Erfurt
Über Erfurt
Erfurt, die thüringische Landeshauptstadt, liegt zwanzig Kilometer westlich von Weimar und wuchs mit dem mittelalterlichen Waid- und Wollhandel zu einer der größten Städte des Reiches heran, an Größe nur von Köln, Nürnberg und Magdeburg übertroffen. Die Altstadt blieb weitgehend erhalten: Dom und die fünfschiffige gotische Severikirche teilen sich einen Hügel über dem Domplatz, eine 1325 in Stein errichtete Brücke trägt bis heute Häuser und Läden über den Breitstrom, und eine barocke Zitadelle krönt darüber die Stadtsilhouette.
Ein Bistum, gegründet im Todesjahr seines Gründers, 742–755
Bonifatius nannte den Ort, schon damals eine alte befestigte Siedlung, 742 in einem Brief an Papst Zacharias II.: den dritten Bischofssitz neben zwei anderen, die er eingerichtet hatte, in loco Erphesfurt, das er als seit jeher befestigte Siedlung heidnischer Bauern beschrieb. 754 wurde er bei Dokkum von Friesen erschlagen, und das von ihm erbetene Bistum Erfurt wurde im Jahr darauf, 755, gegründet — und fast im selben Zug mit dem Erzbistum Mainz vereinigt.[1] Dem Erzbistum Mainz ist der Dom seither unterstellt.
Eine Großstadt aus Farbe, 13.–15. Jahrhundert
Ab dem 13. Jahrhundert kam Erfurts Reichtum aus dem Waid, dem blauen Farbstoff, der im Thüringer Becken angebaut und über die eigenen Märkte der Stadt gehandelt wurde. Im 14. und 15. Jahrhundert zählte die Stadt achtzehn- bis zwanzigtausend Einwohner, eine Größe, die im mittelalterlichen Reich nur von Köln, Nürnberg und Magdeburg übertroffen wurde.[1] Erfurts Universität folgte demselben Geld: Papst Clemens VII. erteilte 1379 das Stiftungsprivileg, sechs Jahre vor Heidelberg und neun vor Köln, 1392 eröffnete die Stadt sie — mit Philosophie, Theologie, Medizin und Rechtswissenschaft unter einem Dach. Die Universität selbst zählt sich aufgrund dieses Privilegs zur ältesten im heutigen Deutschland.[2]
Luthers Universitätsstadt, 1501–1505
Martin Luther kam im April 1501, siebzehnjährig, zum Studium an die Erfurter Universität; im Jahr darauf legte er das Baccalaureat ab, 1505 das Magisterexamen.[3] Im selben Jahr, im Juli, bat er um Aufnahme in das hiesige Augustinerkloster — der Anfang des Weges, der ihn über Wittenberg zur Reformation führte.
Was die Stadt Gästen bietet
Die Altstadt, die Erfurt auf Wolle und Waid gebaut hat, lässt sich noch begehen: Dom und Severikirche auf ihrem gemeinsamen Hügel, die Läden der Krämerbrücke auf fast siebenhundert Jahre alten Steinbögen über dem Fluss, die Zitadelle auf dem Petersberg darüber, und die Alte Synagoge, die die mittelalterliche jüdische Geschichte der Stadt in einem Gebäude bewahrt, das nie aufgehört hat zu stehen. Egapark und der Thüringer Zoopark geben einem Tag hier einen ruhigeren zweiten Teil.
Was Besucher fragen
- Wie weit ist Erfurt von Weimar entfernt?
- Rund zwanzig Kilometer westlich.
- Warum war Erfurt im Mittelalter bedeutend?
- Sein Reichtum kam aus dem Waid, dem blauen Farbstoff, der über die eigenen Märkte der Stadt gehandelt wurde; im 14. und 15. Jahrhundert zählte die Stadt achtzehn- bis zwanzigtausend Einwohner, eine Größe, die im mittelalterlichen Reich nur von Köln, Nürnberg und Magdeburg übertroffen wurde.[1]
- Welche Verbindung hat Erfurt zu Martin Luther?
- Er kam im April 1501 zum Studium an die Universität, legte 1505 das Magisterexamen ab und bat im selben Juli um Aufnahme in das Augustinerkloster — der Anfang des Weges, der ihn über Wittenberg zur Reformation führte.[3]
- Wann wurde Erfurts Bistum gegründet?
- 755, ein Jahr nachdem Bonifatius, der es erbeten hatte, von Friesen erschlagen worden war; es wurde fast sofort dem Erzbistum Mainz eingegliedert, dem der Dom seither unterstellt ist.[1]
- Ist die Universität Erfurt die älteste Deutschlands?
- Sie zählt sich selbst dazu, aufgrund ihres Stiftungsprivilegs von 1379 — sechs Jahre vor Heidelberg und neun vor Köln.[2]
- Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Erfurts Altstadt?
- Der Domberg (Dom St. Marien und Severikirche), die Krämerbrücke, die Zitadelle Petersberg und das Augustinerkloster — die Ziele, um die ein Tagesausflug von Weimar geplant wird.
Quellen
- Erfurt — Wikipedia, abgerufen am 30. August 2026
- Geschichte der Universität Erfurt — Universität Erfurt, abgerufen am 30. August 2026
- Martin Luther in Erfurt — Stadt Erfurt, abgerufen am 30. August 2026
Auf einen Blick
Höhepunkte & Sehenswertes
Historische Bedeutung
755 als Bistum gegründet und dank des Waidhandels eine der größten Städte des mittelalterlichen Reiches; seit 1991 Landeshauptstadt Thüringens.
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Historische Orte
Augustinerstraße 10, 99084 Erfurt
Das Kloster, in dem Erfurts berühmtester Student Mönch wurde — eines der Ziele, um die ein Tagesausflug in die Stadt geplant wird.
Domstufen 1, 99084 Erfurt
Der Dom auf dem Domberg, dem Hügel, um den ein Tagesausflug nach Erfurt geplant wird.
Krämerbrücke, zwischen Benediktsplatz und Wenigemarkt, 99084 Erfurt
Die Brücke, um die ein Tagesausflug nach Erfurt gebaut wird: die einzige nördlich der Alpen, die noch beidseitig mit Häusern bebaut ist.
Petersberg 3, 99084 Erfurt
Die Festung über der Altstadt, eines der Ziele, um die ein Tagesausflug nach Erfurt geplant wird.
Severihof 2, 99084 Erfurt
Eine der beiden Kirchen auf Erfurts Domberg, der Stadt, um die ein Tagesausflug westlich von Weimar herum geplant wird.
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Persönlichkeiten
1749–1832 • Dichter • Staatsmann • Naturforscher
1759–1805 • Dichter • Dramatiker • Historiker
1739–1807 • Herzogin • Regentin • Mäzenin • Komponistin
1883–1969 • Architekt • Gründer und Direktor des Bauhauses • Lehrer
Historische Orte
Frauenplan 1, 99423 Weimar
Platz der Demokratie 1, 99423 Weimar
Stéphane-Hessel-Platz 1, 99423 Weimar
Buchenwald, 99427 Weimar