus der Stadt
Seit 1920 gehört das Schloss der Stadt Blankenhain und dient ihr als kulturelles und gesellschaftliches Zentrum mit Veranstaltungsräumen. Das ist das gewöhnliche, unglamouröse Schicksal, das es bewahrt hat: ein Gebäude, das niemand prächtiger umbaute, durchgehend genutzt von Leuten, die den Raum brauchten.
Was Besucher fragen
- Warum wirkt das Schloss so schmucklos?
- Eine fürstliche Residenz war es nie, also gab ihm niemand prachtvolle Architektur — so erklärt die Stadt selbst, warum der Wehrgrundriss überhaupt erhalten ist.
- Wie kam Weimar zu einem Schloss in einer anderen Stadt?
- Es ging von Kurmainz (1794) an Preußen (1802) und 1815 an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach über, das es bis 1918 hielt — hundertdrei Jahre lang Weimarer Besitz.
- Was ist heute dort?
- Seit 1920 gehört es der Stadt Blankenhain, die es als kulturelles und gesellschaftliches Zentrum mit Veranstaltungsräumen nutzt.
- Kann man es besichtigen?
- Der Zugang richtet sich nach dem Veranstaltungsprogramm der Stadt im Haus; es ist ein Kulturzentrum und kein Museum.
Besuchsinformationen
Was geöffnet ist und was kostet, gibt die Stadt bekannt; das Schloss ist ihr Kulturzentrum und kein Museum.
Der Zugang richtet sich nach dem Veranstaltungsprogramm der Stadt im Haus.
Blankenhain, Weimarer Land
In Weimars Geschichte
Epochen
Von 1815 bis 1918 gehörte das Schloss dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach — Weimarer Besitz durch das gesamte Silberne Zeitalter.
Als Goethe 1832 starb, stand Weimar vor der Frage, was eine Stadt nach ihrer Blütezeit eigentlich tut. Weimar machte weiter, und die Antwort dauerte sechsundachtzig Jahre — jene Epoche, die die Klassik Stiftung Weimar das Silberne Zeitalter nennt. An die Stelle der Literatur trat die Musik, zwei fürstliche Mäzene bezahlten dafür, und die Schulen, die sie gründeten, überlebten die Monarchie, die sie finanziert hatte.
Rund um Weimar
Südwestlich
Das Schloss steht auf dem Plateau mitten in der Stadt und ist ihr Kulturzentrum.