Gotha
Über Gotha
Gotha, gut vierzig Kilometer westlich von Weimar, war neun Jahrhunderte lang Marktstadt, bevor Herzog Ernst der Fromme es 1643 zur Residenz machte und über der zerstörten Burg einen der bedeutendsten Schlossneubauten Deutschlands aus dem 17. Jahrhundert errichten ließ. Das Schloss musste nie erweitert werden, seine Räume sind darum weitgehend im Originalzustand erhalten, und die Stadt darunter lebt bis heute vom Marktplatz, den es lange vor dem Schloss schon gab.
Ein Zehnt der Villa Gothaha, einem Kloster geschenkt, 775
Gothas erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 775, als Karl der Große dem Kloster Hersfeld den Zehnt von den Ländereien, dem Wald und den Wiesen der Villa Gothaha übereignete. Die Siedlung wuchs als Markt an der Kreuzung mittelalterlicher Handelswege, und unter den Ludowingern erhielt sie Mitte des 12. Jahrhunderts das Stadtrecht sowie eine eigene Münzstätte.[1]
Ein Friedenstein, mitten im Krieg errichtet, 1643–1654
1643, noch mitten im Dreißigjährigen Krieg, ließ Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg zwischen den Ruinen der alten Grimmenstein-Burg eine Residenz errichten und gab ihr einen Namen, der ihren Zweck benannte: Friedenstein. Bis zur Fertigstellung dauerte es bis 1654, und die ungewöhnliche Größe des Schlosses bedeutete, dass es danach nie baulich erweitert werden musste — seine barocken und frühklassizistischen Säle sind bis heute weitgehend im Originalzustand erhalten.
Ein Verlag, der ein Adelsbuch benannte, 1785–1944
1785 gründete Johann Georg Justus Perthes in Gotha einen Verlag, nachdem er eine fünfzehnjährige Lizenz erhalten hatte, den Almanach de Gotha zu drucken, ein französischsprachiges Jahrbuch der regierenden Häuser der Welt; das Haus verlegte später auch Petermanns Geographische Mitteilungen und wurde zu einem der führenden deutschen Namen im geographischen und historischen Kartenwesen.[2] Der Almanach erschien bis 1944; das Verlagsarchiv besteht heute als Forschungssammlung fort, verwaltet von der Universität Erfurt.
Was die Stadt Gästen bietet
Friedenstein und das Ekhof-Theater darin sind der Grund, warum die meisten kommen, doch die Altstadt darunter ist um denselben Hauptmarkt gebaut, an dem das Alte Rathaus seit 1567 steht, mit den Cafés des Buttermarkts nur wenige Schritte entfernt und der Orangerie samt Schlosspark für den Rest eines Nachmittags.
Was Besucher fragen
- Wie weit ist Gotha von Weimar entfernt?
- Rund dreiundvierzig Kilometer westlich.
- Wann wurde Schloss Friedenstein erbaut?
- Zwischen 1643 und 1654, von Herzog Ernst I., über den Ruinen der alten Grimmenstein-Burg. Seine Größe bedeutete, dass das Schloss danach nie erweitert werden musste — seine Räume sind darum weitgehend im Originalzustand erhalten.
- Warum ist Gotha mit dem Almanach de Gotha verbunden?
- Johann Georg Justus Perthes gründete 1785 in Gotha einen Verlag, mit einer Lizenz, den Almanach de Gotha zu drucken, ein Jahrbuch der regierenden Häuser der Welt; das Haus druckte ihn bis 1944.[2]
- Wie alt ist Gotha?
- Erste urkundliche Erwähnung 775; das Stadtrecht erhielt es Mitte des 12. Jahrhunderts unter den Ludowingern.[1]
- Was gibt es in Gotha außer dem Schloss zu sehen?
- Das Ekhof-Theater im Westturm des Schlosses selbst, das Alte Rathaus am Hauptmarkt und die Cafés des nahen Buttermarkts.
Quellen
- Gotha — Wikipedia, abgerufen am 30. August 2026
- Justus Perthes (publishing company) — Wikipedia, abgerufen am 30. August 2026
Auf einen Blick
Höhepunkte & Sehenswertes
Historische Bedeutung
Seit dem 12. Jahrhundert Markt- und Münzstadt, ab 1643 herzogliche Residenz und von 1785 bis 1944 ein Zentrum des deutschen geographischen Verlagswesens.
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Historische Orte
Hauptmarkt 1, 99867 Gotha
Das Rathaus am Hauptmarkt, um den die Stadt noch heute gebaut ist — stehend, seit es das Schloss, das die Stadt später prägte, noch nicht gab.
Schlossplatz 1, 99867 Gotha
Eine der ältesten funktionstüchtigen barocken Bühnenmaschinerien überhaupt, im Schloss, um das die Stadt gebaut ist.
Schlossplatz 1, 99867 Gotha
Das Schloss, um das die Stadt gebaut ist, seine Räume seit 1654 weitgehend unverändert, weil seine Größe nie eine Erweiterung nötig machte.
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Persönlichkeiten
1749–1832 • Dichter • Staatsmann • Naturforscher
1759–1805 • Dichter • Dramatiker • Historiker
1739–1807 • Herzogin • Regentin • Mäzenin • Komponistin
1883–1969 • Architekt • Gründer und Direktor des Bauhauses • Lehrer
Historische Orte
Frauenplan 1, 99423 Weimar
Platz der Demokratie 1, 99423 Weimar
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