Blankenhain
Über Blankenhain
Eine kleine Stadt um ein Schloss, das nie fürstliche Residenz war — und genau deshalb interessant ist. Acht nachgewiesene Burgherren lösten einander ab, 1690 wurde nach Bränden wieder aufgebaut, und die Gestalt von damals hat dreihundert Jahre überdauert.
Sehenswürdigkeiten in Blankenhain
- Schloss BlankenhainSchloss
Blankenhain, Weimarer Land
Das Schloss steht auf dem Plateau mitten in der Stadt und ist ihr Kulturzentrum.
Blankenhain im Detail
Ein Schloss auf Grund des 7. Jahrhunderts
Das Schloss geht auf eine fränkische Rundburg aus dem 7. Jahrhundert zurück; die heutige Anlage erhielt ihre Gestalt nach einem Brand am Ende des 17. Jahrhunderts. Sie bildet ein geschlossenes unregelmäßiges Oval. Die Selbstbeschreibung der Stadt ist ungewöhnlich offen darüber, warum das so aussieht: Eine fürstliche Residenz war es nie, prachtvolle Architektur fehlt — und deshalb steht hier ein Wehrgrundriss statt einer Barockfassade.
Acht Herren nacheinander, 1256–1794
Eine Urkunde von 1256 nennt Ludwig von Blankenhain als Besitzer von Ort und Burg; sein Geschlecht erlosch 1416 mit Heinrich von Blankenhain. Die Grafen von Gleichen erbten und hielten bis 1631 — unter Graf Karl erfolgte um 1480 ein größerer Umbau, von dem ein Erker über dem Eingang erhalten blieb. Dann die Grafen von Hatzfeld, 1631 bis 1794, die die Stadt als die prägendsten nennt: Sie bauten das Schloss nach mehreren Bränden 1690 wieder auf, und diese Form hat dreihundert Jahre gehalten.
Von Hand zu Hand, 1794 bis 1918
Das letzte Jahrhundert der Herrschaft liest sich wie eine Zusammenfassung deutscher Geschichte: ab 1794 Kurmainz, ab 1802 Preußen, ab 1815 das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, das es bis 1918 hielt. Zwischen 1861 und 1880 entstand ein Zentralgebäude. Seit 1920 gehört das Schloss der Stadt und dient ihr als kulturelles und gesellschaftliches Zentrum mit Veranstaltungsräumen.
Die Stadt darum herum
Als Stadt wird Blankenhain erstmals 1252 erwähnt und zählt eine weit über 750-jährige Geschichte. Was es heute bietet, ist das Alltägliche: ein Wald- und Erlebnisbad, ein Netz von Wander- und Radwegen durch das Land südwestlich von Weimar und das Golfresort Weimarer Land.
Was Besucher fragen
- Wofür ist Blankenhain bekannt?
- Blankenhain ist für sein Schloss bekannt, das nie fürstliche Residenz war — acht nachgewiesene Burgherren lösten einander ab, ab 1690 wurde nach Bränden wieder aufgebaut, und die Gestalt von damals hat es bis heute.
- Wer besaß das Schloss Blankenhain?
- Eine Urkunde von 1256 nennt Ludwig von Blankenhain als Besitzer; sein Geschlecht erlosch 1416. Die Grafen von Gleichen hielten es bis 1631, dann die Grafen von Hatzfeld bis 1794 — die Stadt nennt sie als die prägendsten, da sie das Schloss nach Bränden 1690 wieder aufbauten. Es folgten Kurmainz, Preußen und schließlich das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, das es bis 1918 hielt.
- Wie alt ist Blankenhain?
- Als Stadt wird Blankenhain erstmals 1252 erwähnt, das Schloss geht auf eine fränkische Rundburg des 7. Jahrhunderts zurück.
- Kann man das Schloss Blankenhain besichtigen?
- Seit 1920 gehört das Schloss der Stadt und dient ihr als kulturelles und gesellschaftliches Zentrum mit Veranstaltungsräumen.
Auf einen Blick
Südwestlich
Höhepunkte & Sehenswertes
Historische Bedeutung
Acht Herrschaften vom 13. Jahrhundert bis 1918, zuletzt der Großherzog von Weimar — und ein Schloss, das erhalten blieb, weil es nie jemand Vornehmes modernisieren wollte.
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Aus der Geschichte von Blankenhain
Epochen
Die Reihe der Burgherren beginnt mit einer Urkunde von 1256, die Stadt wird 1252 erstmals genannt — dieselben Jahrhunderte, in denen Weimar zur Stadt wurde.
Sechs Jahrhunderte lang ist Weimar eine kleine thüringische Stadt mit Burg, Markt und Kirche, überschattet von den größeren Nachbarn. Was das Mittelalter hier hinterlässt, ist kein Denkmal, sondern ein Grundriss — und, nach dem Stadtbrand von 1424, die beiden Bauten, um die herum alles Spätere geschieht.
Von 1815 bis 1918 gehörte das Schloss dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach: Blankenhain verbrachte Weimars Silbernes Zeitalter als Weimarer Besitz.
Als Goethe 1832 starb, stand Weimar vor der Frage, was eine Stadt nach ihrer Blütezeit eigentlich tut. Weimar machte weiter, und die Antwort dauerte sechsundachtzig Jahre — jene Epoche, die die Klassik Stiftung Weimar das Silberne Zeitalter nennt. An die Stelle der Literatur trat die Musik, zwei fürstliche Mäzene bezahlten dafür, und die Schulen, die sie gründeten, überlebten die Monarchie, die sie finanziert hatte.
Übernachten und essen in der Nähe
Essen & Trinken
Rudolstädter Straße 2, Blankenhain
Das Haus steht in der Stadt, an der Rudolstädter Straße, und teilt ihre Geschichte — 1742 brannte es mit ihr.
Lindenallee 1, Blankenhain
Draußen auf dem Platz des Resorts, nicht in der Stadt.
Lindenallee 1, Blankenhain
Eines der Restaurants des Resorts vor der Stadt.
Lindenallee 1, Blankenhain
Im Resort vor der Stadt, an der Lindenallee.
Lesenswert
Persönlichkeiten
1749–1832 • Dichter • Staatsmann • Naturforscher
1759–1805 • Dichter • Dramatiker • Historiker
1739–1807 • Herzogin • Regentin • Mäzenin • Komponistin
1883–1969 • Architekt • Gründer und Direktor des Bauhauses • Lehrer
Historische Orte
Frauenplan 1, 99423 Weimar
Platz der Demokratie 1, 99423 Weimar
Stéphane-Hessel-Platz 1, 99423 Weimar
Buchenwald, 99427 Weimar